Montag, Dezember 29, 2008

Carribean Cruise – Dominica verbreitet eine feierliche Stimmung

Der olle Kolumbus fuhr am 3.11.1493, einem Sonntag (Domingo), hier vorbei. Da die Küste felsig war gab er der Insel einfach den Namen des aktuellen Tages, „Dominica“. Doch bereits damals war die Insel von Indios bewohnt, wie später bekannt wurde – und somit hatte Kolumbus hier nur eine Insel gesichtet, aber nicht entdeckt. Das Eiland ist aber mit 26 Millionen das jüngste der Karibik – und vielleicht auch das grünste. Von den Indios leben noch gerade mal 3500 auf der Insel, welche aber ihrer Kultur versuchen treu zu bleiben.


Wir hatten auf dem Schiff eine (die erste und letzte, notabene) Tour gebucht und wurden somit früh morgens mit dem Bus abgeholt und über die Insel chauffiert. Der Fahrer brauchte die Hupe in einer Viertelstunde definitiv öfter als ich im ganzen Jahr, und das nicht nur um bei unübersichtlichen Kurven unser Kommen anzukünden, sondern auch um Bekannte oder entgegenkommende Autos zu begrüssen, Tiere wegzuscheuchen etc. Die Tour selbst war gut organisiert und lehrreich, aber wir hätten bestimmt auch selber einen Weg gefunden.

Schon als wir von Bord gingen wurden wir mit zwei Regenbogen begrüsst, und das Schauspiel setzte sich fort.



Zuerst machten wir in einem botanischen Garten halt, um Informationen zu der lokalen Fauna und Flora zu erhalten.



Dieser Schulbus wurde bei einem der heftigen Hurrikans unter einem Baum begraben, glücklicherweise befand sich niemand darin. Am Strassenrand oder im Vorgarten sah man auch in regelmässigen Abständen verrostete Autos oder verfaulte Schiffe rumliegen. Den Schlaglöchern in der Strasse sagte unsere Tourführerin mit einem Zwinkern „Speedbumps“.

Wir liessen uns weiter schaukeln nach Trafalgar Falls, zu zwei Wasserfällen im Regenwald. Ein Erlebnis war es den Besuchern zuzusehen. In aller Hektik aus dem Bus stürmen, durch den Dschungel hetzen, Kamera entsichern und drauf los schiessen, um rasch möglichst wieder im Bus in Deckung gehen zu können. Dabei war der Gang durch den Urwald ein Erlebnis an sich, und die Wasserfälle sozusagen das Pünktchen auf dem i.

Zurück im Bus fuhren wir weiter, um ein kleine Erfrischung zu erhalten. Ich entschied mich für einen „Banana Quench“, eine lokale Limonade mit süssem Bananen-Aroma. Bananen sind der Hauptexportartikel von Dominica, und wir fuhren an einigen Plantagen vorbei. Die Stauden benötigen ungefähr 9 Monate für den Reifeprozess, und damit die Vögel nicht schon vorher ihren Anteil kriegen werden die Früchte in Plastiksäcke verpackt.

Es gab auch Souvenirs zu kaufen, made in China.




Interessant auch das Nationalgericht: Froschschenkel! Mit den rund ein Pfund wiegenden Tieren wird hier alles angestellt, was wir bei uns mit Hühnchen machen.
Die Reise ging weiter zum „Emerald Pool“, einem Wasserfall mit beschwimmbarem Becken im Dschungel. Aufgrund der grünen Baumkronen reflektiert sich auch im Wasser diese Farbe. Dies war schön anzusehen, keine Frage. Doch die kurze Wanderung war für mich noch besser. Immer zwei Schritte zurück und einen vorwärts arbeitete ich mich langsam und bewusst vor, zu Staunen gab es vielerlei Anlass.




Ich traf auf einen Affen…
…riesige Bäume…
...und einen virtuosen Vogel, der sich die Seele aus dem Leib sang. Dominica, you made my day!

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