Dienstag, Dezember 30, 2008

Carribean Cruise – Alle Schoten sind dicht auf Barbados, deshalb: Strand Ahoi!

Barbados, auf portugiesisch „die mit den Bärten“, empfing uns herzlich nach einer Nacht mit wenig Schlaf. Die Wellen hatten uns durchgeschaukelt wie auf einem Wasserbett, und irgend etwas hatte stetig einen metallischen Lärm verursacht - nur wussten wir nicht was und woher das war.

Wir hatten am Abend zuvor eine Nachricht von Margaret und Frank, einem pensionierten Paar aus England, auf dem Anrufbeantworter erhalten. Die zwei haben vor ein paar Jahren eine Woche hier verbracht. Da wir Tanzen waren als der Anruf kam verzichtete ich auf einen Rückruf nach Mitternacht und wir meldeten uns am nächsten Morgen. Sie schlugen vor, an einen Strand zu gehen. Eine gute Idee, denn da wir am 26. Dezember ankamen war die Hauptstadt Bridgetown sozusagen „dicht“, alle Geschäfte hatten geschlossen.




Silvia und Pauline, zwei rüstige Witwen aus England, gesellten sich auch zu uns, und wir avisierten die lokale Bus Station an. Für einen Dollar pro Person, sowohl für Hin- und Rückweg, wurden wir unterhalb der Heron Bay zur St. James Parish Church gefahren, die direkt vor dem Strand lag.
Der Strand war schön gelegen, das Meer heute etwas aufgebracht und wellig.

Da heute alle Einheimischen frei hatten waren die meisten am Strand und spielten im seichten Wasser mit den Kids, surften ein paar Wellen, tranken ein Bier oder konkurrierten beim Brettspiel. Wir trafen auf Brandon, einen Diplomaten der britischen Botschaft. Er hatte wohl Gefallen an meiner Liebsten gefunden und musste nun halt mit mir vorlieb nehmen, da ich Präsenz markierte. Scheinbar gefiel im Barbados nicht besonders, er bevorzugt die Schweiz.

Nach einigen Stunden am Strand machten wir uns auf den Weg zurück nach Bridgetown, und der erste Bus der so angeschrieben war winkte ich an den Strassenrand zu uns. Es war ein kleinerer Bus, und als ich meine Münzen ( die als Rückfahrtticket galten) zeigte, schickte mich der Kondukteur zuerst nach hinten, ich solle dort Platz nehmen. Etwas später kam er dann und merkte, dass der Token für diesen Bus nicht gültig war, sondern nur für die konkurrierende staatliche Buslinie. Wir bezahlten nochmals knapp einen Dollar pro Nase und gaben die übrigen Tokens später am Busbahnhof weiter.

Dass die zwei Buslinien konkurrieren, fanden wir rasch heraus: jedes Mal wenn der staatliche Bus überholte blies unser Fahrer das Horn und drückte nochmals ordentlich auf die Tube. Dieser Bus war kleiner als derjenige, der uns hingebracht hatte. Dafür war die Musik ohrenbetäubend, und unser Übername für das Gefährt lautete rasch „Reagge-Mobil“. Die Leute im Bus waren alle sehr modebewusst gekleidet, mit Markenklamotten etc. Barbados ist wohl auch die am stärksten „entwickelte“ Insel der Karibik. Wir waren natürlich die einzigen „Weissbrote“ und hatten unseren Spass.

Dabei merkten wir, dass der junge Kondukteur nicht nur die Billetpreise einzog, sondern wer ihm etwas mehr zahlte erhielt auch noch ein kleines Säckchen mit dem Wechselgeld, das bei uns auch unter dem Namen „Gras“ oder „Marihuana“ geläufig ist.

Zurück am Hafenterminal versuchte ich, einen kostenlosen Wireless Internet Hotspot zu finden – und scheiterte kläglich. Ich fand aber das Angebot von 10$ für 5 Stunden Access auch sehr attraktiv (irgendwie sollen diese Blogbeiträge ja aufgeschaltet werden), doch hatte wieder Pech, die Anmeldung endete mit einem Fehler.

Also kaufte ich mir am Kiosk eine 30 Minuten Karte für 5$, und war vollends entnervt: die Verbindung war so langsam dass ich nirgends hinkam und das restliche Guthaben verschenkte. Scheinbar waren die Terminals dann schneller, wie mir am nächsten Tag die Girls aus Kanada mitteilten. Anyway, anstatt zu bloggen genoss ich das lokale Bier und erfreute mich an den kleinen Dingen des Lebens.




Montag, Dezember 29, 2008

Carribean Cruise – Dominica verbreitet eine feierliche Stimmung

Der olle Kolumbus fuhr am 3.11.1493, einem Sonntag (Domingo), hier vorbei. Da die Küste felsig war gab er der Insel einfach den Namen des aktuellen Tages, „Dominica“. Doch bereits damals war die Insel von Indios bewohnt, wie später bekannt wurde – und somit hatte Kolumbus hier nur eine Insel gesichtet, aber nicht entdeckt. Das Eiland ist aber mit 26 Millionen das jüngste der Karibik – und vielleicht auch das grünste. Von den Indios leben noch gerade mal 3500 auf der Insel, welche aber ihrer Kultur versuchen treu zu bleiben.


Wir hatten auf dem Schiff eine (die erste und letzte, notabene) Tour gebucht und wurden somit früh morgens mit dem Bus abgeholt und über die Insel chauffiert. Der Fahrer brauchte die Hupe in einer Viertelstunde definitiv öfter als ich im ganzen Jahr, und das nicht nur um bei unübersichtlichen Kurven unser Kommen anzukünden, sondern auch um Bekannte oder entgegenkommende Autos zu begrüssen, Tiere wegzuscheuchen etc. Die Tour selbst war gut organisiert und lehrreich, aber wir hätten bestimmt auch selber einen Weg gefunden.

Schon als wir von Bord gingen wurden wir mit zwei Regenbogen begrüsst, und das Schauspiel setzte sich fort.



Zuerst machten wir in einem botanischen Garten halt, um Informationen zu der lokalen Fauna und Flora zu erhalten.



Dieser Schulbus wurde bei einem der heftigen Hurrikans unter einem Baum begraben, glücklicherweise befand sich niemand darin. Am Strassenrand oder im Vorgarten sah man auch in regelmässigen Abständen verrostete Autos oder verfaulte Schiffe rumliegen. Den Schlaglöchern in der Strasse sagte unsere Tourführerin mit einem Zwinkern „Speedbumps“.

Wir liessen uns weiter schaukeln nach Trafalgar Falls, zu zwei Wasserfällen im Regenwald. Ein Erlebnis war es den Besuchern zuzusehen. In aller Hektik aus dem Bus stürmen, durch den Dschungel hetzen, Kamera entsichern und drauf los schiessen, um rasch möglichst wieder im Bus in Deckung gehen zu können. Dabei war der Gang durch den Urwald ein Erlebnis an sich, und die Wasserfälle sozusagen das Pünktchen auf dem i.

Zurück im Bus fuhren wir weiter, um ein kleine Erfrischung zu erhalten. Ich entschied mich für einen „Banana Quench“, eine lokale Limonade mit süssem Bananen-Aroma. Bananen sind der Hauptexportartikel von Dominica, und wir fuhren an einigen Plantagen vorbei. Die Stauden benötigen ungefähr 9 Monate für den Reifeprozess, und damit die Vögel nicht schon vorher ihren Anteil kriegen werden die Früchte in Plastiksäcke verpackt.

Es gab auch Souvenirs zu kaufen, made in China.




Interessant auch das Nationalgericht: Froschschenkel! Mit den rund ein Pfund wiegenden Tieren wird hier alles angestellt, was wir bei uns mit Hühnchen machen.
Die Reise ging weiter zum „Emerald Pool“, einem Wasserfall mit beschwimmbarem Becken im Dschungel. Aufgrund der grünen Baumkronen reflektiert sich auch im Wasser diese Farbe. Dies war schön anzusehen, keine Frage. Doch die kurze Wanderung war für mich noch besser. Immer zwei Schritte zurück und einen vorwärts arbeitete ich mich langsam und bewusst vor, zu Staunen gab es vielerlei Anlass.




Ich traf auf einen Affen…
…riesige Bäume…
...und einen virtuosen Vogel, der sich die Seele aus dem Leib sang. Dominica, you made my day!

Carribean Cruise – Eine Lektion der Demut auf St. Kitts

Um 6 Uhr morgens dockte unser Schiff in Basseterre, St Kitts, an. Fast eine Stunde lang wurden wir durchgeschaukelt, und um 8 Uhr weckte uns dann Cruise Direktor Savannah mit dem aktuellen Tagesprogramm, verkündet über die Lautsprecher. Wir gönnten uns eine Stärkung am Frühstücksbuffet, frische Früchte, Omelett, Birchermüesli und Fruchtsaft, dann gingen wir von Bord.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, ein internationaler Flughafen bringt Gäste auf die Insel, die sich dann im grössten Hotelkomplex der östlichen Karibik auf Frigate Bay einnisten. Im Tourist Office trafen wir auf Rose. Die stämmige Engländerin, so um die sechzig, überzeugte uns, mit ihr eine Tour über die Insel zu machen.


Wir und einige andere Leute, die wir kürzlich getroffen hatten, schlossen sich uns an. Wir stoppten an einigen Orten, so bei der Batik-Fabrik oder dort wo sich Atlantik und karibisches Meer küssen.



Wie viele karibische Inseln entstand auch St. Kitts aufgrund eines Vulkanausbruchs. Aktuell hält sich dieser still, doch der Hurrikan "Olma" hat kürzlich grossen Schaden angerichtet.

Die Leute auf der Insel müssen mit wenig zum Leben auskommen, was offensichtlich wurde als wir durch die Dörfer mit den einfache Häusern fuhren, die oft ihre besten Zeiten hinter sich hatten.
Kinder verkauften Souvenirs, ihre Eltern taten es ihnen gleich. Streunende Hunde und Katzen sprangen über die Strasse oder lagen in der Sonne, herrenlose Ziegenherden weiden auf einer Wiese, ein Ochse im hohen Gras schaut uns nach, die leblosen Augen des überfahrenen Rehbocks (oder so) bleiben hängen. St. Kitts half uns, selbstverständliche Annehmlichkeiten in einem anderen Licht zu sehen.








Schnitt… Beim Morgenessen hatte mir der Koch empfohlen, am Hafen nach einen Wireless Hotspot Ausschau zu halten, und in der Tat wurde ich vor einem Restaurant fündig und rief meine Familie an, um schöne Weihnachten zu wünschen.

Danach machte ich mich auf in Richtung Supermarket, den ich auf dem Rückweg vom Taxi aus erspäht hatte, um noch ein paar Getränke zu besorgen. Der Kassier wollte für meine 2 Gallonen Wasser, das Cola Sixpack und die Handvoll Bier 37 US Dollar, was ich mit einem "Are you kidding me?" quittierte.
Er rechnete mir alles nochmals mit der lokalen Währung vor, worauf ich eine 10 Dollar Note zückte und wissen wollte was ich dafür erhalte. Wir wurden handelseinig, und mit den 2 Wasser und dem halben Sixpack Cola verliess ich das Geschäft.

Zurück auf dem Schiff räumten wir mal unsere Kabine ein wenig auf und machten uns – mit den besten Kleidern ausgestattet - bereit für das Weihnachtsessen. Greg und Peggy hatten uns eine Nachricht hinterlassen, dass sie einen Tisch für 8 Personen gebucht hatten und wir doch um 20 Uhr zu ihnen stossen sollten - was wir dann auch taten und einen gelungenen heiligen Abend miteinander verbrachten!