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Samstag, September 29, 2007

Korfu - Memories in bits and bytes

Die Auswahl der Fotos ist getroffen, hier ist sie zu finden.

Montag, September 24, 2007

Korfu – Unser Hotel ist ganz in Englands Hand

Unser Hotel war nicht unbedingt ein Glücksgriff. Die Zimmer waren wohl vor 20 Jahren mal grosse Klasse, jetzt aber eher etwas verlottert und nicht unbedingt dem schweizerischen Reinheitsgebot entsprechend.


In unserem Hotel sind sicherlich 95% der Gäste Engländer – weitere 95% davon über 60 Jahre alt. Nicht unbedingt die optimale Wahl für 2 Wochen erholsame Ferien. Was ich an den Briten sehr schätze ist ihre Höflichkeit – zumindest bis die Schlacht am Buffet eröffnet wurde ;-).

Wo ich mich frage ist wie es mit der Aufklärung ausschaut. Ich habe den Verdacht dass es eine gezielte Desinformationskampagne in England gegeben hat, wie sonst liesse sich erklären dass sich alle sofort wie die Brathähnchen in die Sonne legen, um schön kross gebraten zu werden? Selten habe ich so viele Sonnenbrände auf einem Haufen gesehen.

Nun denn, um dafür eine Erklärung zu finden ziehe ich gerne meine Erkenntnis zu Rate, dass sich Intelligenz nun mal nicht kaufen lässt.

Interessant sind die Hefte und Bücher, die sich in der Bibliothek finden.


Reader’s Digest, Angler- und Jägerhefte, Fussball, Klatsch und Tratsch – doch wo sind die Kronjuwelen wie „The Economist“ denn geblieben? Naja, zur Not gibt es ja am Kiosk immer noch ein griechisches Penthouse oder Playboy.

Korfu – Schnäppchenjagd in Corfu Town Kerkyra

Wir besuchten auch mehrmals die Hauptstadt von Korfu, Kerkyra - statt mit dem Hotelbus (15 Euro) auf eigene Faust mit dem lokalen Bus (2.50 Euro). Circa 40 000 Korfioten leben dort, also ein recht übersichtliches Fleckchen.


Wir bummelten durch die Gassen, bewaffnet mit Fotoapparat, und plünderten die Souvenirshops (Versace Ledergurt für 2 Euro). Kulturell war es nicht der Brüller, man kann sich die alte Festung ansehen (was wir taten) und im Reiseführer von der venezianischen Vergangenheit lesen.



Aber Korfu bietet viele schöne Fotomotive, im Schnitt fallen mir so gegen 100 davon pro Tag zum Opfer ;-).

Im Café trafen wir auf Schwarzafrikaner, welche als fliegende Händler ihre Waren preisten. Wo früher Taschen, Schmuck, Uhren und Hüte feilgeboten wurden gibt es heute CDs und DVDs. In Anbetracht der vier TV Sender im Hotel (einziger deutscher Sender ist das ZDF) feilschte ich und erstand dann 6 brandneue Filme (zum Teil noch nicht im Kino bei uns) für 20 Euro. Der junge Mann, der uns die DVDs verkaufte, studiert an der Uni und finanziert sich damit seine Ausbildung. Die Filme waren ganz passabel, so dass wir ein paar Tage später Nachschub holten.

Korfu - Beobachtungen eines Reisenden

In fremden Ländern falle ich immer in eine stille Beobachterrolle, was Menschen, Sitten und Gebräuche angeht. Hier auf Korfu ist das nicht anders.

Da stellt sich bei mir rasch die Frage, warum denn die Toiletten so klein gebaut sind, dass man sich oft fast nicht darin um die eigene Achse drehen kann. Oder warum dass die Hälfte der Häuser nur halb fertig erscheint, resp. viele Häuser am verlottern sind.


Darauf habe ich nun Antworten gefunden. Da die Griechen nicht unbedingt grosses Vertrauen in die Banken haben, wird gebaut so lange das Geld reicht – und wenn da die Kassen wieder voller sind erfolgt der nächste Bauschub. Die alten abbruchreifen Häuser gehören irgendwelchen Familien, wo die Erben nicht auffindbar oder im Ausland sind. Die Obrigkeit hat da keine Gewalt einzugreifen.

Im Restaurant schenkt sich der Gast das bestellte Getränk aus der Flasche selbst ins Glas ein, wo bei uns normalerweise der Kellner Hand anlegt. Einige Kellner trällern munter ihre Liedchen, was man dafür bei uns eher selten antrifft. Cola Zero, ein von mir gern getrunkenes Blubberwasser, gibt es hier fast nirgends. Nun denn, zur Not komme ich auch mit einem Cola light über die Runden.


Als Vegetarier ist es nicht immer ganz einfach, etwas gluschtiges auf den Tisch zu kriegen. Mittlerweile kann ich mich schon fast als Experten für den „griechischen Salat“ bezeichnen (Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Peperoni, Blattsalat, Feta an Öl und Essig).

Das Essen wird dann immer von einem Kampf mit den Wespen begleitet, welche hier in überproportionaler Dichte auftreten. Streunende Katzen sind auch des öftern Zaungäste des Geschehens, der Kampf der Gladiatoren scheint ihnen Gefallen zu bereiten ;-)…

Donnerstag, September 20, 2007

Korfu: Im Banne der senilen Engländer und der bezaubernden Umgebung

So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber alles schön der Reihe nach. Am Freitag Abend nach getaner Arbeit packten wir unsere Koffer fertig und machen uns auf, Richtung Basel. Wir hatten dort im Airport Hotel Basel ein Zimmer gebucht, sehr zu empfehlen – nah zum Flughafen, Casino gleich nebendran und modern eingerichtet – für 80 CHF, notabene.

Am nächsten Morgen (besser gesagt um 4 30 Uhr in der Nacht) klingelte uns der Wecker aus den süssen Träumen und wir machten uns mit dem ersten Bus auf an den Flughafen. Der Check In ging ganz rasch vonstatten, und der Flug nach Korfu ebenfalls. Die Dame beim Check In fragte mich, ob ich beim Notausgang sitzen wolle – da hätte ich mehr Beinfreiheit. Mein Frage, ob ich dann da auch ein Fenster hätte, wurde bejaht. Ich hatte dummerweise nicht nach der Grösse des Fensters gefragt, und so verbrachte ich den 2 stündigen Flug mit Lesen statt rausschauen…


In Korfu angekommen wurden wir an der Passkontrolle einfach durchgewinkt und nahmen unser Gepäck entgegen. Dann fuhr uns ein Taxi quer über die Insel in den Ort Agios Gordis. Die Fahrt war abenteuerlich und wild – nicht wegen der Landschaft, sondern weil der Taxifahrer die schmalen Serpentinen mit einer Rennstrecke verwechselt hatte. Dios mio, mehr als einmal verkrampften sich alle meine Glieder. Mit 80km/h durchs Dorf (erlaubt waren 40 km/h), mit Gehupe um die nächste Ecke.

Dann waren wir also angekommen, in unserem Hotel. Die Ernüchterung war gross, als wir feststellten dass es sich um ein Altersheim für englische Pensionäre handelt. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass unsere Nachbarn alle an seniler Bettflucht leiden, kurz nach 7 Uhr war an Weiterschlafen nicht mehr zu denken – nicht zuletzt wegen den dünnen Wänden, fast aus Pappmaché.

Auch das Zimmer entsprach nicht unbedingt unseren verwöhnten Ansprüchen, was Sauberkeit, Komfort und Qualität anging – auf jeden Fall weit entfernt von der gebuchten „gehobenen Kategorie“. Nun denn, also ab ans Frühstücksbuffet, welches ganz der englischen Küche entsprach. Speck, Würstchen, Bohnen – was der Brite nach einer durchzechten Nacht halt so braucht, um wieder in die Gänge zu kommen. Aber nicht was sich der Schweizer so vorstellt unter "reichhaltigem Frühstück".

Wir erkundeten die Gegend, welche wirklich sehr schön ist. Agios Gordis liegt eingerahmt in einer Bucht, charakteristisches Erkennungsmerkmal ist der Felsen, welcher etwas von der Küste entfernt aus dem Meer ragt. Das Wetter grandios, 28° Celsius und ein leichtes Lüftchen, der Himmel blau und wolkenlos. Am Strand gab es noch genug freie Plätze, und für 8 Euro kamen wir zu Schirm und Stühlen und genossen das Rauschen der Wellen. Mit einem sehr romantischen Sonnenuntergang konnten wir den Tag beschliessen.