So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Aber alles schön der Reihe nach. Am Freitag Abend nach getaner Arbeit packten wir unsere Koffer fertig und machen uns auf, Richtung Basel. Wir hatten dort im Airport Hotel Basel ein Zimmer gebucht, sehr zu empfehlen – nah zum Flughafen, Casino gleich nebendran und modern eingerichtet – für 80 CHF, notabene.
Am nächsten Morgen (besser gesagt um 4 30 Uhr in der Nacht) klingelte uns der Wecker aus den süssen Träumen und wir machten uns mit dem ersten Bus auf an den Flughafen. Der Check In ging ganz rasch vonstatten, und der Flug nach Korfu ebenfalls. Die Dame beim Check In fragte mich, ob ich beim Notausgang sitzen wolle – da hätte ich mehr Beinfreiheit. Mein Frage, ob ich dann da auch ein Fenster hätte, wurde bejaht. Ich hatte dummerweise nicht nach der Grösse des Fensters gefragt, und so verbrachte ich den 2 stündigen Flug mit Lesen statt rausschauen…

In Korfu angekommen wurden wir an der Passkontrolle einfach durchgewinkt und nahmen unser Gepäck entgegen. Dann fuhr uns ein Taxi quer über die Insel in den Ort Agios Gordis. Die Fahrt war abenteuerlich und wild – nicht wegen der Landschaft, sondern weil der Taxifahrer die schmalen Serpentinen mit einer Rennstrecke verwechselt hatte. Dios mio, mehr als einmal verkrampften sich alle meine Glieder. Mit 80km/h durchs Dorf (erlaubt waren 40 km/h), mit Gehupe um die nächste Ecke.
Dann waren wir also angekommen, in unserem Hotel. Die Ernüchterung war gross, als wir feststellten dass es sich um ein Altersheim für englische Pensionäre handelt. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass unsere Nachbarn alle an seniler Bettflucht leiden, kurz nach 7 Uhr war an Weiterschlafen nicht mehr zu denken – nicht zuletzt wegen den dünnen Wänden, fast aus Pappmaché.
Auch das Zimmer entsprach nicht unbedingt unseren verwöhnten Ansprüchen, was Sauberkeit, Komfort und Qualität anging – auf jeden Fall weit entfernt von der gebuchten „gehobenen Kategorie“. Nun denn, also ab ans Frühstücksbuffet, welches ganz der englischen Küche entsprach. Speck, Würstchen, Bohnen – was der Brite nach einer durchzechten Nacht halt so braucht, um wieder in die Gänge zu kommen. Aber nicht was sich der Schweizer so vorstellt unter "reichhaltigem Frühstück".
Wir erkundeten die Gegend, welche wirklich sehr schön ist. Agios Gordis liegt eingerahmt in einer Bucht, charakteristisches Erkennungsmerkmal ist der Felsen, welcher etwas von der Küste entfernt aus dem Meer ragt. Das Wetter grandios, 28° Celsius und ein leichtes Lüftchen, der Himmel blau und wolkenlos. Am Strand gab es noch genug freie Plätze, und für 8 Euro kamen wir zu Schirm und Stühlen und genossen das Rauschen der Wellen. Mit einem sehr romantischen Sonnenuntergang konnten wir den Tag beschliessen.




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen