Mittwoch, April 22, 2009

American Adventure: meine Bleibe im East Village ist ein Volltreffer

Ausserhalb des Hafenterminals wartete ich auf ein gelbes Taxi („Yellow cab“). Die Schlange war bereits ziemlich lang, die Lautsprecherdurchsage wiederholte alle Minuten dass für den schnellsten Transfer in die City die Autos auf der linken Seite zur Verfügung stehen und die Yellow Cabs auf der rechten Seite ankommen würden. Ich wartete stoisch, und tatsächlich kam der Russe Igor Meyman, seit 20 Jahren in den USA, und pickte mich auf. Das Warten lohnte sich, ich zahlte für die Fahrt nach Downtown 25$, knapp die Hälfte als wenn ich den „schnellen Transfer“ genommen hätte.

Ich hatte mit Andres ausgemacht, dass ich so gegen 10 Uhr bei ihm auftauchen würde – nun war es kurz nach 8 Uhr und ich versuchte mein Glück. Dieses blieb mir hold, und Andres öffnete mir noch etwas verschlafen die Tür zu meiner Bleibe für die nächsten Wochen.

Ich hatte auf der Webseite http://www.roomorama.com sein Zimmerangebot gesehen, wir Skypten eine halbe Stunde lang um uns zu beschnuppern und die Modalitäten festzulegen und waren beide zufrieden. Für 66$/Nacht hatte ich inmitten von Manhatten die Hälfte eines Appartments mit allem Drum und Dran, und er musste sein Zimmer während seinem Trip nach Istanbul und Tel Aviv nicht Leerstehen lassen. Coole Sache, passt mir bestens hier. Allenfalls kann ich auch noch eine Weile verlängern, we will see.

Ich mag Andres. Wir schleppten meine Koffer in den fünften Stock, er war gerade dabei, die seinen zu packen. Ich hängte mich aufs Sofa und las. Etwas später liefen wir los, durch die Nachbarschaft und gönnten uns einen Kaffee, bevor wir in die Bibliothek gingen. Grund: dort gab es gratis Wireless Internet Zugang. In der Bibliothek waren einige Obdachlose am Lesen und Surfen, hinten in einer Ecke hatte sich ein anderer zum Nickerchen verkrochen. Eine wirklich soziale Einrichtung, und das meine ich nicht sarkastisch.

Kleine Notiz am Rande: ich erkundigte mich nach der „Business Buch“ Abteilung und erfuhr, dass diese mit der Zahl 600 am Regal gekennzeichnet sei. Das ist schon ziemlich doof und ineffizient, da niemand weiss was 600 bedeutet. Ich wollte wissen, wo ich denn das Mapping zwischen den Zahlen und den dahinterliegenden Schwerpunkten machen könne. Das hätten sie abgeschafft, ich müsse mich jeweils erkundigen. Auch ein Weg, seinen Arbeitsplatz in Zeiten der Not zu „sichern“.

Nach einem Lunch bei „Quantum Leap“, einem vegetarischen Restaurant um die Ecke, erkundete ich das East Village auf eigene Faust. Oberhalb der Wohnung entdeckte ich die "Dachterasse", die mir an sonnigen Tagen sicher eine gute Option sein wird.



Gegen Abend trafen wir uns wieder in der Wohnung und schleppten noch einen Koffer mit Unterlagen seiner Familie durch die Subway und anschliessend in den Financial District, wo ein Verwandter wohnt und das ganze Baggage beim nächsten Trip mit nach Kolumbien bringen wird. Es regnete, nicht wirklich angenehm, und wir fuhren mit dem Taxi nach Hause.

Inzwischen war auch Jeff da, mit dem das Appartment geteilt wird, und kochte sich gerade Pasta zum Abendessen - wir verzichteten. Andres hatte mit einem Freund abgemacht und nahm mich mit. Wir fuhren nach Brooklyn raus, wo wir Augosto trafen. Im Restaurant Dumont gab es ein feines Dinner und angenehme Unterhaltung, zufrieden fuhr ich zurück nach Manhattan. Ich hatte gerade die Erkenntnis gewonnen, dass meine Greencard die „Wildcard“ in meinem Leben ist.

American Adventure: New York, New York - da bin ich!

Etwa um halb fünf Uhr morgens ging es mit dem Blitzlichtgewitter los, als wir mit der Queen Mary 2 unter der Brücke soundso durchfuhren. Viertelnachfünf Uhr dann das Highlight, wir passierten die Statue of Liberty. Das Schauspiel konnte ich vom Bett aus geniessen.

An was anderes konnte ich dabei denken als an die unzähligen Einwanderer, welche ein paar Jahrzehnte vor mir auf Ellis Island abgefertigt wurden – den meisten wurde die Einreise gestattet, wer Pech hatte wurde auf das nächste Schiff retour in die Heimat verfrachtet. Die Ärzte waren damals konditioniert, Krankheiten schon von weitem zu erspähen und fertigten die Einwanderer im Sekunden-/Minutentakt ab.

Die letzte Woche an Bord hat mir gut getan. Der traditionelle Backpacker sucht Authentizität, gewürzt mit etwas Strapazen und einer Prise Verzicht. Meine Reise an Bord des grössten Ocean Luxusliners der Welt würde da ein müdes Lächeln ernten, obwohl gar nicht so weit davon entfernt.

„Ich beneide Dich. Ich möchte das auch machen.“, habe ich in den letzten Wochen unzählige Male gehört. Sicher, eine Menge werde ich entdecken, doch dass ich wieder einmal die Komfortzone verlassen habe bringt auch einen Haufen offener Fragen mit sich, die ich lösen muss. Live will never be the same again – me neither.

Nun bin ich also in New York, mehr Einwohner als die ganze Schweiz auf wenigen Quadratkilometern verteilt. Ein bisschen mulmig wurde mir schon, als ich an meine Immigration dachte. Meine Greencard hat schon 3 Jahre auf dem Buckel, und obwohl ich den Permanent Resident Status in den USA inne habe und auch brav meine Steuererklärung ausfülle, verbrachte ich de facto in den letzten Jahren zu wenig Zeit hier. Doch schon bald hatte ich Gewissheit, wie es weiter gehen soll.

Ich hatte mich für den Selbst Checkout angemeldet, wo man die Koffer eigenhändig schleppen muss. Vorher gab es noch ein letztes Mal ein ausgiebiges Frühstück, und ich wollte ich noch ein Foto von mir und der Skyline schiessen lassen. Susan und Sarah übernahmen diese Aufgabe. Die zwei britischen Girls hatten Nicolas und ich kürzlich im Nightclub G32 an Bord kennen gelernt, nachdem sie schon einige Vodkas intus gehabt hatten. Der erwähnte Nicolas ist ein 60ig jähriger Italiener, von Beruf Songwriter, der seine „Mami“ in Kanada besucht – und da er nicht gerne fliegt mit QM2 und Greyhound Bus unterwegs ist.

Anyway, ich hatte mein Foto – geschüttelt und nicht gerührt, wie sich später herausstellte. Drum hier ein Lückenfüller.



Dann kam auch schon die Lautsprecherdurchsage dass es nun von Bord geht und ich hetzte los. Mein Gepäck war schwer, alles zusammen wohl gegen die 60 Kilo. Ich stellte mich bei der Immigration bei den „US Citizens“ an und kam sofort an die Reihe.

Leicht zitterig begrüsste ich Javier und erkundigte mich nach seinem Befinden. Ich war mir nicht sicher, ob ich nur des schweren Gepäcks wegen schwitzte, auf jeden Fall wurden meine Fingerabdrücke erst beim zweiten Anlauf erkannt. Javier war äusserst freundlich und beruhigte mich, dass alles in Ordnung sei als er meinen „Status“ anpassen musste – beim Check In in Southampton sei wohl etwas falsch erfasst worden.

Mit „Welcome back home, Sir!” verabschiedete er mich wenige Minuten später. Ich hätte ihn am liebsten umarmt, hielt mich aber zurück und wünschte einen schönen Tag.

American Adventure: zu Tisch oder doch lieber ins Bett?

Es schwankte. Es schwankte gehörig. Ich hatte schon Angst dass meine Festplatte vom Tisch fallen würde. Eigentlich hatte ich gerade meinen besten Smoking angezogen, um dem Dinner beizuwohnen. Angesichts meiner flauen Magengegend entschied ich, dass das Buffet geeigneter war als das grosse Restaurant. Doch dazu sollte es nicht kommen, denn als ich die Buffettheke erreichte, war alles schon weggeräumt. Blieb noch der Zimmerservice, der mir eine leckere Tomatensuppe mit Veggie Sandwich und Beilagen brachte. Mein Magen hielt sich trotz der Pommes still und ich legte mich ins „Wasser“bett, süsse Träume ahoi.

Am nächsten Morgen hatte sich die Lage beruhigt und ich ging yum Frühstück ins Restaurant. Dort traf ich die Peters, welche seit rund 3 Monaten (!!!) auf dem Schiff sind, nonstop. Sie sind als Vertreter der Ensemble Travel Group unterwegs, und ich lasse mir erklären wie das funktioniert: ich kaufte mein Ticket direkt über www.orbitz.com, zeigt mir Glen auf. Seine Gruppe dagegen kaufe dieses en gros ein. Nun sei ja wohl klar, wer den besseren Preis erhalte. Bestechend. Die zwei haben über 60 Kreuzfahrten hinter sich, als die 68er Revoluzzer auf die Barrikaden gingen, stachen sie das erste Mal gemeinsam in See.

Bei mir steht Geniessen hoch im Kurs. Damit meine ich nicht den feinen Wein, den es zweifelsohne hier an Bord geben soll. Meine „high spirits“ kommen aus anderen Aktivitäten. In aller Ruhe ums Deck laufen, die salzige Gischt schmecken, ein Buch in der Bibliothek beschauen, dem in sein Instrument verliebten Pianospieler lauschen, lauthals bei einem überdrehten Hollywoodstreifen im Kino lachen, die karibische Band den Reagge Klassiker „Three little birds“ spielen lassen, dem seit 61 Jahren gemeinsam tanzenden Paar ein paar Jiive Schritte abluchsen, kleiner Junge sein und mich vom Magier verzaubern lassen, den Menschen aus dem Weg gehen und die Stille suchen, auf die Menschen zugehen und die Wärme spüren. Die abgestumpften Sinne reaktivieren. Oh, und das Eisenhower Grid mit den nächsten 2-do’s, welches die letzten Jahre ununterbrochen mein Begleiter war, für eine Weile auf Eis legen. Love it.

Dienstag, April 21, 2009

Gewinne 2 x 20 Franken Totogoal Guthaben - jetzt und hier

[Trigami-Review]


Ich habe bereits auf den neuen Dienst von Totogoal aufmerksam gemacht, nun geht es in die zweite Runde. Dazu erhielt ich das Promopaket von Swisslos per Post. Darin enthalten sind 3 Gutscheine im Wert von 1x 50 Franken für mich selber und 2x 20 Franken Guthaben zum Verschenken.

Wer an der Verlosung dieser Gutscheine teilnehmen will registriert sich rechts im Eingabefeld unter "Neue Inhalte per E-Mail? Einfach hier registrieren!" mit seiner E-Mail für diesen Blog. Die Gewinner erhalten von mir direkt den Gutscheincode zugemailt in den nächsten Tagen.

(Anmerkung: Die Guthaben sind nicht kumulierbar und können nur für Totogoal eingesetzt werden. Aus rechtlichen Gründen muss der Wohnsitz der Teilnehmer in der Schweiz bzw. im Fürstentum Liechtenstein sein. Mindestalter ist 18 Jahre.)

Mein Auftrag ist es, einen Erfahrungsbericht über die Spielerfahrungen zu verfassen. Da ich aber keinen Wohnsitz mehr in der Schweiz habe, bin ich auch nicht als Teilnehmer zugelassen. Sorry, Trigami und Totogoal, die Kampagne hat sich leider gerade mit meiner Emigration in die USA gekreuzt... Deshalb muss der Herr Papa ran, aber der macht das eh besser da ich keine Ahnung von Fussball habe.

Er hat sich registriert und soweit ich gehört habe ist er nun fleissig am Tippen - ob was daraus geworden ist werden wir in Kürze wissen. Ich habe mich ein bisschen im Netz schlau gemacht, die meisten der Totogoal User sind mit dem Service sehr zufrieden. Attraktive Gewinne, einfache Registrierung, gut aufgebaute Seite - damit ist das Spielfieber garantiert! Also, E-Mail registrieren und mit etwas Glück schon bald selbst gewinnen.


Über Totogoal: Swisslos hat ein neues Toto-Produkt auf den Markt gebracht: Totogoal. Die neue Sportwette lehnt sich stark an das bisherige Toto-R an, verspricht aber mehr Spannung und höhere Jackpots.

Totogoal lehnt sich stark an das bisherige Toto-R an. Bei verschiedenen nationalen und internationalen Fussballpartien wird weiterhin 1 für Heimsieg, X für Unentschieden und 2 für Gastsieg angekreuzt. Zusätzlich gibt es aber neu einen Resultat-Tipp, bei dem man das exakte Resultat eines bestimmten Spiels tippen muss - zum Beispiel 2:0. Diese Neuerung verspricht mehr Spannung und höhere Jackpots.

Mehr Details unter: http://www.swisslos.ch/totogoal/home.do

American Adventure: mit der Queen Mary 2 auf See, willkürliche Notizen meinerseits # 3

Vor dem Essen ein Spritzer Desinfektionsmittel in die Hände hilft dabei, dass alle sich schön sicher fühlen von den bösen "Germs". Ein bisschen Sarkasmus darf sein, aber eigentlich ist diese Vorsichtsmassnahme löblich – schliesslich ist es NICHT TOLL ein ganzes Schiff-Lazarett zu haben wenn ein Virus mal seinen Lauf genomen hat.

Jeden Tag gab der Kapitän pünktlich um 12 Uhr den Lagebericht durch – als erstes mit der genauen Angabe, auf welchem Längen- und Breitengrad wir uns befinden. Who cares about that?! Ich kenne niemanden, der mit dieser Information etwas nützliches anfangen kann, wir sind nun einfach auf dem Atlantik irgendwo zwischen Southampton und New York.

Die Planetarium Show ist abartig. Zack, liebes Menschlein, wird Dir wieder mal aufgezeigt, dass Du nur ein Augenaufschlag im Universum bist.

Der graue Horizont verschmilzt mit der dunkelgrauen Meer-Melasse, das anmutige auf- und ab Schaukeln zeigt sanft an, dass es auch anders gehen würde. Tief werde ich in den Sessel gedrückt, dann zieht es mich hoch wie einen Tänzer am Seil, der Bug schaukelt durch die Wellenberge und –täler.

Es rumpelte im Bauch des Schiffs, wie ein Erdbeben, als die Welle ankam. Seekrankheit war damals weit verbreitet, da die Schiffe noch keine Stabilisatoren hatten. Heute kommt der Onkel Doktor vorbei oder es gibt ein Pflaster hinters Ohr (welches die Durchblutung des Gleichgewichtsorgans verbessert).

Rauch ist für mich unangenehm. Umso besser dass auf dem Schiff klar ist, wo geraucht werden darf und wo nicht. Als der Kellner merkte, dass ich Vegetarier bin, kam der Chef de Service mit einem Spezialmenu angerauscht – leckere Auswahl, die geboten wurde.

Morgenessen. Als er sein Döschen auf den Tisch stellte, dachte ich zuerst, nun werde die Nase gepudert. Doch weit gefehlt, zum Vorschein kam der Pillencocktail vom Onkel Doktor, der mit einem Schluck Orangesanft seine Wirkung entfalten darf.

Als ich dem amerikanischen Paar mittleren Alters am Tisch nebenan zuhörte, fragte sie: „Jeff, wie können wir es uns erlauben, wieder 15 Tage für die nächste Cruise weg sein?“ Diese Frage will ich mir nicht stellen. Nein.

Close your eyes and look away.

American Adventure: mit der Queen Mary 2 auf See, willkürliche Notizen meinerseits # 2

...wenn ich das Kleingeld hätte...
Heute hatte ich keine Lust auf Zerstreuungsshows und brachte alle meine Notizen vom Papier in die digitale Welt. Steigen wir also in die nächste Runde.

Die Gischt sprühte einen Regenbogen nach dem anderen vor dem Fenster hin, die Wellen gaben sich dem Spiel mit dem tiefen Blau hin. Immer in Bewegung, rastlos, stets bemüht den Betrachter ins Staunen zu versetzen, wie flüssiges Gold, die Oberfläche vom Wind zerzaust, jede Ebene und Falte von der gleissenden Sonne ausgeleuchtet – wenn das keine Poesie ist.

Im Gegenlicht der Neonlampe prasseln die Regentropfen auf die Scheibe hernieder und jagen sich beim Herunterlaufen. Das wohlige Gefühl des Seins stellt sich ein, einverstanden ich bin (würde Yoda sagen).

Wie erwartet hatte es vor allem ältere Semester an Board, dank der Osterferien aber auch einige Jüngere und Familien mit Kids. Die Osterdekoration bestand aus Scherenschnitten, der Schoggihase auf der Bühne lässt die Musiker schmelzen.

Garry hat ein nettes Schild an seine Brust geheftet, darauf steht: Garry – Gentlemen Dance Host. Tanzen ist auf dem Schiff ganz gross. Die Luft im Ballroom flirrte vor Bedachtsamkeit. Oma und Opa springen wie junge Rehe über die Tanzfläche, ich bekam es fast mit der Angst zu tun. Keuchend und zufrieden lassen sie sich nach dem Tanz in den Sessel plumpsen, dieser alten Klapperkiste von Körper haben wir es wieder mal gezeigt wer hier das sagen hat. Wunderbares Leben.

„Travelling alone?“, wollte der Brite am Nebentisch wissen. So fragten wir hin und her. Er bereue manchmal, dass er seine 3 Kinder in die Welt gesetzt habe. Der Terrorismus und die Regierung, und die Krise, und früher oder später werde es einen Anschlag mit Atomwaffen geben, doch – er bereue es. Hallooo, kann da jemand ein bisschen Vernunft einhaemmern.

Die Klunkerbeladenen Franzosen trinken Perrier. In der Bibliothek wird lautstark der Bildband besprochen. Während der Jazz ab Konserve mich einlullt, hänge ich im Sessel des Churchill Klubs. Es ist ruhig, abgesehen von den Deutschen und dem Klappern der Tassen.

Die besten Kleider wurden in überdimensionale Koffer gepackt, der funkelndste Schmuck mitgebracht – auch wenn das nicht dabei hilft, vom biologischen Reifeprozess abzulenken, so finde ich es schön wenn Menschen auf ihr Äusseres und das Befinden ihrer Mitmenschen achten. Fast jeden Abend war Anzug und Abendkleid angesagt. Traditionalisten verzichteten auf den Smoking und kamen im schottischen Kilt daher. Andere schnallten sich nach dem Essen möglichst bald wieder ein verwaschenes Mötorhead T-Shirt und Jeans an.

Die Liebe ist in einigen Fällen dorthin gefallen, wo die Bäume dicke Banknoten tragen. Anders kann ich mir beim besten Willen keinen Reim machen. Ehrlich, bei allen Klettertouren zu der Liebe fähig ist. Wer will kann auch sein Eheversprechen an Bord erneuern.

Was Wikipedia weiss: Die Cunard Reederei wurde von Sir Samuel Cunard gegründet, einem kanadischem Geschäftsmann. 1840 segelte das erste Dampfschiff Brittania unter seiner Flagge von Liverpool (England) nach Boston (USA). Heute sind noch die Queen Mary 2 sowie die Queen Victoria im Einsatz, eine neue Queen Elizabeth wird im Herbst 2010 ausgeliefert.

Schauen wir uns mal die Diversität der Gäste an Board an:
Grossbritannien: 1342
USA: 483
Deutschland: 250
Kanada: 94
Frankreich: 73
Schweiz: 49
Australien: 39
Irland: 38
Schweden: 21
Spanien: 13
Österreich: 12
Belgien: 10
Italien, Mexico, Niederlande: je 8
Dänemark, Japan: je 7
Finnland: 5
Bahamas, Neuseeland: je 4
Brasilien, Barbados, Kroatien, Indien, Singapur: je 3
Ungarn, Norwegen, Russland, Südafrika: je 2
Costa Rica, Monacco, Estland, Griechenland: je 1
Total: 2503

...und dann sind noch etwa halb so viele Angestellte wie Gäste auf dem Schiff.

American Adventure: mit der Queen Mary 2 auf See, willkürliche Notizen meinerseits #1

Im Folgenden ein paar verzettelte Notizen, die ich mir gemacht habe.


Das praktische an der Überfahrt von Southampton nach New York ist die Zeit, die man gewinnt: jeden Tag werden die Uhren eine Stunde zurück gestellt. Im Gegensatz zum umgekehrten Weg.

Die Gäste schlafen überall. Im Kino, Konzert, in der Bibliothek – aber wenigstens wird nicht geschnarcht.

Bei den Performances wird zu Beginn jeweils darauf hingewiesen, dass Filmaufnahmen verboten sind und bei Fotografien der Blitz auszuschalten sein, damit die Künstler nicht verletzt werden (sic!).

Warnungen gab es all überall, dabei sind wir ja noch gar nicht in den USA? Beim Duschen bitte das Wasser auf die Temperatur prüfen bevor man sich darunter stellt, schnelle Schnitte im Kinofilm und die Stroboskope in der Disko sind für Epileptiker nicht geeignet.

Harry, der Pianist, preist seine CD damit an. Er müsse damit seine 11 hungernden Kinder zu Hause ernähren.

Die Stille in der Bibliothek wurde nur vom Klacken des Gehstocks unterbrochen. Das Holz des Schiffs knirscht und knackst im Rhythmus des Wellengangs.

Der Kapitän Nick Bates hat in seinem Buch „A pinch of salt“ seine Erlebnisse auf der QM2 niedergeschrieben. Kann man sicher auf Amazon bestellen, bin gespannt was er damit an Umsatz macht.

Die (Ami?) Kids sehen den Eltern wie aus dem Gesicht geschnitten aus - wie aufgeblasene Luftballons.

Kaum liessen es die Temperaturen und die Sonne zu, ging das Wettrösten los. Die „Lobster“ liessen sich am nächsten Tag strahlend bestaunen. Ehrlich, ab so viel Ignoranz und Übernahme von Selbstverantwortung kann ich nur staunen.

Die philippinschen Kellner schmetterten eine Geburtstagshymne nach der anderen hin. Mein Kellner Raffael hatte gerade in Southampton wieder auf dem Schiff eingecheckt, nach 3 Monaten Auszeit zu Hause bei seiner Frau und seinem Sohn. Die nächsten 9 Monate ist er wieder auf See.

Für 2 Stunden Internet Zugang sind fast 50$ fällig, für 8h knapp 170$... dieses mal ohne mich.

Er ist ab. Der Bart. Nach über 10 Jahren war es an der Zeit, auch diesen Zopf mal abzuschneiden. Gefällt mir gut beim zweiten Hinkucken.

1018 Fuss lang ist die Queen Mary 2. Wer damit nichts anfangen kann, dem sei gesagt dass es der Eiffelturm auf nur 984 Fuss bringt. Das Schiff ist auch länger als die britische Tower Brücke, resp. länger als 3 Fussballfelder. Mit über 150'000 Tonnen bringt sie auch ein anständiges Gewicht auf die Waage.



Ach ja, da bin ja noch ich - muss noch ein bisschen an meiner Fotogeni(ali)tät arbeiten, nobody is perfect - kommt aber.

American Adventure: Bekanntschaften des Nachtlebens

Beim Abendessen war ich am Tisch mit Angie, einer liebenswerten älteren Frau, die Mann und Hund zu Hause gelassen hat. Sie war sich nun doch nicht mehr sicher, ob es eine gute Idee war die Reise allein zu machen. Ich sah sie ausser an diesem ersten Abend nie wieder.

Brad und Laura waren die zweiten im Bunde, beide stolze Angehörige der britischen Armee. Brad hatte sich einen Haufen Orden an die Brust geheftet, deren Bedeuting er mir natürlich erklären musste. Da war einer für den Kosovo Einsatz, einer für Irak, noch einer für 15 Jahre ohne „Schandfleck“ im militärischen Führungszeugins – und für was die anderen waren habe ich vergessen. Das Essen war übrigens spitze.

Danach erkundigte ich das Nachtleben auf dem Schiff, im Nachtklub G32 trafen sich die Wenigen in meinem Alter um sich sinnlos zu betrinken. VIBZ rockt das Haus, die karibische Combo mit den 5 Mannen bringt Pepp auf die Tanzfläche. Der rote Wein wird besungen (Red red wine) und auch der Feierabend Klassiker von Jimmy Buffett, glaub ich, kommt nicht zu kurz (It’s five o’clock somewhere).

Nach der Liveband übernahm der DJ die Schalthebel. Die Tanzfläche war von da an von den älteren Damen fest besetzt, bis DJ Graham Cracker den Song „YMCA“ auflegte und plötzlich die Männer das Zepter übernahmen. Dies war auch bei „It`s raining men“ zu beobachten, die Gay-Hymnen verfehlten ihr Zielpublikum nicht.

Ich schaute dem Treiben eine Weile zu, bis Nathalie und John sich zu mir setzten. Nathalie quasselt mir ein Ohr ab, während John einen Kir Royal nach dem anderen reinschüttet (ok, da ist ja wirklich Sirup drin). Lustig die zwei, doch auch mal an der Zeit für mich zu gehen.

Als ich einzog war der Balkon unter Wasser gesetzt, doch das war dem Zimmermädchen Annika schon aufgefallen und sie hatte Abhilfe organisiert. Einige Stunden später konnte ich dann von der trockenen Balkonreeling auf das tiefschwarze Meer herunterblicken und die Sekunden zählen, die mein Kaugummi für seinen letzten Flug benötigt.

Montag, April 20, 2009

American Adventure: Ankunft auf der Queen Mary 2 (mit vielen Bildli :-) )

Am nächsten Morgen schlief ich aus, gönnte mir ein feines Frühstück und fuhr dann zum Mayflower Dock in Southampton, wo die stolze Queen Mary 2 bereits wartete.




(Sidenote: im Hintergrund das IKEA Gebäude,
und auch im New Yorker Hafen stach mir ein solches als erstes in Auge.)

Das Eincheckprozedere ging fix von statten, als Greencard Besitzer musste ich auch keine ESTA Anmeldung vorweisen, für die man sich sonst bei einer Reise in die USA rund 72h vor der Reise über das Internet registrieren muss.

Nette Überraschung: Ich war vom 6. Stock des Schiffs in den 11. upgegradet worden und somit praktisch auf dem obersten Deck (siehe Markierung).

Das Zimmer war geräumig, sauber und klassisch edel ausgestattet (Details bei Klick aufs Bild).

Es war nun kurz nach Mittag, und ich nutzte die Gelegenheit dazu, das Schiff zu erkunden und ein paar Fotos zu schiessen.

Bibliothek (mein Lieblingsraum):
Theatersaal:
Britannia Hauptrestaurant, zweistöckig:


Nightclub G32:
Nightclub G32, unterer Stock:
Kunstgallerie:

Golfübungscourt:









Wir liefen dann kurz nach 17 Uhr aus dem Hafen aus und winkten den am Pier stehenden Leuten zu.