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Dienstag, November 20, 2007

Ausländische Investoren ante portas - und was die globalisierte Zukunft den Schweizern bringt Part I

Heute Abend war ich an einem Anlass des "Berner Efficiency Clubs" und der Bank Coutts von Ernst im Berner Bellevue. Teilnehmer des Anlasses waren wohl die Mitglieder des Klubs, Leute aus dem Bankingbereich und deren Klienten, im Durchschnitt pensioniert und wohlhabend - sowie mein Kollege Jan und ich, die uns am Referat von Ex-Botschafter Thomas Borer-Fielding den Horizont zum Thema "Ausländische Investoren ante portas - Auswirkungen auf den Wirtschafts- und Börsenstandort Schweiz" erweitern wollten (ohne die genannte Attribute "wohlhabend" und "pensioniert" zu vertreten ;-) ).

Eingangs gab es ein nichtssagendes Promo Video der Bank Coutts von Ernst, das zeigen sollte wie toll und erfolgreich man wohl bei einer "Zusammenarbeit" wird. 3000 Leute der Bank in über 40 Ländern betreuen über 100 000 Kunden, ob Queen Elizabeth und David Beckham dort ein und ausgehen wollte der Speaker dann weder bestätigen noch dementieren, doch Namedropping passt schon ;-).

Seine folgenden Ergüsse über Serotonin und Erfolg sowie der Bank Coutts von Ernst liessen wir über uns ergehen. Unser ehemaliger Botschafter in Deutschland brach dann das Eis - er sei nicht so eingebildet zu glauben, dass wir alle wegen ihm gekommen sind, er denke eher an das Kaviar-Champagner Buffett oder dass wir seine Frau im Schlepptau erwartet hätten.

Die Agenda seines Referats präsentierte sich wie folgt:
  • Ausländische Investoren
  • Märkte und Chancen
  • Wettbewerb
  • Tipps

Nachdem der Blick titelte, dass Viktor Vekselberg die halbe Schweiz unter Mithilfe des Ex-Botschafters kaufen wolle, muss Borer aufklären: Die Öffentlichkeit nimmt die Wirtschaft oft nicht so wahr, wie sie tatsächlich funktioniert. Sichtbar sind die neuen unbekannten Gesichter, welche vertraute Namen verdrängen. Doch in Tat und Wahrheit wollen diese (nur) Leute investieren, und wie der Kleinanleger auch ein bisschen gute Rendite erzielen.

Ein Beispiel ist die Oerlikon Bührle: Der Mythos ist dass ein Schweizer Traditionsunternehmen an österreichische "Raubritter" gefallen sein. Fakt: Die Österreicher Ronny Pecik und Mirko Kovats haben die Oerlikon Bührle grundlegend saniert, der Aktienkurs hat sich seitdem stetig verbessert.

Mythos ist auch, dass einheimische Investoren sich besser um das Unternehmen kümmern. Fakt ist aber, dass der Niedergang vieler Schweizer Unternehmer durch deren Verwaltungsräte verursacht wurde (bspw. Swissair, Sulzer, Ascom,…)

Fortsetzung folgt...