Die Idee ist so simpel wie erfolgsversprechend: Ideen sollen sich in neuen Unternehmen manifestieren und die Entwicklung der IT Kompetenz stimulieren.
Der Anlass zu diesem Vorhaben fand heute Abend in Genf statt. Ein Panel aus jungen "Wilden" wie auch „Senioren“ haben aus 50 Ideen 8 ausgewählt, die dort vor grossem Publikum präsentiert werden konnten. Das Panel, welches diese challengte (wie sagt man dem auf Neudeutsch am besten?!) bestand aus Ouriel Ohayon, Fred Destin (VC von Atlas Venture), Pierre Chappaz (Kelkoo, Wikio, Netvibes), Jasper Bouwsma (Swisscom Incubation), Faris Sabeti (Coach at CTI) und natürlich Weltklassblogger Robert Scoble. Nicht zu vergessen der von Laurent Haug (Organisator der LIFT Conference) angeheuerte Guido van Nispen, der ihn mit dem Mikro und einem Schlachtruf „Vite, Vite, Vite“ durch die Reihen scheuchte
Hier also in eine kurze Übersicht der vorgestellten Projekte:
1. www.viewdle.tv wurde von Barry Shiftman, dem Co-Founder und COO vorgestellt. Es handelt sich um eine Software, welche Personen und deren Statements in Videos erkennt. Dies erlaubt die Suche innerhalb von Videodaten, Gesichtserkennung etc. – und das nicht basierend auf Tagging, sondern Logik. Aktuell nur in Englisch verfügbar soll künftig Französisch und weitere Sprachen folgen. Die Erkennungsrate von 99% ist beeindruckend, auch wenn die Initialzuweisung von Namen (dieses Gesicht gehört zu XY) im Moment noch notwendig ist, steht dem Unternehmen aus New York doch eine spannende Zukunft bevor.
2. www.holistis.com “turns your unknown visitors into loyal customers”. Nun, welcher Unternehmer könnte da Nein sagen?! Heute werden rund 32.5 Milliarden $ dazu verwendet, mehr Besucher auf Websites zu bringen. Holistis decodiert diese Anfragen und adaptiert, basierend auf Profilen, Absichten und Verhalten, die dem Besucher angezeigte Seite. Nespresso verkaufte dadurch signifikant mehr Kaffeemaschinen, neu setzen auch TF1 und Zlio auf diese patentierte Technologie.
3. www.wua.la – die “Free and simple online harddisk”. Was weder bahnbrechend noch supercool tönt hat – da waren wir uns beim Dinner einig – die besten Erfolgschancen. Inhalte werden in den Kategorien „Privat“, „Shared“ und „Öffentlich“ auf einer virtuellen P2P Lösung verschlüsselt gespeichert. Die Daten sind bei allen Teilnehmern auf der eigenen Harddisk verteilt UND auch in einem Rechenzentrum gespeichert. Dominic, welcher die innovative Lösung präsentierte, ist überzeugt davon damit den Markt zu disrupieren. 10 000 Benutzer sind bereits aktiv, in 2 Monaten wird die Beta Version öffentlich zur Verfügung stehen. Wer nicht so lange warten will hinterlasse mir einen Kommentar, um mittels Invitation Code teilzunehmen. Interessant auch das Business Modell: Advertising, Photo prints und der Verkauf von Storage (zukünftig).
4. www.mixin.com: Nicolas Dengler, massgeblich am Erfolg von www.coComment.com beteiligt, wartet mit einer neuen Innovation auf. „From wishes to real activities”. Heute findet die Planung mit der eigenen sozialen Community mittels SMS, E-Mail, … etc. statt. Mixin vermengt alle diese Kanäle geschickt in einer Oberfläche und ermöglicht die Planung der zukünftigen Aktivitäten. Die eigenen (sozialen) Aktivitäten werden aggregiert, gefiltert und aus ihrem Inseldasein auf Plattformen wie www.dopplr.com, www.twittr.com, www.upcoming.com, www.flickr.com befreit.
5. www.ioagency.com / www.naturalinteraction.org - “Digital is more present in the physical world”. Die reale Welt wird dank den Projekten von iO virtueller ausgestattet. Mehr zu sagen gibt es hier nicht, das muss man SEHEN.
6. www.coComment.com : Khaled Bazzi zeigt die Lösung coComment auf, die vor 2 Jahren an der LIFT Conference mit Robert Scoble’s Starthilfe ihren Weg angetreten hat. Heute verfolgt über eine Million Benutzer ihre Kommentare auf coComment, und es lässt sich sogar Geld damit machen. Wie? So wie (fast) immer im Web, mittels Advertising – ergänzt mit Web Analytic und –Marketing.
7. www.clipperz.com : Clipperz bietet die sichere Speicherung von Daten, ohne diese dabei unverschlüsselt in die Hände eines Providers geben zu müssen. Marco Barulli hat das Konzept erklärt, beim Business Modell sind noch ein paar Fragezeichen aufgetauch. Nichtsdestotrotz, die technische Lösung funktioniert, Reinschauen und Testen kostet nix.
8. www.pixelux.com : Die Kosten bei der Videospielentwicklung sind heute auf 13% Administration, 17% Coding und 70% „Art“ aufgeteilt. Pixelux will das Verhältnis kippen. Ihre Technologie ermöglicht es, den Gegenständen im Spiel bestimmte Eigenschaften mitzugeben, anstatt diese zu programmieren. Beispiel: eine Vase die zu Boden fällt, zersplittert. Das Zersplittern muss aber nicht Teil für Teil programmiert werden, sondern basiert auf den Eigenschaften des Gegenstands. Interessanter Ansatz, der von Lucas Arts mit Exklusivrecht gekauft wurde und in Spielen wie „Star Wars“ und „Indiana Jones“ zum Einsatz kommen wird.