Mittwoch, Januar 11, 2006

Swisscom verdreifacht ADSL-Bandbreiten - und hat noch einiges in Petto

Ha, darauf haben wir gewartet! Swisscom hat heute morgen angekündigt, dass in den kommenden Monaten die Bandbreiten für ADSL-Anschlüsse je nach Angebot um mehr als das Dreifache erhöht wird. Die neuen Angebotsprofile sind durch die maximal erreichbare Bandbreite definiert - der Kunde erhält die maximal mögliche Datentransfer-Leistung von seinem abonnierten Profil. Die Übersicht der Bandbreiten Zuwächse:

Das ist erfreulich zu hören, wer bekommt nicht gern mehr Leistung zum gleichen Preis. Aber das kann ja nicht reine Nächstenliebe sein, oder? Man hat ja einiges gehört nachdem der Bund die neuen strategischen Ziele (als pdf - mein Kollege hat heute morgen angemerkt: "Das sind keine Ziele, sondern Rahmenbedingungen!").

Da Swisscom nun im Ausland nur bedingt Wachstumschancen hat, muss im Inland investiert werden um möglichst viele Kunden zu halten/gewinnen. "Die Schweiz hat Priorität", sagt Jens Alder. Aus der Welt der Telefonie und des Internets dringt Swisscom nun in eine neue Welt, die Fernsehwelt, vor - und bietet damit echtes Triple Play.

  • Dafür werden massive Investitionen in das neue VDSL Netz (Downloadraten bis 50 Mbit/s) vorgenommen,
  • damit nach einer erfolgreichen Lancierung von Bluewin TV die Dienstleistungen für die Kunden stetig erweitert werden können.
  • Und um die Konvergenz zu vervollständigen steht Swisscom Mobile vor der Einführung von HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), einer neuen Übertragungstechnologie für den Mobilfunkstandard UMTS (Downloadraten bis zu 14,4 Mbit/s).

Das Jahr hat gerade erst begonnen - und verspricht spannend zu werden, da auch Cablecom mit Ihren Quadruple-Play Angeboten (Medienmitteilung als pdf) den Markt aufmischt!

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Selbst wenn Swisscom die Bandbreiten verdreifacht bezahlen wir alle noch viel zu viel im Vergleich zum Ausland. Nur ein echtes Unbundling und Zugang zur Basisinfratsruktur für die Konkurrenten zu Kostenansätzen (wie in jedem EU-Land) würde echten Wettbewerb mit den bekannten volkswirtschaftlichen Vorteilen bringen. Das "einiges in Petto" bezieht sich also nicht nur auf Bandbreiten sondern v.a. auch auf die Preise! Naja wenn der Bund vielleicht irgendwann seine Mehrheitsanteile verkauft werden wir das Unbundling vielleicht noch erleben ;-) Ich für meinen Teil werde garantiert nie Swisscom "triple play" Kunde...

.o0 Webonomy 0o. hat gesagt…

Peter, der Preis der Swisscom Internet-Produkte wird durch verschieden Faktoren beeinflusst
- Herstellkosten
- Marktpreise Angebote von Cablecom und Sunrise
- Nachfrage des Angebotes
- Kaufkraft der Kunden
- Akquisitionskosten für Neukunden

Beim Preisvergleich mit dem Ausland müssen folgende Punkte beachtet werden:
- unterschiedliche Skalierung und damit höhere Stückkosten. (Die Schweiz hat gesamthaft 3 Mio Haushaltungen. Das entspricht dem Potential einer einzigen grösseren Stadt im Ausland)
- Lohnniveau und Kaufkraft. Der Durchschnittslohn und somit die Herstellkosten in der Schweiz sind massiv höher als im Ausland
- Was ist im Angebot genau inbegriffen. (z.B. kommen in Deutschland neben dem meist aktiv kommunizierten Preis für den Internet-Zugang, ADSL-Access Kosten plus Kosten für Tel-Anschluss dazu.) Im Ausland ist ein grosser Teil der Angebote in der Nutzung limitiert.

So, und wenn man diese Aspekte berücksichtigt kann man dann in eine vertiefte Diskussion einsteigen - und kommt vielleicht zum Schluss, dass Swisscom immer noch zu teuer ist ;-).