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Dienstag, November 20, 2007

Ausländische Investoren ante portas - und was die globalisierte Zukunft den Schweizern bringt Part II

Einleitung siehe hier - die westliche Globalisierung im Sinne der Marktöffnung erleichtert den Kapitalfluss, doch die umfassende Globalisierung führt nun zum Wachstum in Schwellenländern und neuen Teilnehmern am Kapitalmarkt, was die bisherigen global agierenden Länder verunsichert.

Abu Dhabi soll 400-400 Milliarden US Dollar für Investitionen im Ausland zur Verfügung haben, Norwegen rund 300 Milliarden - und Russland, kürzlich noch ein riesiger Schuldner, hat ebenfalls viel freies Kapital.

Ausländische Staatsfonds werden wichtiger, die Private Equity zieht sich zurück (Kreditkrise). Anfällig für ausländische Investoren ist der Finanz- und Grundstoffsektor.

Doch auch die Schweizer haben gut gefüllte Kriegskassen, das Management muss nun geschickt haushalten (Ausschüttung, Akquise, neue Märkte eröffnen). Und nicht zu vergessen: auch die Schweiz hat viele verfügbare Mittel, nämlich die Pensionskassen! Diese legen das Geld bereits heute global - mehr oder weniger geschickt - an.

Fazit: Ausländische Investoren sind "ante portas" (vor den Türen), und positiv ist dass nicht nur die Schweiz marktwirtschaftlich denkt.

Doch die Globalisierung ist keine "Verwestlichung" der Kultur, denn auch andere Kulturkreise, Sprachen und Sitten behalten in Zukunft ihre Eigenständigkeit. China wird vermutlich im Jahre 2025 die USA als stärkste Wirtschaftsmacht ablösen. Doch obwohl uns das Ausland fremd vorkommt, muss festgehalten werden dass der Markt keine unterschiedlichen Kulturen kennt. Er kennt nur gescheite und dumme Manager (wobei die gescheiten global agieren und investieren).

Die Kehrseite der Medaille darf nicht ausgelassen werden:

  • Übernahme von Firmen durch Staatsfonds, die nicht wirtschaftliche Interessen verfolgen
  • Abschöpfen von Gewinnen in andere Volkswirtschaften
  • "Patentklau" und Verletzung durch Urheberrechte sowie Know How Transfer in andere Länder (vergl. den Grepper Beitrag)
  • Abbau von Arbeitsplätzen (durch Schweizer Manager, die eine Auslagerung/Offshoring voran getrieben haben)

Fazit: Eigene Unternehmen sollen gestützt werden und von aussenstehenden Einflüssen geschützt werden - doch so funktioniert der Markt nicht.

Vorteile des freien Markts

  • Optimale Allokation, das Geld fliesst dorthin wo es die beste Rendite erwartet
  • Effizienzsteigerung, Marktverzerrungen werden vom Wettbewerb bestraft
  • Wichtiger Standortfaktor, weltweite Investitionen in die Schweoz ziehen internationales Management nach sich
  • Guter Indikator, die Tatsache dass bei uns investiert wird, unterstreicht das Potential der Schweizer Unternehmer

Fazit: Wir Schweizer müssen keine Angst vor dem Wettbewerb haben, die Schweiz hat immer vom Kapitalmarkt profitiert.

Die Schweiz ist eine offene Volkswirtschaft. Im Ranking des "Heritage index of economic freedom" steht die Schweiz auf Platz 9, unsere Nachbarn stehen viel schlechter da (Italien: 60, Deutschland 19, Frankreich 45, Österreich 25) - Irland und Norwegen sind jedoch Konkurrenten, die es ernst zu nehmen gilt! Die Botschaft lautet: Globalisierung ist keine Einbahnstrasse, vor allem Schweizer Unternehmen gehören zu den Grossinvestoren im Ausland.

Beispiel Russland als Energielieferant - was passiert wenn Putin (uns) den Hahn zudreht? Eigentlich nichts, weil wir dann im Gegenzug den Geldhahn zudrehen ;-). Westeuropa sollte sich mit Russland verbinden, um in der globalisierten Welt bestehen zu können und voneinander zu profitieren. Eine stärkere Abhängigkeit voneinander verhindert einen zweiten kalten Krieg und garantiert unsere Energiesicherheit.

Die Negativbeispiele sind aber zahlreich, zum Beispiel in Deutschland wo strategische Investitionen per Gesetz vor institutionellen Geldgebern geschützt werden sollen. Doch auch Amerika schiebt den Heimatschutz als Begründung vor, dass Dubai nicht in den USA investieren kann (Dubai Port Worlds controversy).

Thomas Borer-Fielding sieht folgende Agenda für die Schweiz:

  • Gleichbehandlung von in- und ausländischen Investitionen
  • Keine verdeckten Abschottungen wie willkürliche Vinkulierung im Rahmen der Transparenz
  • Investorenfreundliches Steuersystem beibehalten
  • Standortwerbung, Meinungsmacher unter Investoren im Ausland sind zu gewinnen
  • Zu schützende Unternehmen sind aus dem Markt herauszulösen und sollen nicht über Aktien kapitalisiert sein

Und zum Schluss fünf Tipps:

  1. Haben Sie Vertrauen in die heilenden Kräfte des Markts!
  2. Nehmen Sie ausländisches Investment als Indikator für ihre eigenen Entscheidungen (Dort wo ausländische Anleger Geld investieren, erwarten diese auch langfristige Gewinne)
  3. Seien Sie vorsichtig bei "nationalen Champions", ohne staatliche Hilden sind diese vermeintlichen Riesen oft klein
  4. Suchen Sie nach strategischen Verknüpfungen bei ausländischen Fusionen
  5. Glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung über die Schlechtigkeit ausländischer Investoren steht (manch einer beschäftigt sogar einen ehemaligen Schweizer Botschafter ;-) )

Ausländische Investoren ante portas - und was die globalisierte Zukunft den Schweizern bringt Part I

Heute Abend war ich an einem Anlass des "Berner Efficiency Clubs" und der Bank Coutts von Ernst im Berner Bellevue. Teilnehmer des Anlasses waren wohl die Mitglieder des Klubs, Leute aus dem Bankingbereich und deren Klienten, im Durchschnitt pensioniert und wohlhabend - sowie mein Kollege Jan und ich, die uns am Referat von Ex-Botschafter Thomas Borer-Fielding den Horizont zum Thema "Ausländische Investoren ante portas - Auswirkungen auf den Wirtschafts- und Börsenstandort Schweiz" erweitern wollten (ohne die genannte Attribute "wohlhabend" und "pensioniert" zu vertreten ;-) ).

Eingangs gab es ein nichtssagendes Promo Video der Bank Coutts von Ernst, das zeigen sollte wie toll und erfolgreich man wohl bei einer "Zusammenarbeit" wird. 3000 Leute der Bank in über 40 Ländern betreuen über 100 000 Kunden, ob Queen Elizabeth und David Beckham dort ein und ausgehen wollte der Speaker dann weder bestätigen noch dementieren, doch Namedropping passt schon ;-).

Seine folgenden Ergüsse über Serotonin und Erfolg sowie der Bank Coutts von Ernst liessen wir über uns ergehen. Unser ehemaliger Botschafter in Deutschland brach dann das Eis - er sei nicht so eingebildet zu glauben, dass wir alle wegen ihm gekommen sind, er denke eher an das Kaviar-Champagner Buffett oder dass wir seine Frau im Schlepptau erwartet hätten.

Die Agenda seines Referats präsentierte sich wie folgt:
  • Ausländische Investoren
  • Märkte und Chancen
  • Wettbewerb
  • Tipps

Nachdem der Blick titelte, dass Viktor Vekselberg die halbe Schweiz unter Mithilfe des Ex-Botschafters kaufen wolle, muss Borer aufklären: Die Öffentlichkeit nimmt die Wirtschaft oft nicht so wahr, wie sie tatsächlich funktioniert. Sichtbar sind die neuen unbekannten Gesichter, welche vertraute Namen verdrängen. Doch in Tat und Wahrheit wollen diese (nur) Leute investieren, und wie der Kleinanleger auch ein bisschen gute Rendite erzielen.

Ein Beispiel ist die Oerlikon Bührle: Der Mythos ist dass ein Schweizer Traditionsunternehmen an österreichische "Raubritter" gefallen sein. Fakt: Die Österreicher Ronny Pecik und Mirko Kovats haben die Oerlikon Bührle grundlegend saniert, der Aktienkurs hat sich seitdem stetig verbessert.

Mythos ist auch, dass einheimische Investoren sich besser um das Unternehmen kümmern. Fakt ist aber, dass der Niedergang vieler Schweizer Unternehmer durch deren Verwaltungsräte verursacht wurde (bspw. Swissair, Sulzer, Ascom,…)

Fortsetzung folgt...

Samstag, November 03, 2007

Die Schlacht um das Profil ist eröffnet

Yasni ist die neue Personensuche für die Schweiz und aggregiert Daten von (Social Networking) Plattformen wie Amazon, XING, MySpace etc.

Meine Begeisterung hält sich aber in Grenzen, denn als Bild wird das Porträt von Stefan Bucher angezeigt und die Schweizer-Personen-Suchmaschine bringt auch viele Infos von meinem deutschen Namensvetter. Und ausserdem fehlt mein toller Blog gänzlich in den Resultaten... ;-)

Erschwerend kommt hinzu dass es bereits jede Menge etablierter Plattformen zur Personensuche und Profilverwaltung gibt:

Die Schlacht um das Profil ist eröffnet, möge der Bessere gewinnen!