Das „Willie Nelson Picnic“ hatte einiges zu bieten für einen Country Musik Fan wie mich. Die Hitze war mörderisch, jeder Luftzug ein Geschenk.
Das Volk war bunt gemischt, Patrioten mit US Flaggen, Latinos, vom Leben Gebeutelte und Gesegnete, Familien, Alt-Hippies, Paris Hilton und Nicole Richie Verschnitte – und ich mittendrin.
Die Leute heissen nicht umsonst „Rednecks“, Sonnenbrand gehört hier wohl zum guten Ton. Die Mehrheit war darauf aus nach dem „4th of July“ Weekend mit einem roten Kopf zur Arbeit zu erscheinen… Rot - röter – redneck ;-).
4th of July Weekend? Am 4. Juli 1776 wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verabschiedet. Damit lösten sich die nordamerikanischen Kolonien von England. Dieser Tag wird also als Geburtstag der Vereinigten Staaten als freie und unabhängige Nation gefeiert.
Übrigens, wer lachen will wird Bill Engvall‘s „here’s your sign“ Sketche lieben – I do! Mindestens so gut ist Jeff Foxworthy’s „You might be a redneck“. Kultcharakter hat Ron White mit seiner "Drunk in public" Story. Damit wären die "Blue Collar"Acts alle aufgeführt, ausser Larry the "Git-R-Done" Cable Guy. Aber der ist auch nicht so lustig wie die anderen.
Auf Hawaii waren Tattoos allgegenwärtig, und auch in Texas gab es einiges zu sehen. Wer würde sich bei uns die Automarke „Ford“ und einen Totenkopf mit zwei Kolben anstelle der Knochen tätowieren lassen? Apropos Körperkult: das Männerklo war der meistbesuchte Ort der Veranstaltung, you know what I mean… Einer kam dort barfuss angetanzt, wusch sich aber danach wenigstens die Hände...
Interessant waren auch Kleidungsstücke mit der Aufschrift „I love rehab“, „Play in the dirt“ oder „If you don’t like it here, leave it!“… Oder die aparte Blondine vor mir, mit ihrem 300 Pfund Manno, die während der Show die Bürste rausholte und sich die Haare kämmte.
Zugegen waren auch Illusionisten, die auf ein besseres Leben warten – und solche, die ihre Illusionen längst fallen gelassen haben und deswegen Bud um Bud w(e)iser werden. Die Leuchttafel „Drive – Drunk – Jail“ scheint nicht zu beeindrucken.
Das Publikum wedelt sich mit 100.3 KILT Country Radio Fächern warme Luft zu, ich konnte meinem Vordermann auch so ein Teil abluchsen (zum Glück). Ein Security scheuchte zwei ältere Damen von den Sitzplätzen zur offiziellen Tanzzone rüber, was das Publikum mit einem „Buuuuh“ quittierte. Der Security nahm’s gelassen und verneigte sich vor der Menge.
Schon in New York und auch auf Hawaii hatte ich die Zeitgenossen bemerkt, die das Handy auf Lautsprecher Modus geschaltet haben und die ganze Umwelt teilhaben lassen an ihrem Gespräch. Das war hier nicht anders, vermutlich geht es dabei darum, den Tumoren im Kopf vorzubeugen. Ich würde an dieser Stelle mal eine Sonnencreme als Alternative zur Krebsvorsorge ins Gespräch bringen.
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