Freitag, Januar 09, 2009

Carribean Cruise - das illustre Leben an Bord eines Kreuzfahrtschiffs

Nach den vielen Berichten über Inseln ist es an der Zeit, auch etwas über das Leben an Bord zu erzählen. Das wichtigste Vorneweg: eine Kreuzfahrt ist ein Erlebnis, wärmstens zu empfehlen!




Auf dem Schiff gibt es rund um die Uhr zu essen, wobei das Essen im Angebot enthalten ist – im Gegensatz zum Trinken (enthalten sind nur Getränke wie Wasser, Eistee und normaler Tee - Sodas etc. müssen separat berappt werden).
Es gibt zwei Hauptrestaurants, zum einen das „Lido“ wo es ein Buffet im Stil einer guten Kantine hat. Das Morgen- und Abendessen kann aber auch à la Carte im „Rotterdam“ Dining Room bestellt werden, welcher qualitativ einem 5 Sterne Restaurant entspricht.

Das Essen war vorzüglich, und obwohl mir immer eingetrichtert wurde, dass man mit dem Essen nicht spielt gibt es doch offensichtliche Gründe, die dagegen sprechen. Die Schattenseite: viele dieser schönen Essens-Skulpturen wurden nur an einem Abend präsentiert und dann am nächsten Tag "entsorgt" (mit Ausnahme der Eisskulpturen, diese wurden mehrmals genutzt).


Beim Essen lernt man immer wieder Leute kennen. Wenn wir die ersten Nettigkeiten am Tisch ausgetauscht hatten, ging es stet nach dem selben Schema zu und her, bei dem man die Eigenheiten des eigenen Landes mit denen des Gegenübers vergleicht. Angefangen beim Strassenverkehr über das Gesundheitssystem bis zum Hochzeitsablauf.

Die Besatzung ist hauptsächlich aus Indonesien und den Philippinen, weshalb alle Hinweisschilder in Englisch, Indonesisch und Philippinisch ausgeführt sind. Die Leute sind extrem zuvorkommend und höflich. Buddy, unser Room Boy, hatte es wirklich drauf uns jeden Abend zu überraschen.


Das Schiff selbst ist ein kleines Ökosystem, welches eigentlich alles bietet was man sich nur wünschen kann. Natürlich gehört auch eine Wäscherei dazu, und ich gab einen Sack Wäsche auf. Die Leute nahmen ihren Job sehr ernst, mein Knitterhemd kam glatt gebügelt zurück!



Wer Lust hatte konnte sich auch mit den einarmigen Banditen undsoweiter im Casino anlegen. Der Opa interessierte sich dabei offensichtlich mehr für die Croupière als für seine Black Jack Karten.


An Kunst interessierte können sich Bilder in der Schiffs-eigenen Auktion ersteigern.


Wer es musikalisch mag kann täglich wunderbaren klassischen Klavierkonzerten zuhören, und wer lieber die Klassiker hört trifft sich bei Heather und singt mit.


Es gab einen Haufen interessanter Leute an Bord. Wir trafen auf Coco, eine Dame die eine Brille mit Gläsern gross wie Bullaugen und dickem schwarzen Rand auf hatte, welche mindestens das halbe Gesicht verdeckte. Das schneeweisse Haar streng zurückgebunden sah sie aus wie einem Comic entsprungen.
Eine andere ältere Dame, gut in Form, hatte jeden Tag ein anderes Stirnband auf - jedem sein Markenzeichen, "personal branding" ist wichtig heutzutage. Dann gab es noch Wayne, ein todernster Zeitgenosse, dessen Glas wohl immer halb leer. Auch Veteranen, von Krieg und Krankheit gezeichnet, waren anwesend - wer nicht mehr laufen konnte nutzte dann ein solches Gefährt:
Hier noch einige Kennzahlen unseres Schiffs, der "Maasdam":
  • Gross Tonnage: 55,451 grt.(One registered ton equals 100 cubic feet)
  • Length: 720 feet
  • Beam: 101 feet
  • Maximum speed: 22 knots (maximum)
  • Ship's Registry: The Netherlands
  • Passenger capacity: 1,258
  • Crew: 557
  • Dedicated: December, 1993 by actress June Allyson

Eine virtuelle Tour gibt es hier.



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