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Dienstag, Dezember 13, 2005

LIFT 06 in Genf - wo Mensch und Technologie zusammengebracht werden

Das werden zwei bereichernde Tage an der LIFT Konferenz in Genf, davon bin ich überzeugt! Um was es dabei geht? Um das Naheliegendste:
  • LIFT is a conference about new technologies and people.
  • LIFT is about teaming talented observers, explorers, and builders with people whose work depends on understanding current challenges and creative solutions presented by emerging technologies. Attendees will face cutting edge business models, bold predictions, radical thinking -- ideas to inject into their own part of the planet.
  • LIFT has a simple goal: connect people who are passionate about new applications of technology and propel their conversations into the broader world to improve life and work.

Das detaillierte Programm findet sich hier:

  • Xavier Comtesse als stellvertretender Leiter des Think Tanks Avenir Suisse wird sich mit harten Fakten und innovativen Vorschlägen nicht zurückhalten, ich war begeistert von seiner Präsentation am CNO Panel in Bern.
  • Wer den Blog von David Galipeau liest darf auch von Ihm einen interessante Beitrag mit viel Substanz erwarten.
  • Und last but not least: Robert Scooble, Top Blogger von Microsoft, hält das Schlussreferat - bei IT Conversations gibts übrigens ein umfassendes Interview mit ihm.

Hope to see you there!

Freitag, Februar 03, 2006

Lift 06 Conference - the day before is the day after, ein Wrap Up des ersten Tag

Halbzeit. Das war ein intensiver Tag gestern an der Lift Conference, aber das Versprechen „A conference about new technologies and people (lift: life ideas future together)“ wurde eingelöst.

Der Groove an der Convention ist angenehm entspannt, das Publikum durchmischt. Diversity par excellence, alt und jung, Männlein und Weiblein, Businessmen und Geeks, bekannte Namen und neue Gesichter,… Was mich erstaunte waren die zum Teil unprofessionell gestalteten Slides und dass die Botschaft trotz ausgewiesenem Expertenwissen einfach nicht rüber kam oder klar formuliert war – zum Glück ist dies nicht nur mir so gegangen.

Hier ein kurzer Wrap Up:

  • Bruno Giussani startete mit einer Keynote, welche einige Fenster öffnete und das ganze Spektrum der elektronischen Kommunikation abdeckte. Interessant die Erkenntnis, dass jeder Mensch potentiell ein Zeuge von Geschehnissen ist und diese auch öffentlich machen kann - und somit die klassischen Medien umgeht. Ich hoffe, dass Bruno uns die Präsentation zur Verfügung stellt damit ich mir das nochmals in aller Ruhe zu Gemüte führen kann.
  • Dann übernahm David Galipeau das Ruder und erläuterte die Problematik von Consumerism vs. Activism. Die Kernfrage, die sich auf Basis einer Umfrage stellt die David letztes Jahr durchgeführt hat, lautet: Wie werden die Bürger des globalen Dorfs vom Konsum in Richtung aktiver Handlungen bewegt? Interessanterweise machen uns da die Politiker und Glaubensgemeinschaften vor, wie das gehen könnte. Kleine Randbemerkung: David hatte in seiner Präsentation einige starke OneWord Slides wie „Me“ oder „God“ – wie Steve Jobs zeigt er uns, dass mehr manchmal weniger ist.
  • Cory Doctorow referierte über Digital Rights Management. Kernaussage: was soll die Leute dazu bewegen, einen Song mit Digital Rights Management zu kaufen wenn genau der gleiche Song gratis im Internet heruntergeladen werden kann? Conclusio: dies kann kein Internet-Businessmodell sein!
  • Bruce Sterling! Der Name sorgte bei einigen Individuen bereits für frenetische Entzückung. Bruce war mir ein Begriff, ich hatte vor etwa 10 Jahren als Grünschnabel ein Buch von ihm gelesen – notabene am Bildschirm, da ich keine Papierversion zur Verfügung hatte. Mein erstes eBook, sozusagen. An den Inhalt erinnere ich mich nicht mehr en detail, aber an die Emotionen: Ich spürte, dass dies ein besonderes Buch war von einem besonderen Menschen, der Visionen hat. Und das machte mich glücklich. Bruce zeigte uns nun auf, wie er die Zukunft sieht, insbesondere mit Objekten wie Spimes und Blobjects. Mehr dazu dürft Ihr im neuen Buch nachlesen, ist eine relativ komplexe Thematik.
  • „Women in technology“ hiess das folgende Panel. Zuerst wurden einige Facts und Figures zu diesem Thema aufgezeigt, welche erschreckend aufzeigen dass es mit der (die?) Frauenpower in der Technologiebranche nicht weit her ist. Warum das so ist gestaltete sich etwas schwieriger herauszufinden, und Patentlösungen hatte auch niemand parat. Robert Scoble meldete sich zu Wort und erzählte von seinen öffentlichen „Blogging Dinners“, an welchen auch praktisch keine Frauen teilnehmen. Darauf kam eine starke Wortmeldung einer Lady aus der ersten Reihe: Frauen müssen sich selbst „empowern“ und nehmen was Ihnen zusteht, sprich sich nicht auf den Goodwill der Männergesellschaft verlassen. Gut gebrüllt, Löwin!
    An dieser Stelle noch ein Hinweis auf die Veranstaltung „Blog Her“, welche den bloggenden Frauen eine Plattform gibt. Wer sich die Panels anhört spürt sofort den kleinen Unterschied. Meine Lieblingssession mit Charlene Li, Halley Suitt und Co. gibt’s hier als MP3.
  • Pierre Dillenbourg machte klar, dass eLearning nicht tot ist. Er zeigte anhand plastischer Beispiele auf, welche Konzepte sich durchsetzen können. Beispielsweise wird an einer Schule der Computer so gut in die Infrastruktur integriert, dass die Kiddies gar nicht merken dass Sie mit einem Computer Lesen und Schreiben lernen. Ein anderes Beispiel sind in einen Tisch eingelassene Mikrofone, welche die Aktivität in einer Diskussion visualisieren – wer zu viel quatscht wird mittels roten Punkten auf dem Tisch gebremst, die Aktivität der anderen Beteiligten lässt sich ebenfalls anhand von Farben abschätzen. Sehr spannend und enthusiastisch vorgetragen, Chapeau!
  • Stefano Mastrogiacomo hatte sich dem Thema „Organizational Design“ vorgenommen. Kernaussage: es gibt keine Organisation, sondern nur Objekte die miteinander interagieren. Oder anders gesagt kann man eine Organisation zwar über Nacht ändern, aber die Objekte interagieren trotzdem nach Ihren Wünschen und Bedürfnissen. Interessanterweise sind die heute gebräuchlichen Organisationen oftmals aus dem letzten Jahrhundert (Taylorismus) und für die heutigen Bedürfnisse einfach nicht mehr zeitgemäss. Eine Organisation muss somit über die Menschen anfangen sich zu entwickeln, nicht über die Struktur.
  • Stefana Broadbent von Swisscom Innovations hatte das Schlusswort. Stefana beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen die verschiedenen Kommunikationskanäle einsetzen, bspw. unter welchen Bedingungen ein SMS anstelle einer E-Mail versandt wird oder wann zum Festnetz und wann zum Mobiltelefon gegriffen wird. Die Erkenntnisse dieser qualitativen Studien zeigen auf, dass die Menschen ganz genau wissen, wann Sie welchen Kommunikationskanal einsetzen wollen! SMS beispielsweise ist ein gutes Instrument, um mit seinem erweiterten Freundeskreis in Kontakt zu bleiben oder um sehr persönliche Kommunikation mit seinen engsten Freunden und Familie zu führen. E-Mail dagegen bietet sich an um nicht dringliche Sachen zu organisieren und ist eher ein Medium für weniger persönliche Kontaktaufnahme. Wir dürfen gespannt sein, inwiefern die neuen Medien wie Blogs, Instant Messaging und VOIP die bestehenden Kanäle substituieren wird. Beim „Group Fondue“ diskutierte ich mit Paul Farnell die Highlights. Sein Rating? Na was wohl, die Lady von Swisscom Innovations! Das dachte sich auch das Fernsehen der französischen Schweiz, wo Stefana auch noch ein Interview geben durfte – well done, Stefana!

Nun wurde die zweite Runde der Lift Conference eingeläutet, steigen wir also in den Ring!

Mittwoch, Oktober 11, 2006

Lessons learned by coComment

coComment, eine wahre Erfolgsgeschichte.

Ich erinnere mich noch gut als ich im Jahre 2004 Nicholas im "Abruzzese" zum Mittagessen traf und er mich über das laufende Projekt ins Bilde setzte. Auch Laurent Haug, LIFT06 Organisator, wäre an dem Tag in Ostermundigen gewesen und hätte uns begleitet. Er hatte sich aber am Vortag aber den Fuss beim Fussballspielen verknackst - nun hoffe ich natürlich, diesen überaus hellen Kopf (siehe Ballpark) bei anderer Gelegenheit kennen zu lernen.

Ich hatte damals gehört, dass Swisscom Innovations an einem "Blog Projekt" arbeitete, was mich natürlich brennend interessierte. Nicholas und sein Team arbeiteten an einem Tool, welches Blog Kommentare trackt - simpel und doch grandios, oder?

Inzwischen ist einige Zeit ins Land gezogen und coComment hat sich nach der unverhofften Ankündigung durch den "Scobleizer" Robert Scoble nach der LIFT 06 Konferenz allgemein in der Bloggerszene etabliert. Nicholas hat Swisscom inzwischen verlassen um sich dem Start Up zu widmen und macht auch in der Weltwoche & Co. eine gute Figur.

Eine "klassische" Web 2.0 Erfolgsgeschichte - und wer nun nach dem "Name dropping" noch etwas lernen will soll sich bitte den Beitrag von Laurent verinnerlichen!

Donnerstag, Februar 23, 2006

It's time for a revolution - Swisscom announced coComment

Was die ganze (Blogger)welt in Aufruhr versetzt wurde nun offiziell von Swisscom mit einer Medienmitteilung announced:

coComment, dass Tool für die Verwaltung von Blogkommentaren, wird Netztagebücher revolutionieren!

Das Tool fand vor drei Wochen an der Lift 06 Conference erstmals grosse Beachtung, ich und viele andere haben darüber berichtet. Nun kann sich jeder Interessierte registrieren und benötigt keinen speziellen Einladungscode mehr.

Ich finde es gut dass Swisscom sich für eine aktive Kommunikation entschieden hat und bin auf das Medienecho gespannt. Übrigens, die Sonntagszeitung hat am letzten Wochenende einen grösseren Artikel über coComment verfasst.