Die Tage vergehen wie im Flug. Ich überlegte mir, was ich am Abend unternehmen könnte, recherchierte im Netz und entschied mich für den Dillons Comedy Club. Dieser war im Theater District zu finden, und ich wanderte eine Stunde lang durch New York, vom East Village der 5th Avenue entlang in Richtung Central Parks. Am Vorabend war ich noch stolz auf meine 30 Dollar Treter gewesen, schick und bequem. Nach diesem Fussmarsch musste ich meine Meinung leicht revidieren, aber vielleicht waren ja auch nur die Socken schuld :-). Der Eintritt in den Club war gratis, ich sollte noch merken wieso... Da ich eh war wieder mal zu früh war gönnte ich mir eine Diet Coke.
Dann ging die Show nach 22 Uhr los, der Club war immer noch halbleer. Ich machte mir ein paar Notizen, stacherte in meinem Curry herum und schaute dem Treiben auf der Bühne zu. Plötzlich sprang einer der neben mir sitzenden Jungs auf, schnappte sich meine auf dem Tisch liegenden Notizen und rannte davon. Perplex schaute ich ihm nach und nahm noch einen Bissen Curry. Ein paar Minuten später kam er zurück und wollte wissen, was es denn mit diesem und jenem auf sich hätte. Ich erklärte. Lustig, er hätte ja auch einfach fragen können...
Die New Yorker sind cool. SEHR COOL. Das sieht man am Gang auf der Strasse, dem Outfit, an den Gesprächen und der Attitude. Der schwarze Glatzkopf wird vom Comedian kurzerhand auf Kanye Best getauft – der Erfolgreiche, der aus dem Ghetto kam und sich das blonde Barbie geangelt hat (die auch noch was im Kopf hat und schlagfertig ist, wie sich später herausstellte). Die zwei Girls aus der Bronx in der vordersten Reihe hatten es auch nicht immer einfach im Verlauf der Show, ich kam kam glimpflich davon ;-).
Es war ein bisschen wie wenn der Zauberer einen „Freiwilligen“ für seinen nächsten Trick sucht, alle versuchen sich zu noch etwas tiefer in den Sessel zu drücken und dem Unvermeidlichen zu entgehen. Eine Truppe betrunkener Engländer hatte damit aber kein Problem und wurde zwischenzeitlich die Hauptattraktion verschiedener Comedians - und alle hatten ihren Spass. Und wenn ich sage betrunken, dann meine ich wirklich betrunken: der eine ist während der Show auf dem Tisch eingeschlafen und danach auf die Bühne gegangen, um den Comedian zu verküssen.
Die Shows selbst waren durchzogen lustig und geprägt von Fäkal- und Minoritätenhumor. Nicht schlecht fand ich Harrison Greenbaum und Andrew Schultz. Insgesamt waren wohl so um die sieben Comedians auf der Bühne und gaben Gas, gute 2 Stunden lang.
Wie es denn gewesen sei, wurde ich später gefragt. „It was quite an experience...“ brachte es auf den Punkt.
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