Mittwoch, Juli 08, 2009

American Adventure: Körperkontakt im öffentlichen Verkehr

„You going?” lautete das lapidare Mail. “Why not, I'm in.” Madame stellte dann aber fest, dass der beste Freund seinen Geburtstag nicht mit FreundIN, sondern kurzfristig mit FreundEN verbringen will. Das sollte mich aber nicht daran hindern, mich unters Volk zu mischen.

Ich nahm also den Bus Richtung People Lounge. “Please do not talk to operator while bus is in motion.”, hiess es. Doch der Chauffeur hielt sich nicht daran und kam mit mir ins Gespräch. Er musterte gerade die Velofahrerin, welche mit einer Hand waghalsig durch den Verkehr manövrierte und mit der anderen versuchte eine SMS zu texten.

Ich wollte wissen, was denn das Verückteste gewesen sei, was er so erlebe. Er schmunzelte, und zwinkerte mir zu, dass er des Nachts manche Leute davon abhalten müsse, den Bus mit dem Schlafzimmer zu verwechseln.

Der Platz im Bus ist manchmal beschränkt, und selbstverständlich boten wir unsere Plätze den älteren Herrschaften an. Doch nein, das kam gar nicht in Frage. Lieber stehen und sich die Haxen brechen beim nächsten Vollstop.

Der Unterschied von der Subway zum Bus ist augenfällig. Im Bus rumpelt es, wird telefoniert, gequasselt etc. Wer in der Stadt unterwegs ist und ein kleines Erdbeben spürt muss keine Angst haben, es ist nur die Subway, die unterhalb durchbraust.

Das Handy funktioniert übrigens überhaupt nicht im Untergrund, und in der Subway ist es einiges ruhiger als im Bus - viele sind in ihrer eigenen Welt, im Buch oder iPod versunken. In der Schweiz sind die Züge ja mit Gratiszeitungen geflutet... dies ist hier fast gar nicht der Fall, erstaunlicherweise.

Was mich immer wieder aufs Neue fasziniert sind die Leute, die man im "Public transport" antrifft. Da kann der Penner neben dem Business Man sitzen und einen Dollar erschnorren, das Model den Touristen die richtige Station zum Aussteigen raussuchen, der Maler dem Barde mit Gitarre seine Business Karte zustecken, und ich mit dem Schweizer Paar einen Schwatz halten.

Das Interessante am Bus ist auch, dass man etwas von der Stadt sieht, bei der Subway sind es bloss immer ähnlich aussehenden Stationen und ein paar Ratten. Ach ja, und wer dringed Körperkontakt sucht hat kein Problem - einfach während der Rushhour die Subway nutzen... kostet nur 2 Dollar, egal wie weit und wie lange man fährt.

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