Natürlich lebte auch Port Charlotte vom Tourismus, ein Geschäft reihte sich an das nächste an der Wasserfront. Mir war das aber rasch zu viel, und ich wollte anderes Terrain sehen. Als ich mich zwei Nebenstrassen in die Stadt vorwagte war ich definitiv der einzige Gringo und sah auch ein kleines bisschen, wie die Leute leben.
Sonntag, Dezember 28, 2008
Carribean Cruise – Touristenvieh auf St. Thomas
Der Blick vom Frühstückstisch aus war vielversprechend:

Wir kamen in St. Thomas an Land an, machten nochmals eine Fotosession mut unserem Schiff und trafen dann als erstes auf den netten Taxifahrer Lyndon Poleon (http://www.711vitaxi.com/). 
Er brachte uns an den von Touristen überlaufenen Strand "Megans Bay", der aber dank der flachen Sandbank gut zum Schwimmen war.
Ein Haufen der Kreuzfahrtler (es hatte 5 Schiffe im Hafen mit tausenden Besuchern!) liess sich wie Vieh an die Beach karren, für 9$ pro Weg, notabene - der Eintritt von 4$ pro Person fiel da nur noch marginal ins Gewicht...


Der Wind bliess mit voller Kraft, und bald endeten wir gegrillt und als panierte Plätzchen am Strand und spazierten etwas herum.


Er holte uns wie abgemacht wieder ab und brachte uns nach Port Charlotte, der Hauptstadt, wo auch unser Schiff ankerte. Interessanterweise herrscht Linksverkehr, aber mit "normalen" Autos wie wir sie auch in der Schweiz fahren. Dabei fiel mir auf, dass das Auto wohl weltweit die Penisverlängerung des Mannes darstellt.
Natürlich lebte auch Port Charlotte vom Tourismus, ein Geschäft reihte sich an das nächste an der Wasserfront. Mir war das aber rasch zu viel, und ich wollte anderes Terrain sehen. Als ich mich zwei Nebenstrassen in die Stadt vorwagte war ich definitiv der einzige Gringo und sah auch ein kleines bisschen, wie die Leute leben.


Männer spielen im Hinterhof Karten und trinken ein Bier, Frauen verkaufen Gemüse auf dem lokalen Markt, Kinder spielen Fussball, ein neues Haus reiht sich an eine verkommene Bruchbude, die Wäscherei an die Bar mit dem Musik-Lautstärkepegel, der für Schweizer Ohren an die Schmerzgrenze geht.
Natürlich lebte auch Port Charlotte vom Tourismus, ein Geschäft reihte sich an das nächste an der Wasserfront. Mir war das aber rasch zu viel, und ich wollte anderes Terrain sehen. Als ich mich zwei Nebenstrassen in die Stadt vorwagte war ich definitiv der einzige Gringo und sah auch ein kleines bisschen, wie die Leute leben.
Samstag, Dezember 27, 2008
Carribean Cruise - Puerto Rico, das Amerika der Karibik
Wir dockten frühmorgens in San Juan, Puerto Rico, an und taten es Christoph Kolumbus gleich, der auf seiner zweiten Reise 1493 die Insel erforschte. Dies war der erste Tag an Land unserer Kreuzfahrt, und wir wollten in vollen Zügen unserer Entdeckungslust frönen.
Die Altstadt von Puerto Rico war touristisch erschossen, äh - erschlossen.
Ein Luxusshop am anderen lädt die Überreichen dazu ein, ihr Portemonnaie zügig zu leeren. Reizvolle Fotomotive gab es trotzdem einige, meist in den Nebengassen. Puerto Rico gehört fast zu Amerika und verhält sich auch so, angereichert mit karibischer Lebenslust.
Der Strand war fast ausschliesslich von Locals, mit und ohne Anhang, frequentiert.
Wir machten einen Spaziergang und schrieen uns an, da der Wind eine andere Kommunikation kaum zuliess. Etwas entfernt stiessen wir auf ein Hilton Hotel und schauten da zwei mal hin – just in case, falls wir uns das mal leisten könnten.
Carribean Cruise – Erste Bekanntschaften
Am ersten Tag morgens gesellten sich Frank und Margaret Wilkinson aus England aus dem Zimmer 160 am Frühstückstisch zu uns. Auch sie sind zwei rüstige Rentner im zarten Alter von 72 und 75, die ihre Ausflüge nicht überteuert an Bord kauften, sondern vor Ort entscheiden und sich etwas zusammen stellen. Wir tauschten Zimmer Nummern aus, um allenfalls gemeinsam eine Insel zu erkunden.
Im weiteren Verlauf des Tages wurde die See etwas unruhiger, was dazu führte dass sich der eine oder andere das Morgenessen nochmals durch den Kopf gehen liess. Dank dem 24h Room Service gab es bald ein Tee und etwas Reis zur Stärkung.
Ich traf auf einige Leute mit einem runden Pflaster hinter dem Ohr und vermutete zuerst eine Nikotin Entwöhnung, bis ich merkte dass damit wohl die Durchblutung des Innenohrs gefördert wurde und somit auch der Gleichgewichtssinn verbessert wird, um der Übelkeit auf See entgegen zu wirken.
Ich hatte den ersten Tag auf See mit Rumliegen, einem Besuch im Gym, ein bisschen Schreiben, Kino, Lesen und dem süssen Nichtstun auskosten verbracht. Am Abend beim "Open Seating" Dinner gesellten sich Greg, Peggy und Trevor Olson mit ihrer Freundin Lynnia an den Tisch zu uns. Mit den vier Amerikaner hatten wir nicht nur an diesem Abend viel Spass und interessante Diskussionen!
Nun weiss ich übrigens auch, welches Glas zu mir und welches Brot-Teller zum Nachbarn gehört. Eine kleine Eselsbrücke dazu veranschaulicht folgendes Bild, auf welchem ich mit meinen Händen die Buchstaben b und d forme - mein Brot ist also links, der Drink rechts.
Im weiteren Verlauf des Tages wurde die See etwas unruhiger, was dazu führte dass sich der eine oder andere das Morgenessen nochmals durch den Kopf gehen liess. Dank dem 24h Room Service gab es bald ein Tee und etwas Reis zur Stärkung.
Ich traf auf einige Leute mit einem runden Pflaster hinter dem Ohr und vermutete zuerst eine Nikotin Entwöhnung, bis ich merkte dass damit wohl die Durchblutung des Innenohrs gefördert wurde und somit auch der Gleichgewichtssinn verbessert wird, um der Übelkeit auf See entgegen zu wirken.
Ich hatte den ersten Tag auf See mit Rumliegen, einem Besuch im Gym, ein bisschen Schreiben, Kino, Lesen und dem süssen Nichtstun auskosten verbracht. Am Abend beim "Open Seating" Dinner gesellten sich Greg, Peggy und Trevor Olson mit ihrer Freundin Lynnia an den Tisch zu uns. Mit den vier Amerikaner hatten wir nicht nur an diesem Abend viel Spass und interessante Diskussionen!
Nun weiss ich übrigens auch, welches Glas zu mir und welches Brot-Teller zum Nachbarn gehört. Eine kleine Eselsbrücke dazu veranschaulicht folgendes Bild, auf welchem ich mit meinen Händen die Buchstaben b und d forme - mein Brot ist also links, der Drink rechts.
Carribean Cruise – die Leute an Bord
Es hat tendenziell tatsächlich ältere Leute an Board der „Maasdam“, aber auch einen angenehmen Anteil an Jungen und Familien - eine angenehme Mischung! Für Gehbehinderte wird gut gesorgt, die meisten Orte auf dem Schiff sind mit Rollstuhl oder automatisch betriebenem Untersatz gut erreichbar.
An Bord hat jeder die Möglichkeit, seinen gewünschten Aktivitäten zu frönen. Beliebt sind zum Beispiel der Wettbewerb „Wer holt sich den gröbsten Sonnenbrand“, welcher meist zwischen den Amis und den Briten in einem Unentschieden endet. Doch auch in der Bibliothek oder beim Bridgespiel gibt es ein Gerangel um die besten Plätze.
Scherz beiseite, die Aktivitäten an Bord sind wirklich unerschöpflich – von geruhsamen Studieren in der Bibliothek, Internet Surfen im Café oder ein Match auf dem Badminton Court bis zum Tischtennis, Shuffle-Board, Basketball undsoweiter findet fast jeder etwas Neues.
Tendenziell lassen sich die Gäste in zwei Gruppen unterteilen – die „wir wollen unsere Ruhe haben“ und die „wir wollen Spass und Leute kennen lernen“ Fraktionen. Wer Lust auf neue Kontakte hat lässt sich einfach im „Open Seating“ eintragen und landet dann beim Morgen- und/oder Abendessen mit irgend jemandem am Tisch.
Viele der "Alten" sehen erstaunlich jung aus, und ich denke nicht dass da gross nachgeholfen wurde. Al, 82, hätte ich auf ein paar Jahre pensioniert geschätzt – nicht nur wegen seiner modischen Kleidung! Silvia und Pauline, zwei uns ans Herz gewachsene ältere Damen, hatten Sprüche auf Lager, die ich hier nicht wiedergebe.
Von den zwei weiss ich auch, warum sich "Hausratsecken" beim männlichen Haarwuchs einstellen: "Grass doesn't grow on a busy street!"
Dann gab es da noch den älteren Mann mit seinem verwaschenen Shirt - vorne war dieses mit "Dam Ships" bedruckt, hinten waren die Schiffsnamen der Reederei aufgeführt, und er hatte alle abgehakt welche er bereits besucht hatte. Im weiteren trafen wir auf Exponenten, die mit Weihnachtsmann-Mütze oder Elchgeweih aus Plüsch rummarschierten – „you’ve got the spirit, bro“.
Was mich zum Nachdenken brachte waren diejenigen Oldies, die den ganzen Abend vor dem einarmigen Banditen sitzen, Münze um Münze reinwerfen und nicht wissen wie die Zeit sonst totzuschlagen ist. Schlimmer wurde es nur noch, als Opa spielte und Oma auf dem Gehwagen nebenan sass und zuschauen musste – oder als wir die verzweifelten Worte im Lift hörten, dass es heute Abend keine Show gebe und was sie denn nun machen sollten.
An Bord hat jeder die Möglichkeit, seinen gewünschten Aktivitäten zu frönen. Beliebt sind zum Beispiel der Wettbewerb „Wer holt sich den gröbsten Sonnenbrand“, welcher meist zwischen den Amis und den Briten in einem Unentschieden endet. Doch auch in der Bibliothek oder beim Bridgespiel gibt es ein Gerangel um die besten Plätze.
Scherz beiseite, die Aktivitäten an Bord sind wirklich unerschöpflich – von geruhsamen Studieren in der Bibliothek, Internet Surfen im Café oder ein Match auf dem Badminton Court bis zum Tischtennis, Shuffle-Board, Basketball undsoweiter findet fast jeder etwas Neues.
Tendenziell lassen sich die Gäste in zwei Gruppen unterteilen – die „wir wollen unsere Ruhe haben“ und die „wir wollen Spass und Leute kennen lernen“ Fraktionen. Wer Lust auf neue Kontakte hat lässt sich einfach im „Open Seating“ eintragen und landet dann beim Morgen- und/oder Abendessen mit irgend jemandem am Tisch.
Viele der "Alten" sehen erstaunlich jung aus, und ich denke nicht dass da gross nachgeholfen wurde. Al, 82, hätte ich auf ein paar Jahre pensioniert geschätzt – nicht nur wegen seiner modischen Kleidung! Silvia und Pauline, zwei uns ans Herz gewachsene ältere Damen, hatten Sprüche auf Lager, die ich hier nicht wiedergebe.
Von den zwei weiss ich auch, warum sich "Hausratsecken" beim männlichen Haarwuchs einstellen: "Grass doesn't grow on a busy street!"
Dann gab es da noch den älteren Mann mit seinem verwaschenen Shirt - vorne war dieses mit "Dam Ships" bedruckt, hinten waren die Schiffsnamen der Reederei aufgeführt, und er hatte alle abgehakt welche er bereits besucht hatte. Im weiteren trafen wir auf Exponenten, die mit Weihnachtsmann-Mütze oder Elchgeweih aus Plüsch rummarschierten – „you’ve got the spirit, bro“.
Was mich zum Nachdenken brachte waren diejenigen Oldies, die den ganzen Abend vor dem einarmigen Banditen sitzen, Münze um Münze reinwerfen und nicht wissen wie die Zeit sonst totzuschlagen ist. Schlimmer wurde es nur noch, als Opa spielte und Oma auf dem Gehwagen nebenan sass und zuschauen musste – oder als wir die verzweifelten Worte im Lift hörten, dass es heute Abend keine Show gebe und was sie denn nun machen sollten.
Carribean Cruise – Ankommen auf See
An Bord gibt es täglich neue Aktivitäten, an denen man mitmachen kann oder Mann muss :-). Eine grosszügige Bibliothek, ein SPA, Kunstgalerie, Casino, verschiedene Bars und Restaurants, Swimming Pools, Sauna, Fitness Center, ... In der Tat einiges, das wir erkunden können.
Noch bevor das Schiff den Hafen verliess wurden wir alle aufgefordert, am offiziellen Sicherheitsdrill mitzumachen. Wer sich nicht blicken liess wurde abgemahnt, da gab es kein Pardon. Das Schiffshorn röhrte, wir schnappten unsere Rettungswesten und machten uns auf den Weg. Aus allen Ecken strömten die Leute herbei, und eine gute Viertelstunde später war der Spuk schon wieder vorbei.
Kaum hatten wir vor dem Auslaufen des Schiffs den Willkommens-Drink bestellt, stand der Kellner auch schon mit gezücktem Block da, nahm unsere Bordkarte in Augenschein und wartete auf die Unterschrift. Ich merkte schnell: das Gefährlichste an Board ist diese Plastikkarte - sie dient als Türöffner zur Kabine, Identifikation und Zahlungsmittel zugleich - und die Einkäufe des täglichen Gebrauchs - vom Internet-Zugang über Getränke, etc. - summieren sich.
Doch nun lösten wir die Leinen und fuhren davon! Nach der Willkommensparty schaute ich nochmals aufs Meer - und ausser ein paar hellen Punkten am Horizont, welche zu anderen Kreuzfahrt-Schiffen wie der Queen Mary 2 gehörten, war absolut nichts zu sehen.
Noch bevor das Schiff den Hafen verliess wurden wir alle aufgefordert, am offiziellen Sicherheitsdrill mitzumachen. Wer sich nicht blicken liess wurde abgemahnt, da gab es kein Pardon. Das Schiffshorn röhrte, wir schnappten unsere Rettungswesten und machten uns auf den Weg. Aus allen Ecken strömten die Leute herbei, und eine gute Viertelstunde später war der Spuk schon wieder vorbei.
Doch nun lösten wir die Leinen und fuhren davon! Nach der Willkommensparty schaute ich nochmals aufs Meer - und ausser ein paar hellen Punkten am Horizont, welche zu anderen Kreuzfahrt-Schiffen wie der Queen Mary 2 gehörten, war absolut nichts zu sehen.
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