Donnerstag, September 17, 2009

American Adventure: Couture Fashion Week in New York - Wo Kunst und Mode zusammen kommen

von Reto Stuber, www.Schreibenslust.com

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Intro
„Ladies and Gentlemen in der ersten Reihe, bitte die Beine nicht kreuzen – es gibt nichts schlimmeres, als Schuhsohlen auf einem Foto!“ Der Fotograf an der New Yorker Couture 2009 Fashion Show scheint zu wissen, von was er spricht. Die Armada seiner Kollegen nickt zustimmend. Wir setzen uns also brav hin, wie damals auf der Schulbank.


Rückblende
Am Samstag erhielt ich die Einladung, an der Modeschau im Waldorf Astoria teilzunehmen. Was ich mir nicht entgehen lassen wollte, obwohl ich mich bereits anderweitig zum polnischen Pierogi machen angemeldet habe. Nun, Mann muss Prioritäten setzen: zum Essen werde ich auf jeden Fall dabei sein.


Modeschauen aus der ersten Reihe zu geniessen war bis anhin nicht meine Welt, aber versprach eine interessante Erfahrung zu werden. Oder wie meine Kollegin Kim zu sagen pflegt: „Do it, just for the experience!“


Und Action!
Der Bass dröhnt. Der DJ legt saftige Hausmusik auf. Und dann kamen die ersten Models angetrippelt, mit gaaaaanz langen Beinen und viel zu wenig Speck auf den Rippen. Die Kleider glitzerten im Scheinwerfer- und Blitzlichtgewitter. Ich stelle mir die Designerin hinter der Bühne vor, sicher flüstert sie den Hübschen ein „Cool bleiben, Girls“ zu. Energisch beschreiten diese den Laufsteg, mit wehenden Fahnen oder auch wie ein Neoprenanzug enganliegenden Kleidern. Assoziationen flackern in meinem Kopf, Zuckerwatte, Barbarella, Gardinenstoff. Und Märchenhochzeit, hier das Video.



Vorhang fällt
Pause. Zeit genug, um sich den Kunstwerken und Leuten in der Lobby zu widmen. Ich bleibe bei David Datuna hängen. Seine Installation kostet etwas über 100 000 Dollar, die große.


Neben mir stehen Rollerena und Augustino, das wunderbarste Paar des Tages. Ich frage, ob ich ein Foto machen darf. Aber sicher! Rollerena, eine stadtbekannte Drag Queen wie ich später recherchiere, kritzelt mir ihre Adresse auf die Visitenkarte. Damit ich ihr das Foto schicken kann. No Email. I will.


Die kleinere Installation mit den zusammengeklebten Brillengläsern von David Datuna gefällt auch, diese ist ab 60 000$ und ein paar Zerquetschten zu haben. Ein Kamerateam dreht gerade eine Dokumentation über den Künstler, ich darf ein Statement abgeben.

Danach will Esperanza Tielbaard mit mir plaudern und steckt mir ein schönes selbstbemaltes Buchzeichen als Andenken zu. Hoffentlich verkauft Sie einige ihrer ansprechenden Arbeiten. Bemerkenswert ein paar Schritte weiter die 11 jährige Victoria Yin. In surrealistischer Manier nach Max Ernst, Joan Miró, Salvador Dali und Konsorten pinselt sie, und hat die ersten Schritte schon gemacht, bevor sie laufen konnte.



Weiter zu Otis J Guy, der seine Azad Luxusuhren zur Schau stellt. Die an seinem Handgelenk kostet 110. Hundertzehntausend Dollar. Sind ja auch alles echte Diamanten und „Made in the USA“ – genauer gesagt im Diamanten District in New York. Bei dem Kamerateam, das ihn interviewt, komme ich nicht zu Wort, werde aber gebeten interessiert in die Vitrine linsen. Klar, ein Lächeln gibt’s umsonst dazu.

Es stinkt, nach Geld. Und man sieht, wer es hat und wer noch daran arbeitet. Und wer sich einen Dreck darum schert und einfach sich selbst ist. Diesen Menschen zuzusehen hat etwas Beruhigendes, es gibt viel zu wenige davon. Auch abseits des Laufstegs wird genau hingekuckt. Die Frauen mustern alles, was vorbeiläuft - von zuoberst bis zuunterst – und die Männer sowieso, Evolutionsbedingt halt.

Über die Designerin Nedret Taciroglu
Nedret Taciroglu hat eine langjährige kreative Karriere hinter sich. Nachdem sie einen Abschluss in Innenarchitektur an der Mimar Sinan Universität in Istanbul gemacht hat, kam Nedret zum ersten mal 1976 als Model direkt mit der Mode-Industrie in Berührung. Sie gründet das Label Nedo Leather, wo sie gleichzeitig designt, produziert und exportiert hat.

Tausende Kunden in Paris, New York, Dallas und Houston kauften ihre feinen Ledergewänder, und sie konnte eine 18-teilige Kollektion für die frühere First Lady Nancy Reagan entwerfen.
Im Frühjahr 2002 startete Taciroglu die „Nedo Collection“ mit der Unterstützung ihrer Freunde aus dem Modebusiness. Nedo Collection machte sich schnell einen Namen bei der internationalen Käuferschaft, vor allem wegen der besonderen Stoffe und Accessoires.

Über den Designer Walid Atallah
Nach seinem High School Abschluss in seiner Geburtsstadt Beirut ging Walid Atallah nach Amerika und studierte an der Universität von Chicago Modedesign. Nach seinem Abschluss liess er sich in der schnell wachsenden Stadt Dubai nieder, von wo aus er seine Designkarriere startete.

Seine einzigartigen Designs fanden schnell Zuspruch von anspruchsvollen Modeliebhabern. Atallah hatte seine erste Modenschau 1996 in Dubai, mit prominenten Gästen, wie etwa der berühmten libanesischen Sängerin Najwa Karam und dem internationalen Topmodel Nathalie Fadlallah. Die Kollektion wurde enthusiastisch von der Industrie aufgenommen.
Seine nächste Fashionshow wurde im weltbekannten Buj Al Arab Hotel abgehalten, wo er dem anspruchsvollen Publikum - dem Adel eingeschlossen - eine opulente Kollektion präsentierte. Seitdem hat Walid seine erinnerungswürdigen Kollektionen auf dutzenden Modeveranstaltungen in der arabischen Welt ebenso wie den Modehauptstädten Frankreichs und Italiens präsentiert. Von der französischen Gesellschaft der Modedesigner erhielt er einen internationalen Designaward.

Er ist für seine exquisiten Abend- & Brautkleider bekannt, sowie für seinen gekonnten Umgang mit Diamanten, echten Swarovski Kristallen und anderen kostbaren Steinen. Im Jahr 2005 brachte er seine erste Schmuckkollektion heraus, deren Stücke mit Diamanten, Rubinen, Saphiren, Smaragden und Perlen aus Tahiti verziert sind.
Der talentierte und versierte Designer veröffentlichte vor kurzem auch eine Kollektion mit dem Titel „W“, in der trendige Jeans und Tops für die modebewusste Frau von heute vorgestellt wurden.


















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