Dienstag, Oktober 28, 2008

4th European Futurists Conference: Mittelfristige Herausforderungen für Indien und China

Die Staaten Brasilien, Russland, Indien und China sind starke Wachstumsmärkte und werden die Zukunft der Welt stark beeinflussen.

Starten wir mit einigen Aussagen zu China, gemeinhin auch als "die globale Herstellungsfabrik" bezeichnet.
  • in den nächsten 10 Jahren im Durchschnitt 7-8% Wachstum des Brutto Sozialprodukts.
  • 250 Millionen Internet User und 440 Millionen Mobiltelefonnutzer.
  • Ein wichtiges Mitglied der internationalen Gemeinschaft.
  • Hochqualifizierte Talente.

Dies zeigt auf, dass China in Bewegung ist. Doch das bringt auch Schattenseiten mit sich.

  • Die soziale Entwicklung steht hinter der ökonomischen Entwicklung zurück.
  • Die Umwelt wird in Mitleidenschaft gezogen (Pollution).
  • Es gibt Issues im Bereich der natürlichen Ressourcen (Wasserbedarf) und des Energiebedarfs.
  • 700 Millionen Farmers in ländlichen Gegenden sind immer noch weit hinter den chinesischen Städten zurück und kämpfen mit Problemen wie Nahrungssicherheit und Arbeit.

Nehmen wir Indien genauer unter die Lupe, denn: Alles was man über Indien sagt stimmt - und das genaue Gegenteil trifft auch zu.

  • Eine wichtige Errungenschaft von Indien ist die Demokratie, es gab 15 Wahlen seit 1951, mit einer höheren Wahlbeteiligung.
  • NGOs sind gut vertreten und decken die Bereiche ab, welche die Regierung nicht adressiert.
  • Die Presse bietet ein breites Spektrum an Meinungen, jedoch nimmt der "sell out" der Medien zu.
  • Die grosse Population von 1.1 Milliarden, was einem Sechstel der Menschheit entspricht, bringt eine stetige Arbeitskraft.
  • Die Inder haben die so genannte "ability to adjust", sprich: wenn nötig werden auch 12 Inder in einem Auto versorgt, obwohl dieses nur für 4 gemacht ist.
  • Indien hat 27 Sprachen mit über 700 Dialekten! Es gibt rund 315 Millionen Personen in Indien, die nicht lesen können. Vielerorts wird gelesen, doch oft bei Mondlicht oder bei Kerosin Lampen.

Die Schwächen von Indien sollen nicht verschwiegen werden:

  • Aufgrund der alten Tradition wird die Zukunft zu wenig gestaltet.
  • Vorhandener Chauvinismus, regional und religiös - oft begleitet von Vandalismus und Gewalt.
  • Das Frauen-Männer Verhältnis ist nicht ausgeglichen.
  • Die öffentliche Versorgung ist oft unzureichend.
  • Fast 40% der Inder leben unterhalb der Armutsgrenze! Der Graben zwischen Arm und Reich wird nicht kleiner.
  • Es besteht hoher Abstimmungsbedarf zwischen Polizei und Behörden.
  • Neue Politiker werfen alles über den Haufen, was die vorherige Regierung gemacht hat - auch die guten Dinge.

Mehr über die Perspektive von Indien in einer Studie der deutschen Bank (pdf).

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