Es hat tendenziell tatsächlich ältere Leute an Board der „Maasdam“, aber auch einen angenehmen Anteil an Jungen und Familien - eine angenehme Mischung! Für Gehbehinderte wird gut gesorgt, die meisten Orte auf dem Schiff sind mit Rollstuhl oder automatisch betriebenem Untersatz gut erreichbar.
An Bord hat jeder die Möglichkeit, seinen gewünschten Aktivitäten zu frönen. Beliebt sind zum Beispiel der Wettbewerb „Wer holt sich den gröbsten Sonnenbrand“, welcher meist zwischen den Amis und den Briten in einem Unentschieden endet. Doch auch in der Bibliothek oder beim Bridgespiel gibt es ein Gerangel um die besten Plätze.
Scherz beiseite, die Aktivitäten an Bord sind wirklich unerschöpflich – von geruhsamen Studieren in der Bibliothek, Internet Surfen im Café oder ein Match auf dem Badminton Court bis zum Tischtennis, Shuffle-Board, Basketball undsoweiter findet fast jeder etwas Neues.
Tendenziell lassen sich die Gäste in zwei Gruppen unterteilen – die „wir wollen unsere Ruhe haben“ und die „wir wollen Spass und Leute kennen lernen“ Fraktionen. Wer Lust auf neue Kontakte hat lässt sich einfach im „Open Seating“ eintragen und landet dann beim Morgen- und/oder Abendessen mit irgend jemandem am Tisch.
Viele der "Alten" sehen erstaunlich jung aus, und ich denke nicht dass da gross nachgeholfen wurde. Al, 82, hätte ich auf ein paar Jahre pensioniert geschätzt – nicht nur wegen seiner modischen Kleidung! Silvia und Pauline, zwei uns ans Herz gewachsene ältere Damen, hatten Sprüche auf Lager, die ich hier nicht wiedergebe.
Von den zwei weiss ich auch, warum sich "Hausratsecken" beim männlichen Haarwuchs einstellen: "Grass doesn't grow on a busy street!"
Dann gab es da noch den älteren Mann mit seinem verwaschenen Shirt - vorne war dieses mit "Dam Ships" bedruckt, hinten waren die Schiffsnamen der Reederei aufgeführt, und er hatte alle abgehakt welche er bereits besucht hatte. Im weiteren trafen wir auf Exponenten, die mit Weihnachtsmann-Mütze oder Elchgeweih aus Plüsch rummarschierten – „you’ve got the spirit, bro“.
Was mich zum Nachdenken brachte waren diejenigen Oldies, die den ganzen Abend vor dem einarmigen Banditen sitzen, Münze um Münze reinwerfen und nicht wissen wie die Zeit sonst totzuschlagen ist. Schlimmer wurde es nur noch, als Opa spielte und Oma auf dem Gehwagen nebenan sass und zuschauen musste – oder als wir die verzweifelten Worte im Lift hörten, dass es heute Abend keine Show gebe und was sie denn nun machen sollten.
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