Mittwoch, April 22, 2009

American Adventure: zu Tisch oder doch lieber ins Bett?

Es schwankte. Es schwankte gehörig. Ich hatte schon Angst dass meine Festplatte vom Tisch fallen würde. Eigentlich hatte ich gerade meinen besten Smoking angezogen, um dem Dinner beizuwohnen. Angesichts meiner flauen Magengegend entschied ich, dass das Buffet geeigneter war als das grosse Restaurant. Doch dazu sollte es nicht kommen, denn als ich die Buffettheke erreichte, war alles schon weggeräumt. Blieb noch der Zimmerservice, der mir eine leckere Tomatensuppe mit Veggie Sandwich und Beilagen brachte. Mein Magen hielt sich trotz der Pommes still und ich legte mich ins „Wasser“bett, süsse Träume ahoi.

Am nächsten Morgen hatte sich die Lage beruhigt und ich ging yum Frühstück ins Restaurant. Dort traf ich die Peters, welche seit rund 3 Monaten (!!!) auf dem Schiff sind, nonstop. Sie sind als Vertreter der Ensemble Travel Group unterwegs, und ich lasse mir erklären wie das funktioniert: ich kaufte mein Ticket direkt über www.orbitz.com, zeigt mir Glen auf. Seine Gruppe dagegen kaufe dieses en gros ein. Nun sei ja wohl klar, wer den besseren Preis erhalte. Bestechend. Die zwei haben über 60 Kreuzfahrten hinter sich, als die 68er Revoluzzer auf die Barrikaden gingen, stachen sie das erste Mal gemeinsam in See.

Bei mir steht Geniessen hoch im Kurs. Damit meine ich nicht den feinen Wein, den es zweifelsohne hier an Bord geben soll. Meine „high spirits“ kommen aus anderen Aktivitäten. In aller Ruhe ums Deck laufen, die salzige Gischt schmecken, ein Buch in der Bibliothek beschauen, dem in sein Instrument verliebten Pianospieler lauschen, lauthals bei einem überdrehten Hollywoodstreifen im Kino lachen, die karibische Band den Reagge Klassiker „Three little birds“ spielen lassen, dem seit 61 Jahren gemeinsam tanzenden Paar ein paar Jiive Schritte abluchsen, kleiner Junge sein und mich vom Magier verzaubern lassen, den Menschen aus dem Weg gehen und die Stille suchen, auf die Menschen zugehen und die Wärme spüren. Die abgestumpften Sinne reaktivieren. Oh, und das Eisenhower Grid mit den nächsten 2-do’s, welches die letzten Jahre ununterbrochen mein Begleiter war, für eine Weile auf Eis legen. Love it.

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