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Dienstag, Mai 22, 2007

Waddabumm - Swisscom baut die ganze Firma um!

Dass etwas im Busch ist ahnte der eine oder andere - nun herrscht Klarheit: Swisscom wird umgebaut in eine Struktur mit starkem Fokus auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden.

Dabei entstehen aus der jetzigen Struktur die drei Kundensegmente "Privatkunden", „Kleine und Mittlere Unternehmen" und "Grossunternehmen" sowie der Bereich „Netze & IT“ - eine ähnliche Organisation wie auch die deutsche Telekom oder KPN anstreben. Aus meiner Optik macht dieser Umbau absolut Sinn und hilft dabei, den Kunden wirklich optimal zu bedienen.

Details in der Swisscom Medienmitteilung und der Präsentation dazu, hier ein grafische Veranschaulichung mit den wichtigsten Köpfen aus meiner Küche.



Die Reorganisation bestätigt meine Theorie der „zyklischen Entwicklung“, im (Geschäfts)leben tauchen immer wieder ähnliche Muster auf: Entflechtung der PTT, weitgehende Autonomie der Telecom PTT, Zerschlagung der Telecom in mehrere eigenständige Gruppengesellschaften, nun wieder eine Zusammenführung. Ist dies schlecht? Ich denke nicht, denn es zeugt von einer Kontinuität auf hohem Niveau verbunden mit einer stetigen Weiterentwicklung.

Warum der Umbau? Es gibt keine klaren Grenzen mehr zwischen Telekommunikation und Media (siehe TIME Strategie), und auch Festnetz und Mobilfunk gehen fliessend ineinander über. Swisscom maximiert und erweitert das Kerngeschäft in der Schweiz und expandiert im Ausland, wie das Beispiel der Akquisition von Fastweb zeigt. Auch hier zeigt sich die zyklische Entwicklung, wenn man an die „Heart of Europe“ Strategie von 1999 denkt, wo Swisscom in ganz Europa und auch in anderen Teilen der Welt Beteiligungen an verschiedenen Telecom Firmen hatte.

Die neue Struktur von Swisscom wird es auch erlauben, übergreifende Vorhaben effizienter voranzutreiben und Partikularintressen zu reduzieren. Der Kunde und sein Erlebnis steht im Mittelpunkt, und mit der Service Champion Initiative und dieser Strukturveränderung wird dies den Mitarbeitenden klar vermittelt. Die Kultur innerhalb der einzelnen Gesellschaften von Swisscom war bis anhin zum Teil unterschiedlich, diese Karten werden nun neu gemischt. Alles in allem erscheint mir die Reorganisation sinnvoll und ich freue mich auf das, was kommen wird. Ach ja, und wie immer wird es auch einen Stellenabbau von 3-5% pro Jahr geben - typischerweise der Punkt, welcher von den Medien als Headline aufgegriffen wird.

Und wer sich fragt warum Swisscom IT Services nicht angetastet wird dem sei gesagt: "Die Marktdynamik und deren Anforderungen an die Organisation wie auch der Vertrieb im IT-Geschäft unterscheiden sich deutlich von den telekommunikationsnahen Geschäften." Wir werden sehen was die Zukunft bringt, ich könnte mir da schon ein paar Szenarien vorstellen und der neue CEO Eros Fregonas hat bestimmt auch Pläne.

Mittwoch, November 08, 2006

Alle Jahre wieder - Stellenabbau bei Swisscom

Und alle Jahre wieder streicht Swisscom ein paar hundert Stellen, der Aufschrei folgt auf dem Fusse. Ja, das ist schlimm für die betroffenen Personen, das „schläckt ke Geiss wäg“. Ich hatte in den vergangenen Jahren mehr als eine Handvoll Kollegen, deren Dienste nicht mehr gefragt waren. Es gibt Kollegen die sind immer noch auf Stellensuche, andere haben das bis heute nicht verdaut – und einige haben dies als Chance gesehen und sich dabei weiter entwickeln können, nicht zuletzt dank des Sozialplanes der seinesgleichen sucht.

Ich bin überzeugt dass wir als Swisscom mittelfristig nur profitabel bleiben und prosperieren können, wenn wir immer effizienter und effektiver werden. Dies tönt nach klassischem Shareholder Value Denken und Management Gebrabbel, doch dahinter steckt mehr. Hinter den Schlagwörtern „Effizienz“ (tun wir die Dinge richtig?) und „Effektivität“ (tun wir die richtigen Dinge?) verstecken sich die Kernfragen, die sich jedes Unternehmen stellen muss!

Um mit der Konkurrenz mithalten zu können und besser zu werden laufen in den Gruppengesellschaften Programme mit trendigen Namen wie Future 2.0, Boost etc. und nicht minder hehren Zielen. Der Markt ist längst global, die Ansprüche der Kunden verändern sich, neuer Player kommen ins Spiel, was heute Top ist kann morgen schon Flop sein, Trends müssen erkannt und aufgegriffen werden. Das Swisscom Kerngeschäft wird in 10 Jahren komplett anders aussehen, diversifiziert wird bereits heute.

Nur wer die Augen vor diesen Tatsachen nicht verschliesst und objektiv reflektiert wird weiterkommen – persönlich, wie auch als Unternehmen.