Sonntag, April 19, 2009

American Adventure: ByeBye Switzerland und Ankommen auf der Queen Mary 2

Der letzte Tag in der Schweiz war geprägt von Abschieden – und dem 60igsten Geburtstag meiner lieben Mom. Es war schön, Familie und Freunde an diesem Tag zusammen zu sehen und Spass zu haben.

In den letzten Tagen haben mir verschiedene Leute mehr erzählt als ich erwartet habe. Lange verschüttete Träume, eigene Verhaltensmuster, die Willensbekundung (auch) etwas zu verändern. Mein Handeln hat offenbar Fragen aufgeworfen und auch einige zum Reflektieren animiert, gut so. Schliesslich leben wir nur einmal, oder?

Lustig sind die Pessimisten, die mir vorrechnen wie viele Arbeitslose dass es zurzeit in den USA gibt und dass ich Schwierigkeiten haben werden. Ja, da bin ich auch schon drauf gekommen. Es wird vermutlich schon bald 10% Arbeitslose geben, so viel wie seit mehr als 25 Jahren nicht mehr! Aber man findet auch immer eine Grund, etwas NICHT zu tun. Oder wie Henry Ford sagte, "Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern."

Am nächsten Morgen ging es beizeiten los, Richtung Zürich Flughafen. Die Schweiz kam mir einmal mehr wunderschön vor, als wir im Zug durchtuckerten. Das Gepäck hatte ich am Vortag in Bern aufgegeben, 20.-/Stück - ausser die Schokolade, die kam ins Handgepäck (DANKE Jürg!).

Eigentlich war nur ein Gepäckstück à 23kg im Flugpreis enthalten, worauf mich das Fröilein am SBB-Schalter aufmerksam gemacht hatte. Ich müsse dann bei British Airways Check In am Flughafen nachzahlen. Ich hatte extra British Airways und nicht Easy Jet gewählt, da bei Easy Jet der Preis für mein Gepäck den für den Flug um ein Vielfaches übertroffen hätte – man wandert ja nicht alle Tage aus. Am Schalter von BA war das aber dann kein Thema, und ich sprach es auch nicht an.

Anyway, nach der ByeBye Bar war ich allein unterwegs zum Gate. Wie ich mich fühle, wurde ich in den letzten Tagen oft gefragt. Erfüllt, Erwartungsfroh und Einverstanden trifft es. Aber auch Wehmut schwingt mit, vieles was mir lieb und wichtig ist muss ich zurücklassen. Die Trennung von materiellen Dingen macht mir (aktuell) keine Mühe, die von mir wichtigen Menschen schon eher. Mit meinem Entscheid die Schweiz zu verlassen und in die USA zu ziehen, habe ich mir nahe stehende Menschen vor vollendete Tatsachen gestellt. Doch dass es so sein muss war mir plötzlich glasklar. Alles hat seinen Preis, und auch seinen Wert.

Beim Security Check erleichterte man mich um meine Geltube („Sorry, ich cha das leider nid la duregah, gäll.“). Halb so wild, meine Stimmung hob sich rasch wieder als mein Telefon zu klingeln begann und ich noch ein paar gute Wünsche mit auf den Weg erhielt. Thanks folks!

Dann flog ich nach London Heathrow. Kurzer Flug, nun geht die Reise los.


Mein Gepäck war fast noch vor mir da. Vom Flughafen fuhr ich mit der Bahn ans Busterminal, wo ich einige Stunden auf den Bus nach Southampton warten musste. Dies war kurzweilig, mein Blick auf die Welt wird scharf, fokussiert, analysiert, beobachtet – das Wanderfieber hat mich wieder gepackt.

In Erinnerung bleiben mir der cholerische Inder mit dem Armee Haarschnitt, die Backpacker, der verwirrte Clochard mit den Plastikschuhen, die geschäftig wirkenden Flight Attendants, der übergewichtige Rotschopf mit Bravo für Erwachsene in der einen und Chipssack in der anderen Hand (nicht zu vergessen die tätowierten Füsse, Individualität zeigen ist heutzutage wichtiger denn je, haha) – und natürlich die stolz(ierend)en Tauben, die wie hippe Hopper mit dem Kopf wackeln.


Die Fahrt nach Southampton im Licht der sich senkenden Sonne war malerisch. Braune Erde, blauer Himmel. Grüne Wiesen, rote Ampeln. Wer kann da schon einem Lächeln auf den Lippen wiederstehen? Ein Taxi brachte mich vom Southampton Busterminal ins Hotel, wo ich an der Bar noch ein Veggieburger mit Pommes und Erbsen vertilgte. Lecker ist anders. Doch Bruce Springsteen wisperte mir aus dem Lautsprecher zu: „I’m working on a dream“.

1 Kommentar:

Fabienne hat gesagt…

Viel Glück für den Traum! Grüsse aus der Schweiz.