Nachdem unser Mietwagen wegen Falschparkierens abgeschleppt wurde machten wir uns auf zur Polizeistation, welche wir glücklicherweise in einem 5 Minuten Fussmarsch erreichen konnten. Die Polizistin teilte uns mit, dass Sie den Vertrag mit der Mietwagenfirma benötige um das Auto auszulösen. Wo hatten wir den bloss verstaut, entweder im Handschuhfach oder im Hotel… Da der Abschleppdienst gerade in Beverly Hills zu weiteren Schandtaten unterwegs war konnte niemand im Handschuhfach nachsehen, sprich: wir sollten später nochmals vorbei kommen. Der Abend war inzwischen schon recht fortgeschritten, und wir machten uns auf etwas zwischen die Zähne zu bekommen.
Eine Stunde später waren wir zurück auf dem Polizeiposten, genau rechtzeitig. Der Abschleppdienst knackte gerade unser Auto und fand den Vertrag leider nicht im Handschuhfach, sprich er war im Hotel… Die Polizistin ersparte uns den Weg ins Hotel und liess sich von der Autovermietung Alamo das Dokument durchfaxen. Wir erhielten nun, in the middle of the night, die Erlaubnis unser Auto wieder auszulösen. 70$ kostete der Spass – so dachten wir zumindest.
Wir schnappten uns ein Taxi zu dem Abschleppdienst, und dort erwartete uns die nächste Überraschung: über 200 $ sollte es kosten, wenn wir das Auto noch diese Nacht auslösten (Nachtzuschlag)!!! Also liessen wir uns zurück ins Hotel chauffieren und genehmigten uns auf den Schreck erstmal eine Margarita.
Am nächsten Morgen früh fuhren wir mit dem Taxi gleich nochmals zum Abschleppdienst und konnten das Auto für 173$ definitiv wieder zurück erhalten. Falsch Parkieren in den Staaten kann teuer werden, in unserem Fall kostete der Spass über 300 Stutz, gopferdelli!
Der Himmel wie auch unsere Stimmung war eher wolkig als heiter. Am Abend zuvor hatten wir uns für eine
Sightseeing Tour in Los Angeles angemeldet, und so absolvierten wir in einem halben Tag das „Pflichtprogamm“ für Touristen: in Beverly Hills die Häuser der Stars ankucken („Letzte Woche war Ben Affleck im Auto neben uns“), am Rodeo Drive die Nasen an den sündhaft teueren Geschäften platt drücken, auf dem Walk of Fame laufen (dort wo wir ausstiegen war Bugs Bunny mir die einzige bekannte Showgrösse), die Melrose Avenue abfahren (wobei das Haus aus der TV Serie „Melrose Place“ einige Meilen weiter liegt), den Sunset Strip, vom Mullholland Drive das Hollywood Signet am Berg bestaunen (welches beim Papstbesuch in Holywood „verunstaltet“ wurde und in den Siebzigern als "Hollyweed" herhalten musste) und zum Schluss noch ein Halt bei den Universal Studios.
Der Regen an diesem Tag hatte auch sein Gutes: Wir sahen L.A. in seinen vollen Dimensionen, da der ganze Smog runtergewaschen worden war. Unser Hotel lag auf dem Heimweg von Jesse, dem Busfahrer, und somit hatten wir noch eine kurzweilige Fahrt mit lustigen Anekdoten von seinen Sightseeingtours. Trotzdem war unser Aufenthalt nicht das Gelbe vom Ei gewesen, und wir waren nicht unglücklich als wir uns von Santa Monica aus dem Staub machten in Richtung … Long Beach!





