Sonntag, April 20, 2008

Florida: Muschelsammler im Paradies

Sanibel hatten wir bereits auf unserer letzten Reise angesteuert, ein wunderbares Fleckchen Erde. Sonnenuntergänge gibt es dort nicht, dafür muss auf die vorgelagerte Insel Captive Island gefahren werden. Das ist aber auch der einzige Wermutstropfen.


Was man gesehen haben muss ist der Shop "Antiques at Sanibel" - ein Sammelsurium an alten Sachen, wunderbar arrangiert.



Und natürlich Bowmans Beach, wo jeder Muschelsammler seine Droge in Hülle und Fülle kriegt.


Wir gönnten uns eine Nacht in einem tollen Hotel - von begehbarem Kühlschrank, Dusche mit 2 Brausen, Playstation, Bibliothek,... war alles vorhanden, ein Appartment das zum Verweilen einlädt.


Plötzlich brach Hektik aus - zwei Jungs waren verschwunden, und das halbe Resort suchte nach ihnen. Des Rätsels Lösung: die zwei hatten sich auf gemacht, den Leuchtturm der Insel zu besichtigen... Dass Sie Ihre Erkundungspläne das nächste Mal ihren Erzeugern kund tun sollten haben Sie glaub' ich nun verstanden. Das nächste Mal könnten Sie ja Sandburgen bauen.



Um unser Budget nicht noch mehr zu schröpfen war nach einer Nacht direkt auf Sanibel Schluss und wir siedelten am nächsten Tag nach der Konsultation unseres Hotel Gutscheinhefts RoomSaver ins "La Quinta Inn" um. Dieses war neu renoviert und wenige Minuten ausserhalb der Insel Sanibel gelegen - sehr zu empfehlen, nicht nur wegen dem für amerikanische Verhältnisse reichhaltigen Frühstücksbuffet.



Nach der ersten Nacht verlängerten wir, und dafür kam trotz Wochenende die reduzierte Rate zum Tragen. Wir sparten also in den zwei Nächten gegen 150$, verglichen mit dem regulären Preis. In der zweiten Nacht hatten sich auf unserem Stock eine Hochzeitsgesellschaft sowie zwei kläffende Köter eingenistet, welche allesamt um die Wette Radau machten.

Als wir dies am folgenden Morgenan der Reception mokierten erhielten wir die Hälfte der Übernachtungskosten gutgeschrieben - das nenne ich Kundendienst.

Wir fuhren nach Orlando - und quartierten uns aufgrund der guten Erfahrungen (und weil es, ehrlich gesagt, auch keine anderen freien Zimmer mehr hatte ;-) ) erneut in einem "La Quinta Inn" ein.

Florida: Was man in den USA einmal getan haben sollte um sich die Zeit zu vertreiben

Eine weitere Liste mit Dingen, die ihr in den USA machen solltet um Euch die Zeit zu vertreiben.


  1. Shopping: Food bei Walmart, Kleider bei ROSS - dress for less, iPhone bei AT&T, Krimskrams an einem grossen Flohmarkt - so geht das!


  2. Country Concert: Gut, ich bin da emotional aufgrund meines Musikgeschmacks vorbelastet - aber ein Country Concert zieht eine breite Masse an, da lässt sich Amerika pur erleben.


  3. Sport Event: Wem das Country Music Konzert zu riskant ist sollte sich wenigstens einen Baseball, Basketball oder American Football Event reinziehen.


  4. Ins Kino gehen: Wer weder auf Country Musik noch auf Sport steht kann ab 1.50$ pro Person den Tag im Kino verbringen. Und unter Kino versteht man hier einen Komplex mit mehr als nur einem Saal.


  5. Watch TV: Das TV Programm bietet viel - viel Schmarren und Banales, der köstlich anzusehen ist. Vom Nachrichtensender zum religiösen Priester bis zu Cops auf Achse ist alles zu haben, notabene nur alle 5 Minuten von einer 10 minütigen Werbepause unterbrochen.


Links you should CLICK! (2008-05-11)

Links sind die Essenz des Internets! Hier also ein paar Perlen zum Stöbern.

Florida: GPS Pannen

Wir fuhren von Sarasota weiter nach North Fort Myers und suchten das Howard Johnson Motel. Laut GPS fuhren wir genau daran vorbei, doch ausser Sträuchern war da nichts zu finden. Entnervt gab ich auf und fuhr weiter drauflos, in der Hoffnung auf ein anderes Hotel zu stossen.

Und siehe da, plötzlich tauchte wie aus dem Nichts eine Strasse auf, mit Hotel an Hotel. Das GPS hatte uns an der Nase herumgeführt. Aber da wir nun fündig geworden waren verzeihten wir diesen Ausrutscher, schliesslich hätten wir ohne Navigationssystem schon etliche Male ganz alt ausgesehen.

Rocky, junger Spund an der Rezeption im gesuchten HoJo, gab uns ein Zimer und empfahl uns eine Pizza bei "Papa John's" zu bestellen. Er habe selber mal in Chicago einen solchen Betrieb geleitet - und werde in ein paar Monaten dann dieses Hotel hier übernehmen. Respekt!

Die Pizza schmeckte übrigens lecker!

Florida: Flugzeugbekanntschaften

Im Flugzeug von Newark nach Tampa habe ich Peter kennen gelernt, der in Sarasota als Investmentbanker seine Brötchen bäckt. Er meinte, wir sollen uns melden wenn wir in die Nähe kommen.


Gesagt, getan. Und siehe da, wir waren in Erinnerung geblieben und trafen uns eine Stunde später im "Café l'Europe", um von dort in einen Country Club zu fahren und uns über Amerika und die Schweiz zu unterhalten. Dies machten wir mit Blick aufs Meer und einem reichhaltigen Buffet. Ja, da verstehen wir Peter: so lässt es sich leben.



Samstag, April 19, 2008

Florida: Maria Island ist eine Reise wert

Es wurde uns empfohlen, auf Anna Maria Island Halt zu machen. "Anna Maria Island, oft kurz mit AMI abgekürzt, ist eine kleine Insel vor der Westküste Florida's - leicht südlich der Tampa Bay.

Die Insel konnte sich trotz Tourismus ihre Natürlichkeit bewahren und verzichtete auf Hotelburgen am Strand. Statt dessen Privatunterkünfte, kleine Motels und Hotels. Alles in allem eine Trauminsel zum Entspannen mit leeren Stränden, typischen Insel Restaurants ..." heisst es im Internet.



Und genau so war es! Unser Stammlokal war am ersten Tag gewählt. Es war nicht die "Sandbar" (90 Minuten auf einen Tisch warten), sondern das "Beach House" (15 Minuten warten).

Wunderbare Menus haben wir dort gefunden, und auf die Frage an unsere Bedienung wie man es bei diesen Portionen schafft so schlank zu bleiben entgegnete diese offenherzig, dass Sie im zweiten Monat schwanger sei. Wir gratulierten.

Am nächsten Tag im "Beach House" unterhielten wir uns angeregt mit einer jungen Mutter über Florida und Kindererziehung. Florida roules (nicht nur wegen dem Wetter), und Vitamin B und "Baby Einstein" helfen dem Nachwuchs sich zu bewähren. Schliesslich verordnen auch Angelina Jolie und Brad Pitt ihrem Nachwuchs den Unterricht von "Baby Einstein", heisst es in den einschlägigen Klatschpostillen.



Florida: Relax heisst die Maxime - nicht einfach bei dem tiefen Shopping-Dollarkurs

Unsere Maxime in diesen Florida Ferien war klar: Relax - kein Stress, bleiben wo es uns gefällt, in den Tag hinein leben.

Das mit dem "kein Stress" liess sich nur bedingt vermeiden, wenn auf 10 Hotels nur eines ein Zimmer für 290$ (ohne Taxen) übrig hat. Das ist der Preis der Flexibilität, und meist fanden wir auch eine Alternative.

Der tiefe Dollar lädt zum Shoppen ein und hat uns unvermeidlich in die Klauen der Warenhäuser gedrängt - da war es nicht einfach "relaxed" zu bleiben ;-).

Irgendwo habe ich gelesen dass deshalb bei den Schweizern die Reisen in die USA über 10% zugenommen haben. Wir schlagen bei den Kleidern zu, und auch ein iPhone ist nun in meinen Besitz übergegangen ;-).

Eigentlich hätte ich mir auch noch einen neuen Laptop und digitale Fotorahmen als Geschenk posten sollen, aber der Platz in unseren Koffern war leider bereits komplett ausgenutzt. Nächstes Mal dann.

Montag, April 14, 2008

Florida: Himmel und Erde treffen sich an der Swigwam Bar

Himmel und Meer verschmelzen zu einem gleissenden Horizont. Die Gedanken wollen raus, auf Papier artikuliert werden. Geschichtensammler sein.

So wie Em Nguyen, die mir die Haare schneidet. Vor 3 Jahren aus Vietnam eingeheiratet, betitelt die Kunden mit "Honey" und freut sich auf den Besuch zu Hause, endlich.

Privilegiert sind wir, sitzen hier an der Bar und werden "one Bud wiser". Und rumgekommen ist mein Gegenüber offensichtlich auch, mit dem Kunstoff Bierkühler vom St. Martins Festival und der Dächlikappe von Daytona Beach.
Nebenan filmt Daddy innbrünstig seine Tochter, auf dass der Nachwelt nichts verloren geht - ausser der Moment, den verpasst der liebe Daddy völlig aufzunehmen...

Ja, so ziehen die Gedanken an der Swigwam Beach Bar an St. Pete's Beach.

Florida: Hungrig in Tarpon Springs und müde in Treasure Island

Am nächsten Morgen im griechisch angehauchten Tarpon Springs machten wir uns auf die Suche nach einem leckeren Frühstück. Ein schwieriges Unterfangen, einzig bei Opa's! gab es vor 11 Uhr überhaupt etwas zu Essen! Grund: erst dann schwärmen die Touristen an und kaufen die Regale leer.




Von Tarpon Springs fuhren wir weiter nach Treasure Island. Es war nicht trivial noch ein Zimmer zu finden, im "Sea Jay" wurden wir dann doch noch willkommen und erhielten das letzte Logis.

Wir machten uns auf in eine mexikanische Bar und genehmigten uns dort einen Margerita und mexikanische Küche - was genau wir bestellten lässt sich im Nachhinein nicht mehr eruieren, der Margarita hielt mehr als er versprach... Unser Hotel war in Laufdistanz, weshalb wir das Auto "zu Hause" gelassen hatten, was sich als eine weise Entscheidung herausstellte ;-).

Am nächsten Tag suchten wir ein Zimmer, das etwas näher am Strand lag und wurden in der "Travelodge" fündig.

Auch hier wartete das letzte Zimmer auf uns, welches wir für 2 Übernachtungen buchten.

Wir sassen am Meer in einer lauschigen Bar und liessen uns von zwei Musikanten den Abend einläuten.



Wir legten uns zu Bett, jedoch an Schlafen nicht zu denken. Das Zimmer in der Travelodge bestach durch seine Ringhörigkeit, und die "Springbreaker's" taten ihr bestes die Nacht zum Tage werden zu lassen...

Als die Erschöpfung einkehrte freuten wir uns auf ein paar Stunden Schlaf, doch leider hatten die Gäste über uns wohl senile Bettflucht und begannen um halb fünf Uhr morgens unentwegt im Zimmer auf und ab zu gehen. Habe ich die knirschenden Dielen bereits erwähnt?


Anyway, um 7 Uhr früh cancelten wir unsere zweite Nacht und machten uns auf den Weg - schliesslich will man ja noch was vom Tag haben wenn einem schon die Nacht gestohlen wurde.

Dienstag, April 08, 2008

Florida: Schiffparkplatz, Traumvilla inklusive

Richtung Küste wurde die Gegend charmant, wie folgende Bilder veranschaulichen.



Natürlich gehört zu einem herrschaftlichen Haus auch ein schöner Schiffparkplatz in Hafennähe.


Wir machten Halt in Tarpon Springs, berühmt-berüchtigt für seine Schwammtaucher, und suchten uns ein Hotel. Während wir das Zimmer besichtigten trafen wir auf einen älteren Mann mit einem Coupon Heft. Er kramte eine Schere hervor und schnitt uns einen seiner übrigen Coupons für eine verbilligte Übernachtung in diesem Hotel aus.

Diese nette Geste finanzierte uns dann das halbe Abendessen beim Griechen (abgesehen vom Wein, der mit 7$ pro Glas völlig überteuert zu Buche schlägt). Da schätze ich die Freundlichkeit der Amis doch umso mehr ;-).

Sonntag, April 06, 2008

Florida: Der Arm des Gesetzes schlägt zu

Am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück im "Green Iguana" machten wir uns auf Richtung Ybor Street.



Dort parkierte ich das Auto in der weissen Zone und schauten uns in den Geschäften um. Nicht unbedingt viel Spannendes zu entdecken, das Viertel hat seine besten Zeiten wohl hinter sich, bot aber zumindest ein paar attraktive Fotosujets.






Als wir zurückkamen stand das Auto zwar noch da, aber war mit einem orangen Umschlag verschönert worden. Die Hüter des Gesetzes sind unerbittlich, obwohl mir bis heute nicht klar ist, gegen welche Vorschrift ich verstossen habe. Naja, wenigstens wurde uns dieses mal nicht wieder das Auto abgeschleppt...



Im Walmart erkundigte ich mich bei der Suntrust Bank wie ich die Busse nun bezahlen soll (man darf kein Bargeld schicken), und Charlie war so nett und stellte mir gegen bar einen entsprechenden Check aus.

Nachdem wir uns mit den wichtigsten Sachen eingedeckt hatten flitzten wir los an die Küste, um dem Feierabendverkehr noch ein Schnippchen zu schlagen.


Florida: Von verschollenen Koffern und Investment Bankern

Ähnlich chaotisch ging es in Newark (New York) beim Umsteigen zu. Wir warteten über eine halbe Stunde an der Immigration, nachdem wir da durch waren wollte wir unser Gepäck in Empfang nehmen – nur leider war das unsrige sowie das von ein paar weiteren Gästen nicht auffindbar. Nachdem wir uns durchgefragt hatten entdeckten wir plötzlich in der Nähe des Laufbands die gesuchten Koffer, halleluja. Irgend jemand hat die in Ecke gestellt...

Also flugs geschnappt, vom Terminal C ins Terminal B gerast und dort das Gepäck wieder aufgegeben. Dann hatten wir wieder erwarten noch massig Zeit, uns zu verpflegen, bevor es weiter Richtung Tampa geht. Der Flug nach Tampa dauerte nur etwa 2 ½ Stunden, die buchstäblich wie im Flug vergingen.

Als wir einstiegen kam ich mit Hans-Peter ins Gespräch, ein Schweizer Bauernjunge aus dem Emmental, wie sich herausstellte. Aus dem Jungen ist nun ein gestandener Investment Banker geworden, der seit 11 Jahren in Sarasota lebt. Er kauft mit seinem Partner bankrotte Firmen auf, nimmt deren Firmenhülle und füllt diese mit hoffnungsvollen Startups. Scheinbar lebt es sich gut davon.

Wir unterhielten uns angeregt und ich konnte im ein paar Insider-Tipps für unsere Ferien abluchsen. Vermutlich werden wir auf dem Weg der Küste entlang bei ihm einen Zwischenhalt einlegen – mal schauen ob er uns noch kennt oder bereits die amerikanische Mentalität angenommen hat ;-).

In Tampa gelandet nahmen wir ein paar Minuten später unser Gepäck in Empfang und machten uns auf den Weg ins nahe gelegene Hotel, GPS sei dank. Wir bestellten uns ein Nachtessen vom Chinesen, welches recht ordentlich mundete und dafür dank des tiefen Dollarkurses für uns mit 11 und ein paar Zerquetschte $ sehr preiswert war. Müde, aber zufrieden gönnten wir uns ein paar Stunden Schlaf.

Samstag, April 05, 2008

Florida: here we come again, my dear!

Eben noch mitten drin in den Projekten und De-Eskalationen im Office und schon sitze ich im Auto auf einem Walmart Parkplatz mit Toby Keith in den Ohren und schreibe diese Zeilen. Wir haben graue Wolken eingetauscht gegen sommerliche Temperaturen und Sonne, die Schweiz gegen Florida.


Wie immer auf den letzten Drücker haben wir mit einer Woche Vorlauf auf http://www.ebookers.ch/ einen Flug gekauft (nicht nachmachen, zu kostspielig :-( ), auf http://www.usa-mietwagen.de/ ein Auto gemietet und auf http://www.hotels.com/ eine Übernachtung im "Extended Stay America" in der Nähe des Flughafens von Tampa gebucht.

Da wir erst am Montag flogen, aber für Samstag den Besuch des Seven Konzert im Zürcher Kaufleuten geplant hatten genossen wir noch ein Weekend in Zürich. Auf eBay lassen sich bekanntlich Übernachtungen in verschiedenen Städten ersteigern, wir hatten noch einen Gutscheind für das Swissotel übrig. Da wir zwei Nächte geplant hatten fragte ich nach dem (regulären) Preis für die zweite Übernachtung. Fazit: wir haben letzte Woche noch einen zweiten Gutschein ersteigert – und fürs selbe Zimmer pro Nacht rund 100 Franken weniger bezahlt. Doch genug der Rappenspalterei, aber wie mein Grosi immer sagt: wer den Rappen nicht ehrt ist des Frankens nicht wert ;-). Zürich war aber nur der Nebenschauplatz, bevor wir über den grossen Teich flogen.

And here we are! Nachdem wir in Zürich zuerst den Zug verpasst haben, dann durch die Zollkontrolle und den Security Check durchwaren merkte ich, dass wir am falschen Gate waren. Aber halb so wild, ein paar Minuten später war das geregelt.

Der Flug verging rasch, vermutlich lag es daran dass durch die arktische Kälte verströmende Klimaanalage das Zeitempfinden entsprechend beeinträchtigt wurde. Neben uns war eine Familie mit einer kleinen Tochter, die gerade ihr erstes Wort gelernt hatte, „Nei(n)“ - dieses übte die Kleine dann auch fleissig bis zum Umfallen... Und wir freuten uns auf die Landung und die nächsten zwei Wochen in sommerlichen Klima.