Einleitung siehe hier - die westliche Globalisierung im Sinne der Marktöffnung erleichtert den Kapitalfluss, doch die umfassende Globalisierung führt nun zum Wachstum in Schwellenländern und neuen Teilnehmern am Kapitalmarkt, was die bisherigen global agierenden Länder verunsichert.
Abu Dhabi soll 400-400 Milliarden US Dollar für Investitionen im Ausland zur Verfügung haben, Norwegen rund 300 Milliarden - und Russland, kürzlich noch ein riesiger Schuldner, hat ebenfalls viel freies Kapital.
Ausländische Staatsfonds werden wichtiger, die Private Equity zieht sich zurück (Kreditkrise). Anfällig für ausländische Investoren ist der Finanz- und Grundstoffsektor.
Doch auch die Schweizer haben gut gefüllte Kriegskassen, das Management muss nun geschickt haushalten (Ausschüttung, Akquise, neue Märkte eröffnen). Und nicht zu vergessen: auch die Schweiz hat viele verfügbare Mittel, nämlich die Pensionskassen! Diese legen das Geld bereits heute global - mehr oder weniger geschickt - an.
Fazit: Ausländische Investoren sind "ante portas" (vor den Türen), und positiv ist dass nicht nur die Schweiz marktwirtschaftlich denkt.
Doch die Globalisierung ist keine "Verwestlichung" der Kultur, denn auch andere Kulturkreise, Sprachen und Sitten behalten in Zukunft ihre Eigenständigkeit. China wird vermutlich im Jahre 2025 die USA als stärkste Wirtschaftsmacht ablösen. Doch obwohl uns das Ausland fremd vorkommt, muss festgehalten werden dass der Markt keine unterschiedlichen Kulturen kennt. Er kennt nur gescheite und dumme Manager (wobei die gescheiten global agieren und investieren).
Die Kehrseite der Medaille darf nicht ausgelassen werden:
- Übernahme von Firmen durch Staatsfonds, die nicht wirtschaftliche Interessen verfolgen
- Abschöpfen von Gewinnen in andere Volkswirtschaften
- "Patentklau" und Verletzung durch Urheberrechte sowie Know How Transfer in andere Länder (vergl. den Grepper Beitrag)
- Abbau von Arbeitsplätzen (durch Schweizer Manager, die eine Auslagerung/Offshoring voran getrieben haben)
Fazit: Eigene Unternehmen sollen gestützt werden und von aussenstehenden Einflüssen geschützt werden - doch so funktioniert der Markt nicht.
Vorteile des freien Markts
- Optimale Allokation, das Geld fliesst dorthin wo es die beste Rendite erwartet
- Effizienzsteigerung, Marktverzerrungen werden vom Wettbewerb bestraft
- Wichtiger Standortfaktor, weltweite Investitionen in die Schweoz ziehen internationales Management nach sich
- Guter Indikator, die Tatsache dass bei uns investiert wird, unterstreicht das Potential der Schweizer Unternehmer
Fazit: Wir Schweizer müssen keine Angst vor dem Wettbewerb haben, die Schweiz hat immer vom Kapitalmarkt profitiert.
Die Schweiz ist eine offene Volkswirtschaft. Im Ranking des "Heritage index of economic freedom" steht die Schweiz auf Platz 9, unsere Nachbarn stehen viel schlechter da (Italien: 60, Deutschland 19, Frankreich 45, Österreich 25) - Irland und Norwegen sind jedoch Konkurrenten, die es ernst zu nehmen gilt! Die Botschaft lautet: Globalisierung ist keine Einbahnstrasse, vor allem Schweizer Unternehmen gehören zu den Grossinvestoren im Ausland.
Beispiel Russland als Energielieferant - was passiert wenn Putin (uns) den Hahn zudreht? Eigentlich nichts, weil wir dann im Gegenzug den Geldhahn zudrehen ;-). Westeuropa sollte sich mit Russland verbinden, um in der globalisierten Welt bestehen zu können und voneinander zu profitieren. Eine stärkere Abhängigkeit voneinander verhindert einen zweiten kalten Krieg und garantiert unsere Energiesicherheit.
Die Negativbeispiele sind aber zahlreich, zum Beispiel in Deutschland wo strategische Investitionen per Gesetz vor institutionellen Geldgebern geschützt werden sollen. Doch auch Amerika schiebt den Heimatschutz als Begründung vor, dass Dubai nicht in den USA investieren kann (Dubai Port Worlds controversy).
Thomas Borer-Fielding sieht folgende Agenda für die Schweiz:
- Gleichbehandlung von in- und ausländischen Investitionen
- Keine verdeckten Abschottungen wie willkürliche Vinkulierung im Rahmen der Transparenz
- Investorenfreundliches Steuersystem beibehalten
- Standortwerbung, Meinungsmacher unter Investoren im Ausland sind zu gewinnen
- Zu schützende Unternehmen sind aus dem Markt herauszulösen und sollen nicht über Aktien kapitalisiert sein
Und zum Schluss fünf Tipps:
- Haben Sie Vertrauen in die heilenden Kräfte des Markts!
- Nehmen Sie ausländisches Investment als Indikator für ihre eigenen Entscheidungen (Dort wo ausländische Anleger Geld investieren, erwarten diese auch langfristige Gewinne)
- Seien Sie vorsichtig bei "nationalen Champions", ohne staatliche Hilden sind diese vermeintlichen Riesen oft klein
- Suchen Sie nach strategischen Verknüpfungen bei ausländischen Fusionen
- Glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung über die Schlechtigkeit ausländischer Investoren steht (manch einer beschäftigt sogar einen ehemaligen Schweizer Botschafter ;-) )
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