Wir machten uns am Sonntag auf Richtung der oberen Keys - und blieben eine Stunde weiter in Islamorada hängen. Das Pelican Cove Resort, gleich neben dem bekannten "Theater of the sea" war eine gepflegte Anlage, wo wir uns gleich wohl fühlten und ein Zimmer bezogen.


Ich hatte keine Lust auf irgendwelche Aktivitäten und verbrachte den Nachmittag am Strand mit Lesen und Nichtstun.
Der Sonnenuntergang ist in Florida oft malerisch, und so machten wir uns kurz nach fünf auf ins "Lorelei", wo man laut Empfehlung der Einheimischen besonders gute Sicht hat. In der Tat wurden wir nicht enttäuscht und genossen die romantische Stimmung zwischen Fackelschein und Meeresrauschen.

Auf der Suche nach einem Nachtessen stiessen wir fast nur auf Fisch- und Seafood Spezialitätenrestaurants und kauften uns dann halt einen Burger und Frittes bei Burger King sowie ein paar Nachos im Supermarkt. Sündigen muss auch mal sein ;-). Interessant finde ich bei Burger King, dass man deren Logo(s) innerhalb des Lokals wirklich suchen muss - kein Wunder ist McDonalds auf der Überholspur wenn die eigene Identität nicht zelebriert wird.
Wir stärkten uns mit einem Frühstück am Meer und beschlossen, den Nachmittag noch dort zu bleiben und gegen Abend nach Key Largo weiter zu fahren. Doch es kam anders als geplant. Ich wollte das Auto starten - und wieder ging gar nichts mehr. Die Batterie war wirklich am A…! Der lokale "Maintenance Man" unterstütze uns und brachte den Karren dann wieder auf Touren.
Ich hatte nun genug von den Scherereien - das Auto war bei der Übernahme nicht geputzt worden, als ich einstieg war das Radio auf Maximallautstärke eingestellt und ich hatte fast einen Hörsturz, dann mussten wir am ersten Tag noch Öl nachfüllen und hatten nun zum zweiten Mal Startschwierigkeiten. Ich rief bei Alamo an und schilderte unsere Situation und dass wir nun das Auto tauschen wollten. Die freundliche Dame notierte das und teilte mir mit, dass ich entweder nach Miami (2 h) oder nach Fort Myers (4h) fahren könne.
Unsere Stimmung war nicht besonders und wir beschlossen, durch die Everglades direkt nach Fort Myers zu fahren, da wir Miami für den Rückflug am Samstag wieder ansteuern werden.
Mittwoch, Januar 17, 2007
Florida: Ein wunderbarer Tag am Meer - und der verdammte Karren bockt schon wieder
Florida: Relaxing day in Marathon's "Blackfin Resort"
Eine gute Stunde von Key West entfernt stiessen wir auf das Blackfin Resort. Wir besichtigten das Zimmer und den Strand - und buchten sofort für eine Nacht. Es war noch vor zwei Uhr Nachmittags, und wir hüpften sogleich in unsere Badekleider und machten uns auf an den privaten Strand. Ausser uns war … keine Menschenseele da!


Das Blackfin Resort war wirklich ein Glücksgriff, gleich anschliessend an die Zimmer findet sich ein kleiner "Privat"-Hafen mit Beach - wobei anzumerken ist, dass es in Florida keine privaten Strände gibt, aber die vorgelagerten Grundstücke natürlich schon Privateigentum sind und de facto somit niemand sonst an den Strand kommt, wenigstens nicht über den Landweg.


Hervorzuheben ist die Barbecue Grill Möglichkeit am Strand. Am letzten Tag vor meinen Ferien gab mir eine Kollegin den Tipp mit dem Hotel, wo der Grill gleich mit dabei sei - per Zufall sind wir nun tatsächlich hier gelandet. Die Pelikane posierten für mich wie Weltmeister und der Nachmittag verging im Flug.


Abends machten wir uns auf, etwas Essbares zwischen die Beisser zu kriegen. Wir genehmigten uns bei "Papa John's Pizza" ein X-Large "Garden Special" Teil, welches uns dann sogleich zu einem Verdauungsschlaf animierte.

Am nächsten Morgen landeten wir durch Zufall im "American Legion" Treff. Standardgetränk bei den Einheimischen war Bloody Mary oder Vodka Lemon - nicht aussergewöhnlich, zu beachten dabei ist nur dass es noch nicht zehn Uhr morgens war und dort schon eins nach dem anderen gekippt wurde. Mein Frühstück mit Orangensaft schmeckte lecker, und wenigstens waren wir trotz anderslautender Schilder (Private Club - Members only) bedient worden ;-).
Sonntag, Januar 14, 2007
Florida: Sunset celebration in Key West
Also liefen wir zu Fuss los und merkten aber schnell, dass wir es nicht mehr rechtzeitig schaffen würden.

Ein Taxi war natürlich auch keines in Sicht, also liefen wir einfach weiter. Da erspähte ich neben einem Bonzenhotel eine Dame, die gerade in eins einstieg. Glücklicherweise war noch Platz genug frei und wir durften mitfahren und erreichten den Pier rechtzeitig. Als wir unseren Teil bezahlen wollten gab es trotz Widerrede keine Chance, wir durften/mussten nichts bezahlen.
Die Sunset Celebration" war ein Erlebnis. Gaukler, Aussteiger und sonstige freakige Persönlichkeiten zeigten ihre Kunststücke (Seiltanz, Schwert schlucken, dressierte Tiere, Wahrsagen, Tarot Kartenlegen,…), während die Sonne glutrot im Meer versank.

Danach streiften wir durch die Gassen, aus den Bars dröhnte Musik, oftmals Live gespielt und sehr gut. Als Beispiele anzuführen sind der Hog's breath Saloon mit dem Motto "Hog's Breath is better than no breath at all" oder "Kevins Irish Pub" - dort gab's für trinkfreudige Damen 5 Sekunden Tequila gratis - wenn diese sich unter dem Gebrüll der eigenen Horde auf die Bühne getrauten...
Die Strassen luden zum Flanieren ein, Humor ist wenn man beim Anblick solcher Bilder trotzdem lacht.
Zum Nachtessen versuchten wir uns am "The Cafe", einem fast-veganen Restaurant das wirklich empfehlenswert ist. Mein Burger schmeckte lecker.
Jedoch hätte ich meine vegetarischen Grundsätze am nächsten Morgen am liebsten in den Wind geschossen und den mich zwischen 5 und 7 Uhr zig mal weckenden Gockel in der Pfanne gebraten.
Florida: Die Panne und die Hilfe des Piraten von Key West



Wir cruisten durch Key West auf der Suche nach einem deftigen "Zmorge" und wurden in einem kubanischen Café fündig, welches uns mit "Huevos Rancheros" versorgte.
Danach machten wir uns auf an den Strand und fanden am "Smathers Beach" einen schönen Platz, wo wir unsere Stühle aufstellten und dem Treiben zuschauten.

Es wurde immer windiger, und als wir uns wie zwei panierte Schnitzel vorkamen machten wir uns auf den Weg ins Tourist Center. Unser Ziel war, noch eine Nacht in Key West bleiben - aber die Preise sind enorm. Wir hofften, noch ein "Last Minute" Angebot zu finden, doch das noch verfügbare Angebot war ein Zimmer im Hyatt für rund 500$. Nun denn...
Wir beschlossen zuerst im Monsoon Cafe zu essen und danach noch etwas einkaufen zu gehen.

Ich wartete im Auto und verbrachte die Zeit damit, unsere Erlebnisse festzuhalten, begleitet von Country Musik und Klimaanlage. Als ich das Auto starten wollte ging erst mal gar nichts mehr…
Ich Dumpfbacke hatte vergessen, den Motor anzulassen und die Batterie in die Knie gezwungen. Während dem ich fleissig am Schreiben war hatte ich hinter mir die Ankunft eines Abschleppwagens entdeckt, auf dessen Besitzers Rückkehr ich nun wartete. Und da kam er, ein Bär von einem Mann der einem Piraten aus dem Bilderbuch nicht unähnlich sah…
Auf meine Frage nach Unterstützung wollte er brummig wissen ob ich denn Triple A (AAA) Mitglied sei. "Yes Sir, we are - in Switzerland we call it TCS". Das hörte er zum ersten Mal und versicherte sich bei seiner Zentrale, ob wir tatsächlich Mitglieder seien. Mir schwante Übles, doch ich wurde eines besseren belehrt. Beherzt zückte er seine mobile Batterie und versetzte meiner Batterie den notwendigen Startimpuls.

Während wir die Formalitäten klärten kam ein Typ vorbei und wollte wissen, warum er denn seinen Wagen auf einem Behindertenparkplatz abgestellt habe. Die Diskussion wurde schnell hitzig und der Piratenbär beendete Sie mit einem beherzten "Fuck off, Dickhead" und raunte mir zu "Respect is if you care for your own business. I should have punched him in the nose."… Auch ein Weg sich durchzusetzen ;-).
Florida: Adios Miami Beach, hola Key West

Miami Beach hat eine knisternde Ambience, und da gerade Ausverkauf war lud es einfach zum Shoppen ein - das Kulturelle kam dabei ein bisschen zu kurz.


Wir schlenderten umher und genossen die relaxte Atmosphäre, bis plötzlich direkt neben mir das Telefon klingelte… Wer den Film "Phone Booth" gesehen hat wird verstehen, warum ich nicht abheben wollte ;-).
Am Abend gingen wir fein Essen und machten uns dann wie angedroht ins "Mangos" auf, wo der Bär steppt - oder genauer: die Tänzerinnen und Tänzer direkt auf der Bar ihr Bestes geben zu Live Latino Musik. Wir genossen es - und tanzten selbst wie die Wilden.

Am nächsten Morgen, inzwischen Donnerstag, ging's nach einem ausgiebigen Frühstück weiter Richtung Key West, rund 4 Stunden Fahrt von Miami Beach. Wir fuhren durch die Everglades, sahen aber ausser der Strasse noch nicht viel mehr davon.
Ein Erlebnis ist die Fahrt über die "Seven Mile Bridge", welche wie der Name sagt rund sieben Meilen über das Meer führt.
Wer jedoch unberührte Natur erwartet liegt falsch. Kaum bei Key Largo angekommen säumt sich der Strassenrand mit Hotel, Shops undsoweiter.
In Key West angekommen genossen wir den Sonnenuntergang am südlichsten Punkt der USA, dem sog. "Southernmost Point", welcher nur rund 90 Meilen von Kuba entfernt liegt.
Danach gingen wir auf die Hotelsuche und eroberten im "El Patio" Motel ein Zimmer für zwei Nächte.
Beim Italiener gab's feine Pasta und gleich dahinter ein Lokal mit Livemusik, wo wir um dem Anspruch an die tägliche Fitness gerecht zu werden das Tanzbein schwangen. Ich fühlte mich dann im Country Club zwei Strassen weiter sehr wohl dabei, den Waghalsigen beim "Buffalo Riding" auf der Maschine zuzuschauen.
Der Nachhause-Spaziergang unter dem Firmament des Südens tat sein übriges dass ich mich zufrieden ins Bett legte.
Samstag, Januar 13, 2007
Florida: Miami Beach und Anverwandtes

An der Touristenmeile genehmigten wir uns einen kleinen Imbiss und sahen den Leuten beim flanieren zu, bevor wir uns selbst ins Gemenge und die Shops stürzten. Glücklicherweise fand ich ein Hotel Coupon Heft, welches einem bei verfügbaren Zimmern massiv Geld spart (99$ statt 179$). Wir schauten uns zwei Hotels in South Beach an und entschieden, das "Starlite" zu versuchen. Dieses liegt gerade neben dem famosen "Mangos", welches wir noch unsicher machen wollen.
Zurück beim Parkplatz angekommen war unser Auto noch da, aber von Tauben belagert die sich weder vom in die Hände klatschen noch vom Auto anlassen dazu bewegen liessen, unter unserem Gefährt hervorzukommen. Erst mit einem gezielten PET-Flaschenwurf konnte ich mir Gehör verschaffen und ohne grösseren Schaden zu verursachen davon fahren.


Nachdem wir uns den Sonnenuntergang genossen haben ging es in der Rushhour zurück nach North Beach, nicht unbedingt eine intelligente Idee… Wir hatten dabei aber wenigstens die Gelegenheit, unser Umfeld detailliert zu studieren, für eine gemäss TomTom Navigationsgerät viertelstündige Fahrt benötigten wir fast 40 Minuten, da die Baustellen ein flüssiges Vorankommen verunmöglichten. Doch da kam die Rettung: "ROSS - dress for less" stand auf der rechten Seite der Strasse. Ihr könnt Euch denken was das bedeutete ;-)…Während meine bessere Hälfte sich den Kleiderbergen hingab verzog ich mich in ein koscheres Café und studierte den Reiseführer und die lokalen Veranstaltungen, um gerüstet zu sein.
Zurück im Hotel wärmten wir uns noch die om Doggybag mitgebrachten Essensreste und schauten uns an, wie man in Amerika erfolgreiches TV macht.
Mittwoch, Januar 10, 2007
Florida: Here we come!
5:10 am Montag Morgen, der Wecker reisst mich aus den süssen Träumen. Viel Zeit bleibt nicht, denn um 6:30 Uhr sassen wir bereits im Zug nach Zürich Flughafen, wo wir um halb elf nach Newark (NY) flogen. Das Eincheckprozedere ging problemlos vonstatten, als letzte in der langen Reihe schickte uns der Beamte an den Business Schalter zum Einchecken, was den Prozess nochmals beschleunigte.Die Amis sind ja sehr tolerant wenn es um Gepäck geht (2 Gepäckstücke pro Person à jeweils 23kg sind erlaubt). Dummerweise hatte ich ein Gepäckstück mit etwas über 25kg. Die nette Dame am Schalter drückte aber ein Auge zu und sparte mir damit den Aufpreis von 25$.
Vor dem Flug wurden wir via Monitor vom CEO begrüsst, welcher uns aufzeigte wie toll seine Gesellschaft Continental ist - was ich ihm abkaufte und sympathisch fand. Der fast zehnstündige Flug verlief problemlos, ich versuchte ein wenig zu schlafen um die Müdigkeit, die mir in den Knochen steckte, loszuwerden. Da mir das nicht wirklich gelang schlug ich mir halt die Zeit mit Lesen tot und versuchte mich an den nostalgischen Spielen, die im Angebot standen.Ein kleiner Tipp am Rande: Das bestellte Vegimenu war einmal mehr ansprechender als der sonst verteilte Food, vielleicht auch für Nicht-Vegis eine interessante Option für den nächsten Flug?
In Newark angekommen stellte ich fest, dass wir eigentlich genau JETZT bereits den Weiterflug nach Miami besteigen sollten… Wir hatten uns wegen eines verspäteten Abflugs rund eine Stunde Verspätung eingehandelt. Also sofort an die Immigration gerannt, wo es glücklicherweise speditiv voran ging und ein paar Minuten später standen wir mit anderen Schweizern am Baggage Claim und nahmen unsere Koffer in Empfang. Die Zeit raste, und wir liefen weiter um die Koffer wieder aufzugeben. Dort erfuhren wir, dass das Gate für den Weiterflug geändert hatte - welch Glück, denn dieses Gate konnten wir im Gegensatz zum ursprünglich geplanten zu Fuss in ein paar Minuten erreichen und erwischten damit den Weiterflug noch rechtzeitig.

Und dann kam's: der Anflug auf Miami war fantastisch, ein Lichtermeer sondergleichen soweit das Auge reicht. Kaum aus dem Flugzeug ausgestiegen spürten wir die tropischen Temperaturen und machten uns auf, unser Mietauto in Empfang zu nehmen. Nach einer technischen Instruktion (wo ist denn der Zigarettenanzünder?) und einer Ehrenrunde hatten wir dank dem mitgebrachten Navigationsgerät auch den richtigen Weg eingeschlagen und fuhren mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit nach Miami Beach. Wir wurden dabei wohl als Verkehrshindernis betrachtet, denn ausser uns hielt sich niemand an die 35 miles per hour - daran unterscheidet man den Touristen vom Einheimischen.
Im Newport Beachhotel angekommen erhielten wir freundlicherweise einen kostenlosen Upgrade unseres Zimmers und haben nun seitliche Meersicht. Nachdem wir rund 24 Stunden unterwegs waren gingen wir noch zum Mexikaner auf ein kleines Nachtessen und sanken müde ins Bett.

