Samstag, Mai 09, 2009

American Adventure: Auf Wohnungssuche in New York

Sitze hier an meinem Schreibtisch im 17. Stock und sehe dem Mond zu, wie er über dem East River oberhal der Lichter von Brooklyn in voller Pracht orange aufgeht. Der Heli fliegt vorbei, das Schiff kommt hinter dem Hochhaus von vis-à-vis hervorgetuckert. Mir gefällt diese Aussicht aus meinem neuen Zimmer.


Ich hatte auf www.Craigslist.com selbst eine Anzeige aufgegeben, dass ich ein Zimmer über den Sommer suche. Kriterien: Internet, Bett, 250 Dollar/Woche. Dies ist definitiv weniger zeitaufwändig, als selbst durch die Listen zu browsen und die seriösen Angebote von den Betrügereien zu unterscheiden.

Ich erhielt ein paar Angebote zugestellt, die ich zum Teil auch näher anschaute. Ein Zimmer war bei Max und Julia, sowie ihren zwei Katzen. Ich hatte alle zusammen sofort ins Herz geschlossen, leider war der Verschlag nur über eine Leiter erreichbar, sehr klein, hatte kein richtiges Bett und auch keine Türen.

Doch die Aussicht vom Dach war toll.


Elizabeth, eine pensionierte Halbschweizerin, hatte auch eine Kammer in Brooklyn im Angebot. Trotz intensiver Suche gelang es mir aber nicht, die Wohnung ausfindig zu machen. Ich fragte jede Menge Leute, niemand wusste Bescheid. Dafür hatte ich Gelgenheit die Nachbarschaft zu beäugen und entschied, dass ich mich nur bedingt wohlfühlen würde.

Flavia und ihr Bruder waren gerade für eine Woche nach Kalifornien unterwegs, als ich anrief. Deren Bleibe in Harlem hätte mir auf den Fotos gefallen, wenn auch etwas ab von Downtown, aber doch eine relativ sichere Gegend. Das selbe bei Lea Ann, sie war in Südafrika bei der Familie zu Besuch. Gutes Angebot‚ aber einfach etwas weit ausserhalb von Manhattan. Doch dann kam eh alles anders.

Mein Zimmer in den letzten Wochen war hervorragend gelegen, geräumig, mit allem nötigen ausgestattet, sauber, nah zur Subway – kurzum passend. Ausser einmal, da fühlte ich mich beobachtet. Ich drehte mich um. Eine 5 cm Kakerlake (wenn nicht sogar 10 cm lang) stand hinter mir. Ich überlegte, ob ich kämpfen sollte. Und entschied mich dagegen, indem ich tat als hätte unsere Begegnung nicht stattgefunden. Von da an kamen wir gut miteinander aus und sahen uns nie wieder. (Das Foto ist geklaut, aber das Ding war MINDESTENS so gross, haha).

Oder als ich nach Hause kam blockierte wieder einmal ein Polizeiauto die Strasse vor meinem Eingang. Dies war mir bereits am Vortag aufgefallen, ich hatte mir aber nichts dabei gedacht. Nun klingelte es bei mir: die Cops waren hungrig auf Süsses und hatten sich in der Patisserie „Veniero“ nebenan einen Zuckerschub geholt!

Doch zurück zum Thema. Ich suchte eine günstigere Bleibe und schrieb etwa 15 verschiedene Anbieter an. Einige in meiner Nachbarschaft meldeten sich, und ich machte mich auf die Socken, diese etwas genauer anzusehen.

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