Nun haben wir den letzten Ort unserer Reise erreicht, San Diego, direkt an der Grenze zu Mexiko. Und das spürt man! Spanisch ist sozusagen die zweite Amtssprache. Überall wo wir hingekommen sind haben wir Mexikaner angetroffen, oftmals in schlechtbezahlten Jobs. Ohne diese teilweise illegalen Einwanderer würde die Wirtschaft von Kalifornien, der 5. grössten Wirtschaftsmacht der Welt, kollabieren.
Die Schere zwischen Arm und Reich klafft hier stark auseinander, und der Unterschicht sieht man an, dass sie sich schlecht ernährt. Es ist auch nicht ganz einfach, sich in Amerika ausgewogen zu ernähren.Unser Biogemüse, dem man hier „organic“ sagt, findet man nur sehr schwer. Wir haben in den Restaurants auch nicht immer auf Anhieb fleischlose Gerichte oder Gemüse entdeckt, und die riesigen Portionen verleiten dazu, den Teller leer zu Essen obwohl der Kopf schon gemeldet hat, dass der Bauch satt is(s)t. Dankbar sind da die Doggie Bags, man kann sich die Resten immer einpacken lassen und nach Hause mitnehmen.
Doch zurück zu San Diego. Wir haben das nette Hotel „La Pensione“ gleich beim Tor von Little Italy als Domizil auserkoren. Von hier aus haben wir dieses Quartier erkunden können, eine bunte Mixtur aus Nostalgie von gestern und Energie von heute. Frank Sinatra trällert hier genauso wie Eros Ramazotti aus den Lautsprechern, die Strasse ist von einem feinen Knoblauch Duft und frischem Kaffee erfüllt.Nachbarn sitzen wie alte Mafiabosse auf der Veranda und schauen amüsiert dem bunten Treiben zu, während dem wir uns durch die feinen Restaurants, Gelaterias, Bakerys und Kaffees durchschlemmen. Ein gemütliches Fleckchen, schade dass wir das „Annual Art Walk Festival in Little Italy“ (bei welchem über 300 Künstler ihre Werke den 70-80 000 Interessierten präsentieren) genau um einen Tag verpassen…
Wir machten uns auch auf ins Gaslampenquartier (die Antwort der Westküste auf SoHo ;-) ) um den historischen Distrikt mit seinen viktorianischen Häusern anzusehen. Wie so oft auf unserer Reise begegneten uns hier viele Obdachlosen auf der Suche nach etwas Kleingeld. Einer spielte Gitarre, ein anderer schleppte brüllend seine Plastiksäcke durch die Strassen, einer bettelte während wieder andere nur noch mit einem Schild am Boden kauerten oder bei den Autos vor den Ampeln vorbeiliefen und auf eine milde Gabe hofften. Für mich waren die vielen Obdachlosen das Erschreckendste auf der ganzen Reise, das habe ich wirklich nicht erwartet.Am nächsten Tag besuchten wir mit dem Trolley die Altstadt, „Old Town“, hier wurde San Diego gegründet. Old Town wirkt wie ein Schritt zurück in den Wilden Westen. Früher lebte ein Stamm der Kumeyaay Indianer hier, bevor die Spanier 1769 die Stadt gründeten. Heute findet man hier eine farbenfrohe Mischung an Läden und Restaurants, eingebettet in die alten Häuser (mit Original Einrichtung) und den schönen grünen Park. Ein guter Ort, um ein bisschen das Erlebte nieder zu schreiben – und die Seele zu mexikanischer Musik baumeln lassen!















































