Donnerstag, April 19, 2007

ITIL Crashkurs - ITIL im Kontext anderer Ansätze

Es gibt unzählige Ansätze im IT-Umfeld. ITIL ist einer von ihnen und ergänzt sich hervorragend komplementär mit anderen Frameworks und Standards. Je nach Geschäftsfeld macht es absolut Sinn, nebst ITIL weitere der untenstehenden Frameworks und Standards zu verwenden.

Es ist deshalb nicht möglich und sinnvoll, diese Methoden miteinander zu vergleichen. Jeder Ansatz hat seine spezifische Vor- und Nachteile, die optimale Kombination muss jedes Unternehmen für sich selbst herausfinden. Im Folgenden werden die jeweiligen Ansätze kurz beschrieben, die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Six Sigma: Six Sigma ist eine Qualitätsmanagement Methode, welche einen möglichst fehlerfreien Geschäftsprozess zum Ziel hat. Dabei werden die Anforderungen aus Kundensicht formuliert. Der Prozess ermöglicht das Messen der Qualität und das Setzen von Zielen. Der Six Sigma Ansatz setzt dabei auf DMAIC – Definieren (Define), Messen (Measure), Analysieren (Analyze), Verbessern (Improve) und Kontrollieren (Control).

British Standard 15000: Ein Unternehmen kann sich nach dem British Standard 15000, welcher als Qualitätsstandard für das IT Service Management (ITSM) gilt, zertifizieren lassen. Er definiert die notwendigen generischen Prozesse, welche eine Organisation etablieren muss, um IT-Services in definierter Qualität bereitzustellen und managen zu können. Er richtet sich an den ITIL Prozessbeschreibungen aus und ergänzt diese komplementär.

British Standard 7799-2: Die British Standard BS 7799-2 stellt die Spezifikation für ein Information Security Management System dar, welches sich in eine Reihe anderer, internationaler Management-Systeme nach dem ISO Standard einfügt und im Jahr 2005 als ISO 27001 international genormt wurde. Es hat zum Ziel, anhand eines Modells die Einführung und den Betrieb eines effektiven Information Security Management System zu ermöglichen.

Capability Maturity Model: Dieses Modell wird dazu benutzt, den Reifegrad von Prozessen zu prüfen. Es wird vor allem zur Kontrolle der Struktur bei der Entwicklung von Software Systemen eingesetzt, kann aber auch in anderen Bereichen angewendet werden.

COBIT - Control Objectives for Information and related Technology: Ausgerichtet auf IT-Controls und Metriken (Key Performance Indicators KPIs, Key Goal Indicators KGIs und Critical Success Factors CSFs), sagt aber nichts über das „Wie“ aus. Der Fokus liegt darauf, klare Ziele in der Informatik zu setzen und das Risiko zu managen. Das Framework enthält 34 High-Level Control Objectives und daraus abgeleitet 318 Detaillierungen.

International Organisation for Standardization – Standard 17799: ISO 17799 ist ein Informationssicherheitsstandard mit „Best practice“ Empfehlungen und basiert auf dem British Standard BS 7799-1. Er richtet sich mit vielen Empfehlungen an die Verantwortlichen für ein Information Security Management System (ISMS), sagt aber nichts über deren Umsetzung, sprich das „Wie“, aus.

International Organisation for Standardization – Standard 20 000: ISO 20000 ist der erste internationale Standard für IT Service Management und basiert auf dem British Standard BS15000. Der Standard zeigt einen integrierten Prozessansatz auf um Services effektiv zu managen und damit die Business und Kundenanforderungen zu erfüllen.

Information Services Procurement Library: Bei ISPL handelt es sich um einen „Best practice“ Ansatz für das Lieferanten Management. Die daraus resultierenden Aktivitäten kommen sowohl kontinuierlich beim IT Service Management wie auch einmalig bei Projekten zum Einsatz und gehen von Zieldefinition über Planung bis zu Beschaffung und Vertragsabschluss.

IT Service Management Forum: Das ITSMF ist ein unabhängiges Forum für IT Service Management Spezialisten. Das Forum hat global über 5000 Mitglieder und starkes Interesse am de-facto Standard ITIL.

Microsoft Operations Framework: Das MOF setzt sich aus einem Prozessmodell und einem Teammodell zusammen, welche jeweils eine Hauptkomponente des IT-Betriebs darstellen. Unterstützt wird das Ganze von einem Risikomanagement Ansatz. Das Framework basiert auf anderen Konzepten wie ITIL, ISO15504, MSF etc. und hat zum Ziel, den Betrieb von Microsoft Umgebungen möglichst effizient und effektiv zu gestalten. Das Vorgehen selbst basiert auf ITIL, gibt aber auch innerhalb der Prozesse Vorschläge zur Umsetzung.

Microsoft Solutions Framework: Beim Microsoft Solutions Framework (MSF) handelt es sich um ein Set von Software Engineering Prozessen, Prinzipien und erprobten Praktiken, welche Software Entwicklern das Leben erleichtern. Der Fokus liegt dabei auf der Software Entwicklung und dem Infrastruktur Deployment.

Support Center Practices: SCP legt den Schwerpunkt auf die Qualitätsbeurteilung von Supportleistungen. Es kann eine Zertifizierung der Effektivität des Kundensupports angestrebt werden anhand der Leistungsstandards der jeweiligen Branche.

Total Quality Management: Fokussiert auf Prozesse und kontinuierliche Verbesserungen, jedoch nicht spezifisch im IT Bereich.

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