Jochen Mai hat ein paar ganz interessante Aussagen aus diversen Umfragen zusammen gestellt, wovon ich hier ein paar rauszupfe.
- Vier von fünf deutschen Managern arbeiten mehr als 50 Stunden pro Woche, 96 Prozent arbeiten auch am Wochenende.
- 87 Prozent setzen auf den Ausgleich durch Familienleben und Partnerschaft, 70 Prozent dagegen auf Schlaf.
- 75 Prozent der Manager geben zu, mit Hilfe von E-Mails ihre Geschäftspartner oder Kollegen zu belügen.
- Rund 76 Prozent der deutschen Manager ist ihre persönliche Reputation im Internet wichtig bis sehr wichtig. 15 Prozent gestalten sie bereits aktiv mit.
- 80 Prozent der deutschen Chefs aus der mittleren Führungsebene sind Duckmäuser und Anpasser. Nur jeder Fünfte traut sich, eindeutig Position zu beziehen.
- Promovierte Führungskräfte verdienen jährlich rund 13.000 Euro mehr als solche, die keinen Doktortitel besitzen.
- Die Frauenquote im Management von Grossunternehmen liegt bei knapp 12 Prozent, bei mittelständischen Unternehmen sind es 17 Prozent.
- 36 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen geht ihr Boss vor allem montags auf die Nerven.
Wollen wir nun über sie richten, die arbeitswütigen, Familien-vernachlässigenden, taktierenden, nicht immer alle Karten auf den Tisch legenden, duckmäuserischen, übergebildeten, machomässigen Chefs? Und etwa noch behaupten wir würden es besser machen?
Mitnichten, schliesslich sind das in vielen Fällen auch nur Menschen mit Stärken und Schwächen - denen man halt ein bisschen genauer auf die Finger schaut als Leuten mit weniger Rampenlichtpräsenz. Jeder ist für sein Verhalten und Leben grundsätzlich selbst verantwortlich und muss herausfinden, was wirklich für ihn zählt (Karriere vs. Geld vs. Familie vs. Mitarbeiter vs. Ausbildung vs. Hobby vs. Sport vs. Nichtstun vs. ...) - über alle Hierarchiestufen hinweg!
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