Dabei entstehen aus der jetzigen Struktur die drei Kundensegmente "Privatkunden", „Kleine und Mittlere Unternehmen" und "Grossunternehmen" sowie der Bereich „Netze & IT“ - eine ähnliche Organisation wie auch die deutsche Telekom oder KPN anstreben. Aus meiner Optik macht dieser Umbau absolut Sinn und hilft dabei, den Kunden wirklich optimal zu bedienen.
Details in der Swisscom Medienmitteilung und der Präsentation dazu, hier ein grafische Veranschaulichung mit den wichtigsten Köpfen aus meiner Küche.

Die Reorganisation bestätigt meine Theorie der „zyklischen Entwicklung“, im (Geschäfts)leben tauchen immer wieder ähnliche Muster auf: Entflechtung der PTT, weitgehende Autonomie der Telecom PTT, Zerschlagung der Telecom in mehrere eigenständige Gruppengesellschaften, nun wieder eine Zusammenführung. Ist dies schlecht? Ich denke nicht, denn es zeugt von einer Kontinuität auf hohem Niveau verbunden mit einer stetigen Weiterentwicklung.
Warum der Umbau? Es gibt keine klaren Grenzen mehr zwischen Telekommunikation und Media (siehe TIME Strategie), und auch Festnetz und Mobilfunk gehen fliessend ineinander über. Swisscom maximiert und erweitert das Kerngeschäft in der Schweiz und expandiert im Ausland, wie das Beispiel der Akquisition von Fastweb zeigt. Auch hier zeigt sich die zyklische Entwicklung, wenn man an die „Heart of Europe“ Strategie von 1999 denkt, wo Swisscom in ganz Europa und auch in anderen Teilen der Welt Beteiligungen an verschiedenen Telecom Firmen hatte.
Die neue Struktur von Swisscom wird es auch erlauben, übergreifende Vorhaben effizienter voranzutreiben und Partikularintressen zu reduzieren. Der Kunde und sein Erlebnis steht im Mittelpunkt, und mit der Service Champion Initiative und dieser Strukturveränderung wird dies den Mitarbeitenden klar vermittelt. Die Kultur innerhalb der einzelnen Gesellschaften von Swisscom war bis anhin zum Teil unterschiedlich, diese Karten werden nun neu gemischt. Alles in allem erscheint mir die Reorganisation sinnvoll und ich freue mich auf das, was kommen wird. Ach ja, und wie immer wird es auch einen Stellenabbau von 3-5% pro Jahr geben - typischerweise der Punkt, welcher von den Medien als Headline aufgegriffen wird.
Und wer sich fragt warum Swisscom IT Services nicht angetastet wird dem sei gesagt: "Die Marktdynamik und deren Anforderungen an die Organisation wie auch der Vertrieb im IT-Geschäft unterscheiden sich deutlich von den telekommunikationsnahen Geschäften." Wir werden sehen was die Zukunft bringt, ich könnte mir da schon ein paar Szenarien vorstellen und der neue CEO Eros Fregonas hat bestimmt auch Pläne.
1 Kommentar:
Meine Vermutung warum Swisscom IT Services nicht angetastet wird ist eine andere. Es gibt bestehende Verpflichtungen auf dem Drittmarkt und deshalb muss diese Tochtergesellschaft noch so bleiben wie sie ist (Etwas laienhaft ausgedrückt, aber du verstehst mich sicher). Mittelfristig gesehen werden die telecomnahen Teile in die neue Swisscom Schweiz ingesourced und das was übrigbleibt abgestossen, respektive Interessierten (z.B. the big blue) verkauft. Somit wäre die Swisscom Schweiz dann wieder nur mit Core Technology vertreten und einem neuen und wettbewerbsfähigen Netz ohne GG mit Altlasten (sprich bestehende nicht sehr rentablen Outsourcings).
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