Wir hatten am Abend zuvor eine Nachricht von Margaret und Frank, einem pensionierten Paar aus England, auf dem Anrufbeantworter erhalten. Die zwei haben vor ein paar Jahren eine Woche hier verbracht. Da wir Tanzen waren als der Anruf kam verzichtete ich auf einen Rückruf nach Mitternacht und wir meldeten uns am nächsten Morgen. Sie schlugen vor, an einen Strand zu gehen. Eine gute Idee, denn da wir am 26. Dezember ankamen war die Hauptstadt Bridgetown sozusagen „dicht“, alle Geschäfte hatten geschlossen.
Silvia und Pauline, zwei rüstige Witwen aus England, gesellten sich auch zu uns, und wir avisierten die lokale Bus Station an. Für einen Dollar pro Person, sowohl für Hin- und Rückweg, wurden wir unterhalb der Heron Bay zur St. James Parish Church gefahren, die direkt vor dem Strand lag.Der Strand war schön gelegen, das Meer heute etwas aufgebracht und wellig.
Da heute alle Einheimischen frei hatten waren die meisten am Strand und spielten im seichten Wasser mit den Kids, surften ein paar Wellen, tranken ein Bier oder konkurrierten beim Brettspiel. Wir trafen auf Brandon, einen Diplomaten der britischen Botschaft. Er hatte wohl Gefallen an meiner Liebsten gefunden und musste nun halt mit mir vorlieb nehmen, da ich Präsenz markierte. Scheinbar gefiel im Barbados nicht besonders, er bevorzugt die Schweiz.
Nach einigen Stunden am Strand machten wir uns auf den Weg zurück nach Bridgetown, und der erste Bus der so angeschrieben war winkte ich an den Strassenrand zu uns. Es war ein kleinerer Bus, und als ich meine Münzen ( die als Rückfahrtticket galten) zeigte, schickte mich der Kondukteur zuerst nach hinten, ich solle dort Platz nehmen. Etwas später kam er dann und merkte, dass der Token für diesen Bus nicht gültig war, sondern nur für die konkurrierende staatliche Buslinie. Wir bezahlten nochmals knapp einen Dollar pro Nase und gaben die übrigen Tokens später am Busbahnhof weiter.
Dass die zwei Buslinien konkurrieren, fanden wir rasch heraus: jedes Mal wenn der staatliche Bus überholte blies unser Fahrer das Horn und drückte nochmals ordentlich auf die Tube. Dieser Bus war kleiner als derjenige, der uns hingebracht hatte. Dafür war die Musik ohrenbetäubend, und unser Übername für das Gefährt lautete rasch „Reagge-Mobil“. Die Leute im Bus waren alle sehr modebewusst gekleidet, mit Markenklamotten etc. Barbados ist wohl auch die am stärksten „entwickelte“ Insel der Karibik. Wir waren natürlich die einzigen „Weissbrote“ und hatten unseren Spass.
Dabei merkten wir, dass der junge Kondukteur nicht nur die Billetpreise einzog, sondern wer ihm etwas mehr zahlte erhielt auch noch ein kleines Säckchen mit dem Wechselgeld, das bei uns auch unter dem Namen „Gras“ oder „Marihuana“ geläufig ist.
Zurück am Hafenterminal versuchte ich, einen kostenlosen Wireless Internet Hotspot zu finden – und scheiterte kläglich. Ich fand aber das Angebot von 10$ für 5 Stunden Access auch sehr attraktiv (irgendwie sollen diese Blogbeiträge ja aufgeschaltet werden), doch hatte wieder Pech, die Anmeldung endete mit einem Fehler.
Also kaufte ich mir am Kiosk eine 30 Minuten Karte für 5$, und war vollends entnervt: die Verbindung war so langsam dass ich nirgends hinkam und das restliche Guthaben verschenkte. Scheinbar waren die Terminals dann schneller, wie mir am nächsten Tag die Girls aus Kanada mitteilten. Anyway, anstatt zu bloggen genoss ich das lokale Bier und erfreute mich an den kleinen Dingen des Lebens.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen