Freitag, August 29, 2008

Informatica 2008: Google lädt Schulklassen ein

„Im November und Dezember 2008 lädt Google vier Schulklassen zu einem eintägigen Besuch im europäischen Entwicklungszentrum in Zürich ein. Eine Schnitzeljagd, interaktive Programmierprojekte, ein legendäres Google-Mittagessen und vieles mehr.“ Details unter www.google.ch/gfad2008, Anmeldeschluss ist der 8. Oktober 2008.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Die Teilnahmebedingungen von Google kommen sehr arrogant und eigennützerisch daher, besonders:

* ein Gymnasium oder eine Kantonsschule in der Schweiz besuchen oder vor dem Übertritt in ein Gymnasium oder eine Kantonsschule in der Schweiz stehen.

Aha. Bereits hier selektiert man. Nur Gymnasiasten sind einer Förderung durch Google würdig. Um die Förderung des "geistigen Abschaums" soll sich gefälligst der Staat dann kümmern. Oder die TelCos und KMU sollen das dann übernehmen.

* in einer Schulklasse von höchstens 26 Schülerinnen und Schülern sein.

Auch hier sehr elitär. Wir werden dann sowieso nur Klassen aus Privatschulen und Privatinternaten auswählen, machen sie sich gar nicht erst die Mühe.

* daran interessiert sein, mehr über ein Studium im Bereich Informatik oder einem verwandten technischen Gebiet zu erfahren.


Seid gefälligst Feuer und Flamme für die Informatik und besonders auch für Google! Dies ist ein Befehl und gilt für restlos ALLE Schüler in der Klasse! Haben Sie verstanden, Herr Lehrer? Bitte schicken Sie Unwillige in die Gehirnwäsche oder versetzen Sie sie in eine andere Klasse.

* sehr gute Schulnoten haben.

Damit schiesst Google den Vogel beziehungsweise die schlechten Schüler ab. Es sollen sich also nur Klassen bewerben, die sehr gute Schulnoten haben? Wie misst man das überhaupt, so für die ganze Klasse, meine ich? Hat bei Google irgend jemand genug Hirnzellen, um zu begreifen, dass eine Notenskala nur eine Ordinalskala ist und nur INNERHALB einer Klasse eine gewisse Aussagekraft hat? Nein? Dann schicken Sie ihre Mitarbeiter doch noch einmal zurück ins College.
Lehrer werden ausserdem verführt, den Schülern bessere Noten als verdient zu geben. In einigen Staaten in den USA hat man mal den Lohn des Lehrpersonals an die Noten der Schüler gekoppelt. Wenig überraschend stiegen die Noten der Schüller dann wirklich. Aber nicht weil sie besser wurden, sondern weil die Lehrer so mehr verdienten.

* Klassen müssen von Lehrerinnen oder Lehrern und genügend anderen Begleitpersonen begleitet werden.

Auch hier wieder etwas, das sich praktisch nur eine Kleinklasse oder eine Privatschule leisten kann.

Das Tüpfchen auf dem i ist, dass Google die Klasse am Projekttag dann auch noch als äusserst preiswerten Ideen-Pool missbraucht.

Kurz: Google sollte die Verantwortlichen für diesen Quatschwettbewerb mit sofortiger Wirkung entlassen und zurück in die USA schicken, wo solche Dinge sozial akzeptiert sind (genauer: Die Gegner von solchen Ideen der WASP-Elite sowieso nichts zu sagen haben und auch nicht gehört werden). In der Schweiz gibt es zum Glück menschlichere, fairere und altruistischere Menschen als es die Google-Mitarbeiter/-innen sind.