Swisscom ist in aller Munde. Wir sind gespannt was die heutige Medienkonferenz aufzeigt. Ich habe an diesem Wochenende einen Spaziergang durch die Blogosphäre gemacht und einige nicht represäntative Quotes zum brandaktuellen Thema "Swisscom" zusammenstestellt. Viel Spass beim Schmökern!(Quelle: Karikatur aus dem Tagesanzeiger)
eMeidi: "Die Swisscom kommt mir in letzter Zeit immer mehr wie ein typisch schweizerischer männlicher Party-Gänger vor, der im schönsten Outfit, akzeptablem Körperbau und Schlüssel eines deutschen Luxuswagens in der rechten Hosentasche um drei Uhr morgens mitten auf der Tanzfläche steht, etwas verloren, und sich verzweifelt nach der Frau des Lebens umschaut. Doch keines der göttlichen Geschöpfe widmet ihm einen Blick, er wird nicht beachtet.
Als sich ihm fünf vor zwö... Drei ein hässliches Entlein nähert, brennen dem Herr Suiz Khom die Sicherungen durch - obwohl sie in einer deutlich tieferen Liga als er spielt, fährt er nun das für den ganzen Abend aufgesparte Programm auf. Der Kessel steht schliesslich unter Druck. Und was er in den letzten fünf Minuten alles an Pulver verfeuert, wird ihn am nächsten Morgen selbst etwas erstaunen. Dann wird er aber auch wieder weniger unter Einfluss der in seinen Blutbahnen herumschwirrenden Hormonen sein und wieder klarer denken können.
Für seine Eskapaden wird er nur ein schwaches Lächeln übrig haben und sich für das nächste Mal vornehmen, eine andere Taktik anzuwenden. Welche, ist ihm noch nicht ganz klar."
Christian Levrat: "Wären die Folgen nicht so gravierend, würde der Kommunikations-Wirrwarr des Bundesrats zu den Swisscom-Entscheiden höchstens zu ein paar spitzen Bemerkungen Anlass geben. Aber es geht dabei um sehr viel. Als der Bundesrat am Freitag während der Börsenzeiten bekanntgab, der Swisscom Auslandengagements zu verbieten, führte das zu einem momentanen Einbruch der Swisscom-Titel und damit zu einer Wertvernichtung von fast einer Milliarde für den Bund. Keine spitzen Bemerkungen also, sondern eine klare Verurteilung dieses augenscheinlichen Manövers."
Le mont de Sisyphe: "Die rückwärtsgewandten Möchtegern-Revoluzzis von der erzkonservativen Gutmenschenbrigade™ haben neue
Kampfparolen für die kommende "sozial kalte" Zeit gefasst. Die geplante Privatisierung der Swisscom wird mit der alter Leier des "Särvis Püblik" bekämpft, die Swisscom gehöre schliesslich "dem Volk und nicht der Börse". Die SP von Hans-Jürg Fehr ist abgedroschener denn je (er auch übrigens). Ich frage mich anhand solcher billiger Rhetorik, ob denen sonst eigentlich nicht mal etwas neues einfällt."
Schweizeransichten: "Das grösste Risiko liegt aber bei der Swisscom im Markt selber. Der Telekommunikationsmarkt ist international. Die Swisscom kann in der heutigen Form nur beschränkt Allianzen eingehen. Die Technologie wechselt rasch und die Investitionen sind beträchtlich. In kurzer Zeit müssen grosse Abschreibungen erwirtschaftet werden. (FDP Statement)"
le monde de tinu: "Als es um die Milliardenausgaben des Bundes bei der Expo.02 und der Rettung der Swissair ging, konnte die SVP nicht laut genug von der Verschwendung von Bundesmitteln klagen. Als nun der Bundesrat völlig ungeschickt und falsch zuerst seine Ausstieg bei der Swisscom und dann das Verbot für diese Auslandengagements einzugehen, wohlverstanden eine privatrechtlichen und börsenkotierten Aktiengesellschaft, bekannt gab und somit 1,5 Milliarden von Bundesvermögen vernichtete, gab es seitens der SVP-Vertreter nur wohlwollende Kommentar führ diese Strategie. Auf ihrer Webseite findet man folgendes: „Das ein solcher Bundesratsentscheid kurzfristig dämpfend auf die Aktienkurse wirkte ist klar.“So kennen wir zumindest die Definition der SVP von linkem und rechtem „verschwendetem“ Geld..."
Guru's Blog: "Ja, hier müssen schon mal ein paar Fakten korrigiert, berichtigt werden. Geht es eigentlich an, dass jeder der eine Seite schreiben kann beim Tages Anzeiger zum Journalist erkoren wird ?Offensichtlich, und immer mehr braucht der durchschnittliche Tages-Anzeiger Journalist, überhaupt keine Ahnung vom Fachbereich mehr. Ist das neu ? Nein, ist es nicht, aber wenn es um 17 Mia. bei der Swisscom geht wäre minimale Sorgfalt und Sachverstand angebracht."
Blogg.ch: "«Was ich gesehen habe, war sehr unprofessionell» sagt Ökonom Rudolf Volkart über Jens Alders Strategie, im Ausland gross einzukaufen, in einem
Interview mit der Sonntagszeitung. ... Und Beobachter wundern sich, weshalb der
Nummer-1-Stellenabbauer der Branche Jens Alder in der Politik so gut wegkommt. "
Swisscom 2010: "Es ist meine Ueberzeugung, dass die Anpassung des Aktionariats der Swisscom an die neuen Gegebenheiten überfällig ist und im Gesamtinteresse der Schweiz liegt. Bei einer Gewichtung der für den Erfolg eines Telekommunikationsunternehmens relevanten Kriterien erfährt der Service public nur noch eine untergeordnete Rolle. Ohne eine Restrukturierung des Aktionariats ist der wertmässige Substanzverlust der Swisscom vorgezeichnet. Mit nostalgischen Gefühlen und rückwärts gewandtem Denken werden keine qualifizierten Arbeitsplätze für unsere Jugend geschaffen. Fazit: Der Vorstoss des Bundesrates in der Angelegenheit Swisscom ist absolut folgerichtig. Die heutige Konstellation mit dem Aktionariat ist überholt. Belässt man es beim Status quo, so ist ein erheblicher volkswirtschaftlicher Schaden nicht zu vermeiden. "
Innovationwings: "Technologisch betrachtet stehen gleich zwei neue Technologien vor der Tür, die das Wettbewerbsumfeld für Telecom-Konzerne grundsätzlich verändern werden: Internet-Telefonie wird im klassischen Festnetz einen bedeutenden Umsatzrückgang verursachen. WiMax ist eine neue WLAN-Technologie, die das Potential hat, die ganze Telefonie und auch Fernsehen zu einem Bruchteil der heutigen Preise abzuwickeln. Vor diesem Hintergrund huschhusch ins Ausland zu expandieren und drahtgebundene Telecom-Firmen zusammenzukaufen erscheint nicht besonders weise."
Ordnungspolitischer Blog: "Der
Bund will die Swisscom-Aktien verkaufen. Bundesrat Merz ist der Meinung, dass der Bund das unternehmerische Risiko nicht mittragen könne. Tatsächlich sind Aktien immer mit einem erheblichen Risiko behaftet - zumal in einer Branche, welche Wachstum mittels teurer und risikoreicher Akquisitionen im Ausland realisiert. Bei jeder Neuemission von Aktien wird mittels “Wagnishinweis” ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Investoren auch damit rechnen müssen, ihr Geld zu verlieren."
Schutzkreis: "Merz spielt Swisscom Chef. Schlecht gemacht, Herr Merz! Als selbsternannter Swisscom-«Chef» hat er schon am ersten Tag versagt. Die Börse bestrafte die Einmischung des Finanzministers in die Geschäfte der Swisscom.
-> Bundesrat verteidigt Verbot von Auslandszukäufen der Swisscom
-> . Bundesrat Blocher kann das «Risikio» Swisscom nicht schnell genug loswerden. Anders sieht es das Volk: Laut einer Umfrage wollen die meisten Schweizer, dass der Bund die Mehrheit an der Swisscom behält.
->"
The i-Kew: "Theoretically, Swisscom can ignore the "Government representative" who sits, by law, on the board. He only has a vote. Trouble is that vote is one the Government of Switzerland controls, and their instructions are clear: he has to
vote against "a possible acquisition that Swisscom might make abroad and, instead, to support the distribution of free capital to shareholders.""